Die
Höhenmessung mittels GPS gilt als besonders ungenau, ist sie aber
nicht. Die mit hohem technischem Aufwand im amtlichen Vermessungswesen
erreichte Höhengenauigkeit liegt bei 2-3 cm. Wozu braucht man
dann ein Barometer, mit dem sich niemals solche Genauigkeiten
erreichen lassen? Um es vorweg zu nehmen: Bei entsprechenden
Gerätschaften gar nicht! Aber ist die barometrische
Höhenmessung für weniger genaue Empfänger wirklich
hilfreich, so wie es die Werbung suggeriert?

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Auf der Seite über die
Grundlagen
werden wir sehen, dass man für die Bestimmung der Position vier
Satelliten braucht, oder sagen wir besser vier linear unabhängige
Beobachtungen, da wir es mit vier Unbekannten zu tun haben. In
Straßenschluchten und sehr engen Gebirgstälern kann es zu
der Situation kommen, dass nur drei Satelliten sichtbar sind. In diesem
Fall halten ältere GSP-Empfänger die Höhe fest, was bei
geneigtem Gelände zu Fehlern in Lage und Höhe führt. Die
barometrische Höhenmessung soll das ausgleichen - aber was nimmt
man für diese wenigen Vorteile in Kauf? Und funktioniert in der
Praxis, was
in der Theorie so gut klingt? In mindestens einem Fall habe ich bei
einem Garmin etrex Vista HCx, der mit barometrischem Höhenmesser,
ansonsten aber mit dem gleichen Empfänger ausgestattet ist wie der
Holux, eine eklatante Fehlmessung (mehr als 300 m Lagefehler, lila
Schleife im
Bild rechts) dokumentiert. Ganz offensichtlich liegt auch da einiges im
Argen.

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Die barometrische Höhenmessung basiert auf dem physikalischen
Phänomen, dass der Luftdruck mit der Höhe abnimmt. Bei
mittlerem Luftdruck hält dieser auf Meereshöhe einer
Wassersäule von 10,13 m das Gleichgewicht, früher als 1013
mbar
1 bekannt. Da es
mühsam ist, ein Gerät von
dieser Größe mit sich zu schleppen, wurde der Luftdruck
zunächst mittels Quecksilber (chem. Hg) gemessen, das ein um den
Faktor 13,5 höheres spezifisches Gewicht als Wasser aufweist,
sodass ein Hg-Barometer nur für eine Quecksilbersäule von 760
mm ausgelegt sein muss. Später kamen dann Dosenbarometer hinzu.
Über Jahrhunderte wurden damit unwegsame
Landstriche vermessen, sofern man an den Rändern des Gebiets in
der Lage war, den Referenzluftdruck stationär zu ermitteln. Der
natürliche Feind der barometrischen Höhenmessung ist und
bleibt der mit der Zeit schwankende Luftdruck.
*
Die Abnahme des Luftdrucks mit der Höhe ist nicht linear, sodass
sich eine asymptotische Annäherung an 0 ergibt. In Meereshöhe
nimmt der Luftdruck um ein hPa/8m ab. Zudem gibt es eine
Abhängigkeit von der Temperatur, deren Einfluss einige hPa
betragen kann. Was bedeutet das?
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Wenn man sich mit einem Fahrzeug von Glasgow nach Edinbourgh bewegt,
kann man an einem normalen schottischen Tiefdrucktag einen aus jeder
Isobarenkarte ablesbaren Druckunterschied von etwa 5 hPa erleben, was
einer Höhenänderung von 40 m entspricht. Die gleiche
Differenz ergibt sich zwischen Köln und Bremen oder Brüssel
und Amsterdam an einem durchschnittlichen Tag.

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Aber auch wenn man nicht reist, holt einen ein Tiefdruckgebiet ggf.
ein. In den Bergen, Skigebiet 3 Vallées, konnte ich eine
maximale
Verschiebung von 70 Höhenmetern über den Tag ermitteln. Eine
Ausnahme zwar, aber auch keine Seltenheit. Gegen die der obigen
Abbildung zugrunde liegenden GPS-Messungen mit einer mittleren
Genauigkeit von etwa 3 Metern erscheint das grotesk. Grund hierfür
dürfte sein, dass sich die Höhenmesser nicht zuverlässig
und nicht oft genug am Tag mittels GPS kalibrieren. Der Vista HCx tut
das wohl nur beim Einschalten, was für die Aufzeichnung eines
Tagestracks ja nur genau einmal passiert.

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Links: Grober Messfehler auf der Pointe de la
Masse, 270° Horizontfreiheit. Der Höhenwert springt wegen
fehlender Kalibrierung am Morgen von 2400 auf 2800 m.
Rechts der
Ausschnitt in einer extremen Vergrößerung. Mittlerweile kann
GNavigia die Höhen
eines
gesamten Tracks aus SRTM-Daten neu interpolieren. Die
abschließende Auswertung der 3 Vallées ist nicht zuletzt
wegen der übergroßen Höhenfehler zurückgestellt
worden.
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Die maximal erreichbare Genauigkeit der barometrischen
Höhenmessung liegt bei ruhigem Wetter im Dezimeterbereich wenn man
Temperatur und Luftfeuchtigkeit berücksichtigt und stationäre
Korrekturwerte ermittelt. Aber schon der Einsatz verschiedener
Geräte
2 des
Outdoor-Segments bringt unterschiedliche Ergebnisse, die eine
Höhengenauigkeit besser als 10 Meter nicht erwarten lassen. Diese
Genauigkeit liefern GPS-Messungen bei normalem Gebrauch aber immer,
sofern der Empfänger empfindlich genug ist. Seit ich den
veralteten
Garmin
Geko 201 durch den
Holux GPSport 245 ersetzt habe, ist
die Anzahl der Messfehler in der
Höhe drastisch gesunken.
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Immerhin kann sich das Barometer rühmen, den Wetterfrosch
verdrängt zu haben.
1 Um
die früher gebräuchlichen Zahlenwerte in der heute allein
zulässigen
Einheit Pascal unverändert weiter
verwenden zu können, wird der Druck in Hektopascal (hPa) angegeben.
2 Die
Wikipedia zeigt auf der Seite zur barometrischen Höhenformel/Reduktion
auf Meereshöhe einen Vergleich verschiedener Barometer, u. a.
einen Garmin etrex Vista HCx , der dem Referenzmodell Thommen, das in
abgewandelter Form über Jahrzehnte hinweg Standard in der
Luftfahrt war, im Egebnis sogar am nächsten kommt. Auf
Meereshöhe entspricht die Differenz etwa 10 m in der Höhe.