Der Kottenforst
Mehr als ein Staatsforst oder ein Waldgebiet
|
Der Kottenforst (und nicht Ko«r»tenforst,
wie mir in
Darmstadt ein Kollege nahe legte) ist ein großartiges stadtnahes
Waldgebiet. Vor der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl habe ich dort
im Herbst Pilze gesucht, bin morgens um fünf auf einer waffenlosen
Pirsch nur knapp einer Horde Wildschweinen entkommen und später an
zahllosen Tagen mit dem Fahrrad durch den Wald geprescht - auf
Radwegen, die den Namen auch verdienen - bei Wind und Wetter. Diese
Touren haben den Grundstein gelegt für die Kondition und den
Spaß, den
man benötigt, um in drei Tagen nach Paris oder in zwei Monaten von
Bonn
zum Nordkapp
und zurück zu radeln. Darüber hinaus habe ich diese Strecke
als Start-
und Zielgerade für Fahrten in die Eifel benutzt.
*
Der Kottenforst zieht aber nicht nur Wanderer, Inlineskater und
Radfahrer an, sondern auch so seltsame Gestalten wie einen von
Däniken, der, wie mir zu Ohren kam, tolldreist behauptet haben
soll, dass der Eiserne Mann von Außerirdischen zurück
gelassen worden
sei. Zwar besitzt die Eisensäule, die mitten auf der gleichnamigen
Wegekreuzung steht, eine etwas seltsame Oberfläche, doch erscheint
mir
diese nicht gerade außerirdisch. Eher sind es diejenigen, die
solche
Geschichten in die Welt setzen. Mit großer Wahrscheinlichkeit
diente
die auffällige Stehle als Vermessungspunkt. Im Rheintal unweit von
hier, und völlig unabhängig davon, wurde im 19. Jahrhundert
eine
legendäre Streckenvermessung durchgeführt, die die Grundlage
für ein
Basisvergrößerungsnetz bildete - der Ausgangspunkt für
das westdeutsche
Koordinatenkataster.
|
|