
Weite
Touren, die an der Haustüre starten und dort auch wieder enden,
gehören
zu den herausfordernden Tagen eines jeden Skiurlaubs. Und ein solcher
Tag,
den wir eigentlich als Ruhetag¹ vorgesehen hatten, führt uns
von La Villa nach Sankt Ulrich im Grödnertal, ein Ort, dessen
Panorama
beherrscht wird von dem gewaltigen Felsen des
Langkofels. Der
Ort
besitzt neben dem
Col Raiser/Seceda Gebiet noch ein weiteres,
das
als sehr einfach gilt, das der
Seiser Alpe, an das wir nur mit
einem
300er Teleobjektiv heran kommen. Um dorthin zu gelangen muss man
entweder
fahren wie der Teufel - oder in Wolkenstein oder St. Christina in den
Skibus
nach St. Ulrich steigen. Schnelle

und
moderne Beförderungsanlagen täuschen ein wenig darüber
hinweg,
dass die Wege lang sind und Skibusse zusätzlich aufhalten.
*
Ich hatte mir von der FIS-Abfahrt Ciampinoi mehr versprochen. Sie
führt
hinab nach St. Christina und zählt eher zu den harmlosen
Abfahrten,
während das die Ski-Asse, die hier in mörderischem Tempo
Schuss
fahren, anders sehen mögen. Der obere Teil der Abfahrt ist
überdies
derart weit ausgewalzt, dass sich die Frage stellt, ob nicht ein wenig
Zurückhaltung angebracht wäre. Und der italienische Skifahrer
wird trotzdem noch den einen oder anderen von den Brettern holen, egal
wie breit die Piste ist...
*
Unten im Ort wird an einer Standseilbahn gebaut, die Wolkenstein mit
Col
Raiser verbinden und bereits Ende des Jahres die Skibusse auf
dieser
Strecke überflüssig machen soll. Das erspart
herzzerreißende
Szenen an den sporadisch überfüllten Bussen. Das Skigebiet
Col
Raiser selbst ist eher sehr harmlos und die schwarze Bemalung von
Pistenbegrenzungen
ist einfach ein Witz. Sehr schön allerdings ist die über 10
km
lange Abfahrt von der Bergstation der
Seceda hinunter nach St.
Ulrich.
Und ohne diese Abfahrt würde gelten: «Hier gibt es mehr
Hütten
als Pistenkilometer.» Wie leer müssen die Pisten erst sein,
wenn das Wetter schlecht ist.
¹
Ruhetage
sind Tage, an denen das einzige Ziel ist, ruhig zu fahren...