Natürlich bricht mir auf dem Weg nach Nynäshamn noch eine
Speiche, was mich angesichts der späten Abfahrt der Gotlandfähre
aber nicht weiter stört. 75 km sollte man in jedem Falle
ohne Mühe abreißen können.
Ich
verbringe den Abend in Nynäshamn, weitgehend faullenzend. Ich fahre
mit dem Rad an den Strand, wenn man das steile Ufer überhaupt so nennen
kann, und beobachte die Einheimischen beim Segeln und Surfen.
*
Gegen Mitternacht verlässt die MS Visby das Festland.
270 km erspart mir die Kombination zweier Fähren, für
deren Tickets es auf Studentenausweis Ermäßigung gibt. Die zweite
soll mich am Nachmittag nach Oskarshamn bringen. An Bord kaufe ich Tabak
nach, denn die 400 g, die ich auf der Viktoria gekauft
hatte, sind bereits zu Ende gegangen. Wieder habe ich eine Nacht ohne Schlaf
vor mir - eine weitere...
*
Der Morgen ist einfach klasse! Mit Sonnenaufgang fahren wir in den Hafen
von
Visby ein. Zum ersten Mal auf dieser Reise bin ich in einer
richtig schönen Stadt. Umgeben von einer mittelalterlichen Stadtmauer
hat sich ein weitgehend intaktes Ortsbild erhalten, weshalb man den Ort
auch als Rothenburg des Nordens bezeichnet. Ich verbringe die sechs Stunden
bis zur Weiterfahrt mit der MS Thjelver im Ort. Für
eine Inselrundfahrt bin ich einfach zu müde. Ich bummele durch die
Gassen und genieße die Atmosphäre. Einige der Autos hier stammen
noch aus den 60er Jahren, was dem Ganzen einen besonderen Reiz verschafft.
Auf den Gartenstühlen eines Cafes lasse ich den Morgen vorübergehen
und sammele Kraft für die letzten 1000 km dieser Reise.
Ich bin nun fest entschlossen auch in Deutschland mit dem Rad zu fahren. |