Nachdem
ich den Regentag vor Sodankylä psychisch verdaut habe, steht der Fahrt
nach Süden nichts mehr im Wege. Das Fahrtenbuch ist auf dem neuesten
Stand und das Rad erneut ein wenig besser in Schuss. 1370 km
lang ist die gesamte Fahrstrecke durch Finnland. Sicherlich kommt mir der
gute Straßenzustand, der relativ ebene Verlauf und das geringe Verkehrsaufkommen
entgegen. Finnland ist das preiswerteste der skandinavischen Länder.
Milch ist überall gleich teuer, als wäre der Preis festgesetzt:
Am Kiosk, im Supermarkt und auf dem Land. Wenn mir ein Campingplatz zu
teuer ist, fahre ich einfach zum nächsten weiter, was mich an meinem
längsten Fahrtag dann 180 km weit bringt.
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Ich fahre über Pyhäjärvi, Äänekoski, Jyväskylä
und Lahti nach Helsinki. Unterwegs treffe ich Gestalten, die mit
dem Auto von Süden kommen und sich die skandinavischen Städte
ansehen wollen. Ich ziehe sie damit auf, dass sie dann in Helsinki hätten
bleiben müssen. Denn Reiz besitzt hier nicht eine einzige Stadt! Das
Flair des europäischen Südens kommt hier nicht auf. Wer ein anderes
Ziel hat als die Natur, der kann hier bitter enttäuscht werden.
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Ich checke in der JH ein, die sich in den Wänden des Olympiastadions
befindet. Hier gibt es auch einen Aussichtsturm, der es mir ermöglicht,
einen Blick von oben auf die Stadt zu werfen. Ich habe darüber hinaus
noch einen Ruhetag vor mir, den ich zusammen mit einem Holländer verbringe,
den ich in der JH getroffen habe.
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Helsinki selbst hat zwar einen internationalen Ruf, aber den verdankt die
Stadt ihrer Lage zwischen den verfeindeten Lagern in Ost und West (oder
zumindest war das damals noch so!). Ich bummel über den Markt, genieße
die Sonne, die ich lange vermisst habe und sehe das relativ große
Elend vieler Finnen, die das in billigem Fusel zu betäuben versuchen.
Ganz besonders schlimm wird es, wenn einer der ewig Gestrigen auf deutsch
Adolf Hitler lobt und den Hitlergruß macht. Ich hoffe, dass diese
Generation heute ausgestorben ist. |