Kuros, Gott der PistenWenn Novizen Flügel verliehen bekommen!Nun wollte es der Zufall, dass eine willensstarke Frau eines schönen Tages auf einen solchen Zeitgenossen traf. Zwar war sie sich der Sage wohl bewusst, doch schmiedete sie einen Plan. Ein Skilehrer sollte sich des Neulings annehmen, während sie sich mit Freunden dem hemmungslosen Brummen auf matt präparierter Piste hingeben wollte. Aber erneut betrat der Zufall die Bühne, diesmal in Form eines Zauberers der weißen Pracht, der sowohl für seine Schnelligkeit und Kühnheit auf zwei Brettern bekannt war als auch für seinen Langmut mit Novizen dieser Kunst. Die Dame wollte um jeden Preis ihren Schwarm auf die Bretter stellen und ihn lehren, wie man leichtfüßig auch die anspruchsvollsten Buckelpisten fährt. Er aber hatte unmissverständlich klar gemacht, dass ihm die Sache nicht behage. *
Sie konnte zwar durch ihren Charme verhindern, dass ihr Geliebter vor
der Herausforderung kapitulierte und vor Einbruch des nächsten
Winters floh, doch hatte sie dabei schon alle Hoffnung aufgegeben, dass
ihr Unterfangen ein leichtes sei. Während sie noch nach einer List
sann, das fast Unmögliche doch noch wahr werden zu lassen, traf
sie auf den Zauberer, den sie von früheren Reisen kannte, der,
sehr überzeugt von sich und seiner Magie, sie dazu
überredete, ihm den Geliebten für nur zwei Tage zu
überlassen: «Danach fährt er Ski!»*
Kuros, der Gott der Pisten, hörte von diesem
Vorhaben
und war sehr erzürnt. Es war umso ärgerlicher, als der
Zauberer behauptet hatte, dass er den Novizen auf die Skier stellen
wolle, ohne ihm den Pflugbogen beizubringen. Warum Kuros eine solche
Affinität zum Anfänger mordenden Pflug hat, wurde auch von
klugen Tempeldienern bis heute nicht endgültig geklärt. In
seinem rasenden Zorn erwog dieser zunächst, den Novizen mit der
Brust auf die eisharte Piste aufschlagen und seine Rippen brechen zu
lassen, was ihm auch weitgehend gelang. Da aber die Dame ihrem
Geliebten vor der Reise einen großen Flacon Kuros
zugesteckt hatte, dessen tägliche Anwendung den Gott
tatsächlich milde zu stimmen in der Lage war, verschonte dieser
den Novizen und ersann daselbst eine Strafe für die Dame: Er gab
ihrem Geliebten ein Snowboard in die Hand und verlieh ihm Flügel!
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