4 Vallées
Secteur Bruson, eine Reise um die Welt
In diesem Winterurlaub kann ich von Pisten reden, die
ich selbst nicht gefahren bin. Dafür habe ich meinen
Spähtrupp dabei, den ich in so entlegene Gebiete entsenden kann
wie den Secteur Bruson. Ausgestattet mit einem
GPS-Empfänger, einer Handy-Kamera (deren Bilder nicht zur
Präsentation gelangen) und mit mindestens einer Person besetzt,
die perfekt ausgebildet ist in der französischen Sprache, macht
sich der Nachwuchs auf den Weg, diese Region zu vermessen. Dabei wird
sich herausstellen, dass es wichtiger ist, einen Busfahrplan zu lesen
als seine Skier zu beherrschen. Aber alle Geschichten der Reihe nach.
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Der Sektor Bruson ist über die Anbindung von le Châble zu erreichen, dem
Talort für Verbier. Wir hatten das Thema «Verbier? Zu
teuer!» schon einmal. Und so dient le Châble vielen
Enthusiasten als preiswerte Unterkunft. Begünstigt wird der Ort
zudem durch eine bis in den späten Nachmittag laufende Gondel, die
es am Morgen erlaubt, ohne Umzusteigen bis Ruinettes durchzufahren. Die
Abfahrt hinunter in den Ort, die der ADAC Ski-Atlas beschreibt und die
mit 2500 Höhenmetern ab Mont Fort zu den längsten der Alpen
zählt, hat wohl noch niemand offen gesehen. Und so verwundert es
nicht, dass sie auf keinem Liftplan verzeichnet ist.
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Von le Châble aus erreicht man mit dem Skibus das Gebiet
von Bruson, das zwar nur sehr wenige, dann aber schöne und wenig
frequentierte Pisten aufzuweisen hat. Zwei Sessel und zwei Schlepplifte
bilden bereits den ganzen Zauber des Gebiets. Vielleicht ist das der
Grund, warum im Tal ein eigenartiger Liftplan hängt: «Dieser
Bus fährt nur, wenn genug Personen auf ihn warten». Gemeint
ist der Bus um halb zwölf. Und natürlich verwundert es nicht,
dass die meisten, die das lesen, nicht warten. So kommt was kommen
muss, der Bus, der dann nicht weiterfährt nach Bruson. Eine Stunde
beträgt die Wartezeit, die man als Mittagspause nutzen muss, wenn
man am Ende von den Höhen über Bruson nach Nendaz zurück
will, ohne in Siviez noch einmal auf einen Bus warten zu müssen.
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So schwierig und langwierig es ist, zur falschen Zeit nach Bruson zu
fahren, so unspektakulär gestaltet sich die Rückfahrt: Eine
Skiroute führt hinunter nach le Châble, sodass die
Umlaufgondel fußläufig zu erreichen ist. |