Am
frühen Morgen breche ich auf und fahre zur Fähre. Dave will ausschlafen
und bleibt zurück - wir werden aber später am Nordkapp wieder
aufeinandertreffen.
Die Überfahrt von Lyngseidet nach Olderdalen kostet 13 Kronen
und dauert nicht lange. Heute ist ein wundervoller Tag.
Ich folge über viele Kilometer der Küste, die sich in ihrem besten
Gewande zeigt. Hier oben ist der Golfstrom das alles bestimmende
Element.
Dave, der Amerikaner, ist von der üppigen Natur fasziniert: "Farmen
auf der Höhe von Nordalaska!" Für ihn ist das ein Ding!
*
Überall am Wegesrand wird der Stockfisch auf Gerüsten getrocknet,
durch Netze gegen Vögel geschützt. Das gute Wetter und die reizvolle
Landschaft laden zum Fotografieren ein. Aber auch hier trügt der
Schein,
denn die Straße überwindet wenig später die Höhe von
400 m, die höchste Stelle des Kvænangsfjellet. Von
hier hat man einen fantastischen Blick auf die Küste. Wegen der späten
Zeit - es ist kurz vor Mitternacht, liegt ein leichter Grauschleier
über
der Landschaft. Aber es ist noch angenehm warm. Ich wasche mich auf der
Toilette des Gildetun-Motels, das hier oben über den Wassern thront.
*
Am nächsten Morgen passiere ich Fellzelte von Lappen, die Geweihe
und andere Souveniers an den Mann bringen wollen. Für mich kommt das
zwar nicht in Frage, aber ich treffe einen Engländer, etwa 70 Jahre
alt und das Aussehen eines Offiziers, der auf seinem Rad ein solches
Geweih
mitschleppt. In Tagesetappen von 20-30 Meilen fährt er vom Nordkapp
in Richtung Trondheim.
*
Ich bin am Morgen wieder zeitig auf und kaufe ein. Ich biege vor
Langfjord
von der E 6 in Richtung Norden
ab und fahre nach Øksfjord, wo ich den Abend verbringe. Hier ist
nicht viel zu tun - also gehe ich zum Hafen. Das Schiff der
Hurtigruten,
die MS Nordnorge, wird gegen Mitternacht anlegen. Ich koche Kaffee auf
Eßbit, plaudere auf Englisch mit den Leuten am Quai - und warte. |