Zer­matt Berg­bah­nen AG

Das Ski­ge­biet nach 2006 - Op­fer des share­hol­der va­lues?

Nebenstrecken der White HareSeit die Fu­si­on der ver­schie­de­nen Zer­mat­ter Berg­bah­nen im Fe­bru­ar des Jah­res 2002 zu ei­ner Ak­ti­en­ge­sell­schaft voll­zo­gen wur­de, hat sich das Ski­ge­biet ver­än­dert. Dass sich Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten in der Re­gel am «share­hol­der va­lue» ori­en­tie­ren, ha­ben die Ein­hei­mi­schen be­reits zu spü­ren be­kom­men. Der Kreis de­rer, die in den Ge­nuss ver­güns­tig­ter Skipäs­se kom­men, ist nach der Fu­si­on auf Ran­da be­grenzt wor­den.
*
Auch wir Gäs­te ha­ben es be­reits zu spü­ren be­kom­men, denn der oh­ne­hin un­ver­schämt teue­re 6-Tage-Ski­pass ist um­ge­hend noch teue­rer ge­wor­den. Hin­zu kommt der an Dreis­tig­keit gren­zen­de Preis für das Ge­samt­ge­biet in­klu­si­ve Cer­vi­na, der teu­ers­te der Al­pen. Da­für hat man die ein­zi­ge ernst­zu­neh­men­de Bu­ckel­pis­te im Mat­ter­horn­ge­biet, die Gar­ten­pis­te, ih­res wun­der­ba­ren Tel­ler­lif­tes be­raubt. Für Snow­boards auf lang­wei­li­gen Tra­ver­sen nur noch müh­sam zu er­rei­chen, von Pis­ten­bul­lies platt ge­bü­gelt. So ha­ben wir uns das nicht vor­ge­stellt! Mitt­ler­wei­le über­lässt man die Ab­fahrt am Gar­ten wie­der den In­di­vi­dua­lis­ten. Un­ter­steht Euch, dar­an zu rüt­teln!
Zermatt*
Die ­spür­ba­re Er­run­gen­schaft der Fu­si­on ist die neue Ver­bin­dung von Fur­ri nach Rif­fel­berg, wo­durch das Mat­ter­horn­ge­biet nä­her an die an­de­ren Tei­le her­an rückt. Die­ser Schritt war schon lan­ge über­fäl­lig; kein an­de­res Ski­ge­biet hät­te es sich leis­ten kön­nen, die Gäs­te «im Uhr­zei­ger­sinn» an der Na­se her­um zu füh­ren. Land­schaft­lich ein Fehl­griff aber fahr­tech­nisch ge­recht­fer­tigt ist die Mit­tel­sta­ti­on am En­de der Gor­ner­grat-Furri-Abfahrt, die reich­lich über­di­men­sio­niert wirkt. Als Som­mer­tou­rist wä­re ich wohl ziem­lich sau­er!
*
Die Fehl­ent­schei­dung schlecht­hin ist die Tras­sen­füh­rung des Mat­ter­horn-Express, wind­an­fäl­lig und land­schaft­lich ei­ne Ka­ta­stro­phe; die Mit­tel­sta­ti­on hängt über Zer­matt wie ein Wurm an der Ap­fel­scha­le.  Und ein Satz da­mals (2002) wie heu­te: Oh­ne Stock­horn und Trift­ji ist Zer­matt «nur» ein wei­te­res Ski­ge­biet un­ter vie­len. Mitt­ler­wei­le ha­ben die Verant­wort­li­chen of­fen­bar die An­zie­hungs­kraft des Stock­horns be­grif­fen, ein Traum für sport­li­che Fah­rer. 1200 Hö­hen­me­ter Bu­ckel­pis­te bis hin­un­ter zum Gant, das gibt es so nur noch in den 4 Vallées. Ein Schlepp­lift er­schließt heu­te das Ge­biet.
*
Zer­matt ist ein ein­zig­ar­ti­ges Früh­jahrs-Ski­ge­biet. Ver­sier­te Fah­rer lie­ben es we­gen sei­ner groß­ar­ti­gen, oft schwie­ri­gen Ab­fahr­ten. Ei­ne, die über Os­tern bis­her im­mer ge­schlos­sen war, konn­ten wir 2009 fah­ren, die «un­te­re Aro­leid», die Her­met­ji. Steil im Ein­stieg, knapp an Fel­sen vor­bei füh­rend und da­zu in Schlan­gen­li­ni­en durch den Wald - so lie­ben wir Zer­matt!