Ich
bin auf dem Weg zurück. Der gefürchtete Tunnel vor Smørfjord
ist bereits gezähmt. Früher muss er eine unbeleuchtete Schotterpiste
gewesen sein, heute ist er nur noch stickig, weil 2,7
km lang und
ohne
Abgasentsorgung. Bis Russenes hätte ich diesen Weg doppelt
fahren müssen, hätte ich die Küstenschiffe nicht genommen.
Über Lakselv, wo es eine beeindruckende Jugendherberge im Blockhausstil
gibt, fahre ich nach Karasjok in Richtung Karigasniemi.
*
Die größte Enttäuschung dieser Reise ist Finnland.
Nicht nur, dass mich die Finnjet am Ende nicht mitnehmen wird. Nein,
das
Land ist ziemlich langweilig. Weder
findet man hier die Gelegenheit wild zu zelten, weil es einfach zu viel
Steine und Privatland gibt, noch sieht man viel von den tausend Seen,
zumindest
dann nicht, wenn man die in der
Übersicht
aufgeführte Route durch das Land nimmt. Denn zwischen der Straße
und den Seen liegt immer ein Streifen von einem halben Kilometer, der
von
Bäumen bewachsen ist. Und über weite Strecken zieht sich die
Straße durch eine extrem gleichförmige Landschaft.
*
Immerhin entschädigen mich die zahlreichen, gut ausgestatteten
Campingplätze
für die Mühen der Tage. Hierüber kann man sich kaum
positiv
genug äußern. Oft verfügen sie über eine Sauna, Grill-
und Lagerfeuerplatz mit ausreichend Brennholz - und immer haben sie
wunderbare
heiße Duschen, die die Lebensgeister wieder erwecken.
Nach Tagestouren um 150 km ist das auch bitter notwendig.
Und da das Wetter ebenfalls nicht mehr aufmunternd tätig werden will,
sinkt die Stimmung auf ein absolutes Tief. 70 km im
strömenden
Regen ist nicht jedermanns Sache...
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Wenige Kilometer vor Rovaniemi und nach mehr als 3760 km
Gesamtstrecke
überquere ich wieder den Polarkreis, diesmal in Richtung Süden. Die
Fahrt geht vorbei am Kemijoki, der wie alle Flüsse hier dem
Holztransport dient, für das das Land bekannt ist. Von hier an forciere
ich das Tempo, das mich in wenigen Tagen nach Helsinki bringen soll,
dem
geplanten (oder besser gedachten) Ende der Reise. |