Ski fahren in Frankreich
Eine Einleitung und Übersicht
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Ich habe das bergfex-Forum Frankreich mit
initiiert und bin es ihm schuldig, an dieser Stelle darauf zu
verweisen. Im Gegensatz zu anderen Foren wird bergfex nicht nur
von den Administratoren beobachtet sondern auch von den
Verantwortlichen der Bergbahnen und den Tourismusverbänden. Was
bisher
fehlte, war ein Frankreichforum. Detaillierte
Angaben zu Frankreich sollten im Winter 2008/09 folgen. Ich lasse
mich überraschen, ob im Winter 2010/11 etwas daraus werden wird ...
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Im Gegensatz
zu anderen Skigebieten war Frankreich immer sehr abgeschottet und daher
von eher geringem allgemeinen und kommerziellen Interesse. Das lag zum
Teil an der Sprache,
die lange Zeit eine echte Barriere darstellte und zu einem Teil an der
großen Distanz, die man nicht mal so eben in einer Nachtfahrt
überwinden konnte. Und dann war da noch die einzigartige Bauweise
mit
den winzigen Appartements, die nicht selten an heruntergekommene
Vorstadtquartiere erinnern. Und für die, die ohnehin besser
trinken als
fahren können, war ein französisches Skigebiet seit jeher ein
rotes
Tuch, einerseits wegen des mageren Angebots, andereseits wegen der
Preise, die selbst schweizer Nobelorte vor Neid erblassen lässt:
«Wie
günstig sind doch die Hütten in Davos!»
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Französisch ist die Amtssprache und Englisch
heute die
Umgangssprache in französischen Skigebieten. Das Englisch klingt
zwar
grauenvoll, aber man kann es verstehen. Ich bin manchmal richtig
traurig, dass man mir nicht auf Französisch antwortet, wo ich mir
doch
Mühe gebe, die Landessprache zu sprechen. Unser Fazit: Man kommt
mit
Englisch bestens «durch».
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Ich will hier keine Vorstellung der einzelnen
französischen Skigebiete geben, die wir seit 1994 sporadisch
bereist
haben, sondern eher auf die Besonderheiten eines Skiurlaubs in
Frankreich eingehen, auch auf die Gefahr hin, dass sich damit einige
Angaben wiederholen, wenn man die einzelnen Berichte liest. Denn wie
sagt doch mein Schwiegervater so treffend: «Etwas Wahres kann man
gar
nicht oft genug wiederholen!». Wer die Einzelberichte lesen will,
von
denen vor allem die
aktuelleren mit zahlreichen digitalen Fotos versehen sind, der
kann «zur Skiseite»
wechseln
oder im Rahmen links, falls sichtbar, sofort an die vorbereitete
Position auf
eben dieser Skiseite springen.
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Französische Skigebiete
haben eine etwas nüchtern technokratische Aura. Alles ist
zweckmäßig
und, weil schon recht alt, gerade in einem großen
Modernisierungsprozess begriffen. Die uralten Anlagen weichen nach und
nach modernen Liften, auch wenn hier noch manch altes Schätzchen
seinen
Dienst versieht. Ein schönes Beispiel für den Wandel ist der
Blick vom Saulire
auf die Vizelle in den Trois Vallées. War der Suisse
1994 noch der einzige moderne Lift, so sind 2008 alle drei Anlagen, die
den Übergang von Courchevel nach Meribel erschließen, neu.
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Zudem trumpfen die Gebiete immer wieder mit Superlativen auf, die keine
andere Region der Alpen aufweisen kann: Die größte Gondel,
die meisten
Pistenkilometer oder die schnellste Abfahrt. Zwar erreicht
das Panorama nicht die Klasse von Zermatt, aber die Massive des Mont
Blanc oder der Grande Casse sind ebenfalls sehr eindrucksvoll. Hinzu
kommt, dass die Franzosen das ehrgeizige Kyoto-Protokoll sehr
großzügig
auslegen und nicht selten gleich den gesamten Bergkamm am Abend
beleuchten, wie man es in Val d'Isère, Val Thorens und Avoriaz sehen
kann. Auch
wenn das eher
nach einer Mars-Mission aussieht, besitzt es doch einen gewissen Charme.
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Wer nach Frankreich fährt und Österreich erwartet,
der wird bitter enttäuscht sein, wenn er dort eintrifft. Ist man
so
blöd gewesen, dies zu tun, also liegt man bereits in einem
für
hühnenhafte deutsche Verhältnisse zu kurzen Bett, dann kann
man sich
entweder bis zum Herzinfarkt grämen - oder alternativ den
nächsten
Morgen abwarten und versuchen, zu schlafen. Denn das, was einen
Skifahrer bei gutem Wetter am nächsten Morgen erwartet,
dürfte die
Vorstellungskraft der meisten Nordalpenbesucher bei Weitem
übertreffen.
Und das erfordert mehr als die Fähigkeit, an der Schneebar durch
ungebremsten Alkoholkonsum zu glänzen!
