Bergwandern
Anmerkungen zur Problematik
von Bergwanderungen
Ausrüstung und Vorsichtsmaßnahmen
Abschreckende - aber normale
- Beispiele für unsachgemäßes Verhalten in den Bergn
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Achtung:
Bergtouren
sind mit Risiken verbunden. Ausrüstung, Vorkenntnisse,
Fitness und Trittsicherheit bestimmen
den Rahmen einer Bergwanderung!
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Unternehmen Sie Ausflüge in die Gletscherwelt
nicht ohne ortskundige Führer. Besonders gefährlich sind Gewitter in
den Bergen.
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Bergwandern, also nicht nur Klettern in
höheren Schwierigkeitsgraden, erfordert eine vernünftige Einschätzung
der eigenen Leistungsfähigkeit, des Wetters, des Verhaltens von
Kameraden
und der Schwierigkeit der Strecke. Vorsicht bei feuchten, steilen
Bergwiesen
nach Regen. Ausrutschen bedeutet fast immer den sicheren Tod. |
Ausrüstung
Die Mindestausrüstung einer Bergwanderung
orientiert
sich nicht an den momentanen metereologischen Verhältnissen, sondern
an den Anforderungen schlechten Wetters. Bei Wanderungen, die 2000m
Höhe
überschreiten, ist jederzeit mit Schneefall zu rechnen. Ein
kleiner, leichter Regenschirm gehört in jeden Rucksack, zumal
Regenschauern in den Bergen zumeist in schutzlosem Gelände herein
brechen.
Im Gegensatz dazu kann die Sonne, auch wenn sie über Schnee und
Gletschern nicht scheint, wegen der großen UV-Strahlung extreme
Verbrennungen
erzeugen. Daher ist Sonnencreme mit entsprechendem
Schutzfaktor
erforderlich, ebenso Lippenschutz.
Auf meinen Reisen habe ich immer einen Biwaksack für zwei
Personen dabei, der extrem leicht ist und auch bei sehr niedrigen
Temperaturen
noch wärmt. Durch die Alubeschichtung läßt er aber auch
keine Feuchtigkeit entweichen, was ihn nur für Notfälle angemessen
erscheinen lässt.
Regenkleidung, Pullover, Fäustlinge und Bergschuhe,
ggf. steigeisenfest, sind absolut selbstverständlich. Pickel
können auch ohne Steigeisen sehr nützlich sein, vor allem auf
steilen Schneebrettern. Anseilen sollte man sich nur, wenn man
sich
damit auskennt. Falsches Anseilen kann ganze Seilschaften umbringen. |
Kartenmaterial
Als Landvermesser lasse ich selbstverständlich
nichts
auf das Kartenmaterial kommen. Natürlich kann man versuchen, allein
nach der Markierung zu wandern. Das wird aber insbesondere dann zur
Farce,
wenn Schneefall die oft auf dem Boden angebrachten Markierungen
verdeckt.
Daher hier einige Bemerkungen zur Qualität einer Wanderkarte:
- Maßstab: Der Maßstab entscheidet über die
Fläche, die zur Darstellung der Landschaft zur Verfügung steht.
Die Angabe 1:50000 bedeutet, dass einem Zentimeter in der Karte 500m in
der Natur entsprechen. Da die Fläche quadratisch wächst, kann
man in einer Karte 1:25000 viermal so viele Details unterbringen wie in
einer 1:50000.
- Kartografische Qualität: Die qualitativen
Unterschiede
zwischen Karten sind so groß wie die Unterschiede im Maßstab.
Preisgekrönt und im praktischen Einsatz unübertroffen sind die Karten
des DAV (Österreich - 1:25000). Die zumeist aus Luftbildern
abgeleiteten
Karten sind gekennzeichnet durch hohe Lagegenauigkeit, expressive
Darstellung
markanter Punkte, Angaben vieler Höhenpunkte und große Dichte
der Höhenlinien. So stellt die im Verlag Rudolf Rother
erschienene
Wanderkarte (1:50000), die dem AV-Führer beiliegt, für das Längentaler
Joch die Höhenzahl z.B. nicht dar. Die Kompaß Wanderkarten
sind zwar recht gut, lassen aber kaum Orientierung an kleineren
Felsformationen
zu.
- Suchgitter: Karten ohne internationales
Suchgitter (Längen-
und Breitengrade, UTM-Ref oder Koordinaten der Landesvermessung) sollte
man meiden. In Notfällen kann man keine sinnvolle Positionsangabe
durchgeben.
Wer in die höheren Regionen der österreichischen Bergwelt wandert,
für den sind die Karten des DAV ein Muss. Eher für Kletterer
als für Wanderer gedacht sind die Alpenvereinsführer (Verlag
Rudolf Rother), die Wege und Hütten in epischer Breite beschreiben
und auch viele Kletterrouten mit Hilfe von Luftbildern ausweisen. |
Höhenmesser
Höhenmesser arbeiten nach dem physikalischen
Prinzip,
dass der Luftdruck mit zunehmender Höhe abnimmt. Leider ändert
sich der Luftdruck auch mit dem Wetter. Daher ist es unerlässlich,
die Skala des Höhenmessers an bekannten Höhenpunkten nachzustellen.
Zugleich vollzieht man damit eine Beobachtung des Wetters.
Denn:
- zeigt der Höhenmesser an einem bekannten Punkt einen zu
kleinen Wert
an, so ist der Luftdruck gestiegen,
- zeigt er einen zu hohen Wert an, so ist er gefallen.
Vorsicht,
Wetterumschwung!
Bei mechanischen Geräten mit Federdosen ist ein Nachlaufen der
Höhenanzeige
festzustellen. Hier muss man ca. 10 Minuten warten, bis die Höhe
abgelesen
werden kann. |
Alpines Notsignal
In Handies Zeiten hat die Verständigung mittels
alpinem
Notsignal sicher etwas an Bedeutung verloren, aber solche Geräte sind
- gerade bei Unfällen - leicht zerstörbar. So gehört die
alte Trillerpfeife ins Gepäck. Die sicht- oder hörbaren Zeichen
sind:
- Opfer: Ruft Hilfe herbei durch 6 mal
in
der Minute
und in regelmäßigen Abständen gegebenes Zeichen. Nach einer
angemessenen Pause (von einigen Minuten) wird das Signal wiederholt.
- Retter: Antwortet auf empfangenes Signal
durch 3
mal
in der Minute und in regelmäßigen Abständen gegebenes Zeichen.
Jeder Bergwanderer ist verpflichtet, bei Empfang eines Notsignals
unverzüglich
Hüttenwirte und Bergrettung zu informieren. |
Abschreckende Beispiele
- Nicht jeder zählt einen Bergtoten zu seinem Bekanntenkreis,
aber
manchmal
passiert es halt: So verunglückte ein guter Freund ehemaliger Nachbarn
bei dem Versuch, das Matterhorn
ganz allein und ohne Führer zu besteigen. Seine beiden
Kameraden
hatten die Besteigung wegen Unwohlsein am Tag zuvor abgesagt...
- Nach etwa 8 Stunden schwerer Wegstrecke durch zum
Teil tief
verschneite
Spuren des St. Pöltner Höhenweges begegnet mir eine
halbe Stunde vor der Hütte ein schlecht ausgerüsteter Holländer
mit zwei Kindern unter 14 Jahren. Er fragt mich, wie weit es noch bis
zum
Ausgangspunkt meiner Tagesreise sei. Erst als ich ihn anfahre, er würde
sich und seine Kinder umbringen, kehrt er um und nimmt den Normalweg
ins
Tal.
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