Schnee­ein­bruch auf Hoch­stu­bai

Das jä­he En­de ei­ner wun­der­schö­nen Tour

Abstieg zur Breslauer Hütte Nach­dem wir die Gip­fel hin­ter uns ha­ben und am Mit­ter­kar Joch Schlit­ten ge­fah­ren sind, d. h. ab­ge­rutscht bis das Eis­feld fla­cher wird, ma­chen wir uns auf den Rück­weg über den Mit­ter­kar­fer­ner. Am frü­hen Nach­mit­tag er­rei­chen wir die Bres­lau­er Hüt­te, 2840 m, wo ich mich herz­lich von Joei und Ami ver­ab­schie­de. Die bei­den wol­len den Nach­mit­tag zum Ab­stieg ins Tal nut­zen. Ich selbst blei­be auf der Hüt­te, Sölden da es für mein nächs­tes Ziel, die 3170 m hoch ge­le­ge­ne Hoch­stu­bai Hüt­te, be­reits zu spät ist.
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Auch der nächs­te Tag be­ginnt so, wie ich mir die gan­ze Rei­se vor­ge­stellt ha­be, son­nig und warm. Nach kur­z­em Früh­stück stei­ge ich ab ins Tal nach Vent, wo ich per Au­to­stopp nach Söl­den fah­re. Ich wid­me dem Ort kei­ne gro­ße Auf­merk­sam­keit, son­dern ma­che mich schon bald auf den An­stieg zur Hüt­te. Bei glas­kla­rem Him­mel er­klim­me ich die 1800 m hö­her ge­le­ge­ne Hüt­te.
Hochstubai Hütte*
Auch auf der Hoch­stu­bai Hüt­te fin­de ich am Abend schnell An­schluss und ver­ab­re­de mit ei­ner Zwei­er­seil­schaft ei­ne Mit­geh­ge­le­gen­heit über den Schau­fel­fer­ner zur Dresd­ner Hüt­te. Auch die­se Nacht ver­brin­ge ich, wie al­le an­de­ren auch, im La­ger.
Hochstubai nach Schneeeinbruch*
Mit­ten in der Nacht zieht ein Ge­wit­ter auf, das ge­wal­ti­gen Lärm macht. Nach ein paar hef­ti­gen Don­ner­schlä­gen schla­fe ich aber wie­der fest. Am näch­ten Mor­gen packt mich dann das blan­ke Ent­set­zen. Der Blick aus dem Fens­ter of­fen­bart ei­ne ge­schlos­se­nen Schnee­de­cke um mich her­um. Ich weiß, was das be­deu­tet: Nie­mand wird sich oh­ne Füh­rer auf ei­nen un­be­kann­ten Glet­scher trau­en, denn die Spu­ren und die Glet­scher­spal­ten sind ver­deckt. Vor so viel Ver­nunft kann man nur den Hut zie­hen - auch wenn ich da­durch mein Ziel, Mayr­ho­fen über das Stu­bai­tal und die Lands­hu­ter Hüt­te zu er­rei­chen, auf­ge­ben muss...