Fähren auf Europastraßen

Die schweren Tage bis Narvik


Das düstere Wetter mit seinen tiefhängenden Wolken begleitet mich auf dem Weg nach Norden. So lege ich z.B. in Fauske einen Zwischenstopp nach nur 65 km ein. Die Straße dahin führt mich durch zwei Tunnel, von denen der längere 1,7 km lang (aber gut beleuchtet) ist. Die Europastraße verlässt das LandFauske habe ich als totes Kaff in Erinnerung. Am nächsten Tag fahre ich daher in aller Frühe weiter Norden. Obgleich die Straße der Küste folgt, ist sie keineswegs eben - im Gegenteil. Hier wird keine Landzunge ausgelassen, was bei der Länge der norwegischen Küstenlinie auch unwirtschaftlich wäre.Blick auf die Europastraße 6 Und so mache ich Höhenmeter um Höhenmeter bei dem Versuch, der Küste zu folgen. Um mit einem voll beladenen Rad einen Schnitt von 100 km/Tag zu erreichen, muss ich mich ganz schön sputen.
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Dafür wird man aber auch landschaftlich verwöhnt, wie sonst selten. Die Berge ragen hier von Meereshöhe etwa 1000 m auf. Felsen am FjordUnd auch die Tatsache, dass die E 6 bei Sommarset (oben) und Skarberget das Land verlässt, ist auch ganz reizvoll. Während die Autofahrer in Spitzenzeiten ggf. eine Stunde warten müssen, passiere ich die Schlangen und fahre direkt aufs Schiff. Das Wetter bietet wiederum ein eigenes Schauspiel. An den Morgens am Fjord vor NarvikSteigungen habe ich keinen Gegenwind, dafür aber immer wieder Steigungsregen und leichten Niederschlag, weil ich die Wolkenuntergrenze durchstoße. Morgens wabbern dafür die Wolken ums Zelt. Hier ein herrlicher Blick aus dem selben auf das Nordmeer vor Narvik.
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Hier beginnt nun auch die Strecke der Leiden, weil die in Bonn neu aufgezogene Kette immer öfter unter der Last reißt. Ich habe aber noch eine altmodische Kette, die ich mit einfachem Kettenwerkzeug reparieren kann. Leider ist das vor allem am Abend notwendig, wenn die Kraft bereits nachlässt.
Narvik Hafen aus einem Fenster der JH*
Am Ende erreiche ich nach vielen Mühen doch noch Narvik - leider an einem Sonntag. So kann ich nur das reparieren, wozu ich keinen Fahrradladen brauche. Ich verbringe den sehr warmen und sonnigen Tag in der JH und der Stadt und ruhe aus. Über 2500 km sind gefahren. Gegen Mitternacht bietet sich ein schöner Blick auf den Hafen, in dem hauptsächlich Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna verladen wird.