Es ist 12 Uhr und noch Zeit genug
für meine
aller erste Halbtageskarte. Natürlich wählen wir diese nicht
freiwillig. Denn der
Dolomiti
Superskipass ist nicht etwa an den Kassen der jeweiligen
Talstationen
zu bekommen, sondern muss in einem gesonderten Büro gelöst
werden.
Und das hat Sonntags zwischen 12 und 16 Uhr geschlossen. Ein Skandal,
wie
ich finde. Denn am Ende ist die Halbtageskarte pro Person 13 Euro
teuerer:
«Wer kommt schon am

Sonntag um 12 Uhr an und nimmt
dann noch einen
7-Tage-Pass?», entschuldigt man sich.
*
Wie dem auch sei. Mit diesem Mittag beginnt südlich des
Alpenhauptkamms
eine Schönwetterperiode, die erst mit unserer Abreise vom
Kronplatz
zu Ende gehen wird. Und unter dem Skipass liegt das größte
Skigebiet
und zugleich auch das seltsamste Abrechnungsmodell der Alpen. Da es
hier
noch Barzahlung und Punktekarten gibt, muss man an jedem kleinen Lift
brav
die Karte stecken: «Ist das zeitgemäß?». Die
Liftanlagen
sind es jedenfalls. Schlepplifte sind selten und auch die alten
Kniekehlenhauer
werden langsam aber sicher ersetzt.
*
Der
Gültigkeitsbereich ist so groß, dass man schon
zweimal
hinsehen muss, um alle Gebiete zu erfassen. Es sei auch nicht
verschwiegen,
dass man ein Auto braucht, um den Liftpass in vollem Umfang abzufahren.
Andererseits ist das Kerngebiet um den Sellastock allein den Preis wert
- und die Abstecher am Rande dieser Ultra-Skischaukel lassen eine
ausgedehnte
Mittagspause fast nicht mehr zu. Eine solche Reise führt uns u. a.
nach
St. Ulrich ins
Grödnertal.
Der Skipass gilt in: Cortina d'Ampezzo - Kronplatz - Alta
Badia -
Grödnertal -Val di Fassa - Marmolada - Hochpustertal - Val di
Fiemme - S. Martino di Castrozza - Eisacktal - Tre Valli - Civetta
Die fett markierten Bereiche haben wir selbst besucht oder auf
der Sella
Ronda angekratzt - die anderen hätten weite Autofahrten
erfordert.
Dabei nutzen wir sogar noch die Tatsache aus, dass wir abends vom
Kronplatz
nach Deutschland zurück fahren. Denn die Fahrt durch die
Schluchten
am Anfang des Alta Badia ist wegen des schlechten Straßenzustands
und reger Bautätigkeit zeitlich sehr aufwändig.