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Natürlich gibt es Après-Ski. Nicht umsonst ist
dieser Ausdruck
einer
der letzten, der die Banalisierung der deutschen Sprache durch das
Englische überdauert hat. Aber Après-Ski hat hier eine ganz
andere
Bedeutung. Man geht abends gut essen und vielleicht noch in eine Disco
oder einen Club. Saufgelage in Bierzelten sind hier unüblich.
Alkoholprobleme auf der Piste, wie sie vor allem gegen Abend in einigen
anderen Regionen der Alpen auftreten, gibt es hier nicht.
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Es gibt auch Ausnahmen von der Regel, dass französische Skigebiete
riesig und vom Baustil her hässlich sein müssen. Sowohl der
Ort Valloire,
besser
bekannt durch die Tour de France wegen seiner Lage am Aufstieg zum Col
du Galibier, 2645 m, als auch das im Nachbartal gelegene Val Meinier
haben sich ihren ursprünglichen Charakter bewahrt und die
Neubauten in
einem niedrigen Chaletstil gehalten. Zugegeben: Vor fast 25 Jahren
hatte ich Valloire schon einmal auf spektakuläre Art und
Weise besucht - und bevor ich Les Menuires kannte und Ski fuhr, fand
ich auch Valloire als Stadt in den Bergen nicht besonders schön.
Bausünden wie La Foux d'Allos gibt es hier, wenn man von dem
Parkhaus
in Valmeinier einmal absieht, aber nicht oder sie fallen nicht ins Auge!
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Ich hätte schwören können, dass man in den 3
Vallées nicht so viele
Pistenkilometer an einem Tag fahren kann, wie in Zermatt. Aber gemessen
an der Tatsache, dass man eine gute halbe Stunde am Tag
weniger zur
Verfügung hat, wenn man im Januar nach Frankreich fährt,
konnte ich
zeigen, dass man bei vergleichbar zügiger Fahrweise, also
ausgelegt auf Tagesgesamtdistanz, tatsächlich sehr weit
kommt. Die
Pisten sind lang genug und die Lifte hinreichend schnell. Und 62
Kilometer reichen fast an die 67 heran, die mein Sohn und ich im April
2002 in Zermatt gefahren waren. Dass ich dabei sogar 500
Höhenmeter
mehr fahre, ist bezeichnend für die
Beförderungskapazität der Lifte.
Später kommt ein Tag mit 72 Pistenkilometern im Verbund Paradiski
hinzu.
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Zum Gelingen eines solchen Vorhabens führt man
zweckmäßig zwei
Literflaschen Badoit an den Seiten des Rucksacks mit, in dem man
vorausschauend für die Mittagspause diverse Baguettes mit
Schinken und Käse verstaut hat. Die Verpflegung kauft man
natürlich vor
Ort, was auch nicht viel teuerer ist als ein Einkauf in einem Tante
Emma Laden in einem kleinen deutschen Dorf. Wer einen GPS-Empfänger
zur
Hand hat, der kann dieses Pensum ungestört dokumentieren. Da hier
fast
keiner deutsch spricht, braucht man unterwegs nichts erklären. Wer
selbst
GPS-Daten auswerten will, der kann sich auf unseren Seiten umsehen. Wir
stellen das grafische Auswerteprogramm GNavigia für Windows
XP/Vista unter der GNU General Public License kostenlos
zur
Verfügung. |
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Weite Anfahrten waren immer ein Kennzeichen der Skireisen nach
Frankreich. Von Bonn sind es 900 Kilometer bis Val
d'Isère,
850
bis la Plagne. Das nächstgelegene Skigebiet ist Les Portes du
Soleil,
mit etwa 650 km bis Morgins (Schweiz) ist es gut erreichbar. Für
Avoriaz muss man schon wieder um den Genfer See
herumkurven. Flaine
liegt auch nicht
allzu weit entfernt, aber weder der Ort noch das Gebiet sind nach
meinem Geschmack. Gut, es einmal gesehen zu haben. Genutzt die
Gelegenheit, Snowboard fahren zu lernen. Zu den sehr weit entfernten
Skigebieten zählen L'Alpe
d'Huez und Les
Deux
Alpes, die am Col du Lautaret liegen. Wenn man diesen Pass
überquert, kommt man nach Grand Chevalier, Sestrière
oder
auch Vars/Risoul. Aber das überlassen wir den ganz jungen
Leuten, die 1000 km fahren wollen!
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Sieht man von der Autobahngebühr in der Schweiz einmal ab, die man
an
der Grenze am Besten in Franken bezahlt, kann man die meisten der hier
vorgestellten Skigebiete in Frankreich mautfrei anfahren. Dazu
wählt
man die Route von Genf vorbei an der Pont de la Caille
nach Annecy und am Lac d'Annecy entlang nach Albertville.
Moutiers ist der Ort, der den Verkehr auf die Skigebiete verteilt.
Damit dieser in einer tiefen Schlucht gelegene Ort nicht völlig im
Verkehrschoas versinkt, gibt es weit vor dem Ort Ampelanlagen, die zur
Stoßzeit mitten auf freiem Feld den Verkehr stoppen. Oder, um es
mit Wilhelm
Busch zu sagen: «Eine Stunde Wartezeit ist dann keine
Seltenheit!» |
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