
Wir
haben eigentlich gar nicht hier hin fahren wollen, weil es immer
hieß,
dass die Abfahrt vom Lagazuoi nach Armentarola zwar sehr schön
sei,
aber am Ende in einer sehr langweiligen Ziehstrecke enden würde,
besonders
ätzend für den gemeinen Snowboarder. Und genau so ist es auch
- oder fast so. Es kommt halt darauf an, ob man das akzeptiert - und
wofür.
Und mit dem immer besser werdenden Wetter dieses Tages wechseln wir
kurz
entschlossen gegen Mittag hinüber nach Armentarola, wo wir die
Geschichte
mit einer Taxifahrt beginnt. Für € 4.50 pro Person lassen wir
uns zum Passo Falzarego fahren, wo die Gondel startet.
*
In dieser Woche gibt es keine Wartezeiten. Wir fahren hinauf und sind
wenig
später in einer besonderen Welt angekommen. Der Lagazuoi war im
ersten
Weltkrieg, der hier als der «große Krieg» bezeichnet
wird, ein hart umkämpfter Felsen. Die Spuren finden sich noch
heute
im Berg selbst, den man mit diversen Stollen durchzogen hat, um sie
später mit Dynamit zu füllen und den Gegner samt Berg in die
Luft zu sprengen. Eine sehr gut lesbare Beschreibung findet sich auf
www.dolomiti.org.
Heute gibt es zahlreiche Tafeln, die an die Zeit erinnern.
*
Der Lagazuoi bietet dem Skifahrer nur zwei Pisten, eine hinunter zur
Gondel
am Pass und die andere in Richtung Armentarola.
«Unvergleichlich»
kann man die Abfahrt nennen, die sich durch die Berge nach Armentarola
hinab zieht und traumhafte Bilder bietet. Wegen ihrer Lage am Hang
fährt
man das Snowboard lange auf einer Kante und die technischen
Schwierigkeiten
halten sich in Grenzen. Da man aber stets im Angesicht monumentaler
Felsen
fährt, zählen diese 9 Kilometer zu den schönsten der
Alpen.