Ich
bin am Ziel. Das Nordkapp ist zwar schon recht rummelig, weil natürlich
Bus um Bus hier hin gekarrt wird, aber es ist nicht wirklich
überlaufen.
Und Wegezoll gibt es auch noch nicht. Es sind doch einige Personen, die
auf die sportliche Art und Weise diesen Weg meistern - und da gibt es
natürlich
viel zu erzählen, auch wenn in dieser Nacht der Untergang der
Mitternachtssonne
hinter den Wolken stattfindet. Ich schwinge das nun leicht beladene Rad
auf den Steinsockel, der die Weltkugel trägt, und nehme mit Stativ
und Selbstauslöser ein Bild auf.
*
Auf dem Rückweg zur Herberge treffe ich einen Würzburger, der
das Nordkapp macht. Er hat vier Wochen Zeit und muss mindestens
140 km/Tag fahren. Er fährt hin und zurück durch
Finnland. Armer Kerl! Sein Freund, so erzählt er mir, mit dem er auch
schon das Matterhorn
gemacht hat, hat nun einen gut bezahlten Job und eine
zwanzig Jahre
jüngere
Frau, der er mit dem Geld imponiert. Er hat jetzt natürlcih keine Zeit
mehr für Abenteuerreisen mit dem Freund: "Geld
verdirbt
die Leut'!", ist dessen Satz dazu.
*
Ich beschließe in der Herberge, erst einmal zu schlafen und einen
weiteren Ruhetag einzulegen. Ich mache es mir gemütlich - und treffe Dave
wieder, der in langen Tagestouren über Land bis hier durchgefahren
ist. Sein Kommentar: «200 km/Tag sind mit einem gut
beladenen Mountain Bike gar kein Problem!» Auch diese Nacht wird
wieder lang... |