Söl­den

Ret­ten­bach- un­dTie­fen­bach­fer­ner

SöldenIch bin kein gro­ßer Freund der Glet­scher, aber im­mer dann, wenn das Wet­ter schlecht ist oder die Wet­ter­ver­hält­nis­se pre­kär, al­so warm und nie­der­schlags­arm, ist ein Glet­scher Gold wert. Das Ski­ge­biet von Söl­den wä­re oh­ne die Be­we­gungs­frei­heit, die das Pla­teau am Tie­fen­bach­fer­ner lie­fert und die ul­tralan­ge Ab­fahrt von fast 1900 Hö­hen­me­tern, die sich von der Bergs­sta­ti­on am Ret­ten­bach­fer­ner bie­tet, ei­nes von vie­len Ge­bie­ten oh­ne be­son­de­re At­tak­ti­on. Söl­den ist al­so gut be­ra­ten ge­we­sen, durch den Bau ei­ner Gon­del den Glet­scher in das Win­ters­ki­ge­biet ein­zu­be­zie­hen. Zwar ist das Ski­ge­biet auch oh­ne die­sen Teil Söldenso groß, dass man ei­nen gan­zen Tag braucht, um es ab­zu­fah­ren und si­cher tra­gen die Fer­ner nichts zum Schwie­ri­geits­grad bei, aber sie ver­mit­teln ein Ge­fühl von Wei­te.
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An­ders als in den groß­ar­ti­gen fran­zö­si­schen Ski­ge­bie­ten mit ih­rer ob­jek­tiv vor­han­de­nen Wei­te, hat man in Söl­den nie die Sor­ge, dass man 150 km mit dem Ta­xi zu­rück­fah­ren muss, wenn man ei­nen be­son­ders ex­po­nier­ten Lift ver­passt oder die­ser aus­fällt. Zwar liegt der Tie­fen­bach­fer­ner Söldenso, dass man ihn über ei­nen Ber­grücken an­fah­ren muss, aber ein für Au­tos be­fahr­ba­rer Tun­nel am Fuß der Ab­fahr­ten sorgt auch im Not­fall für ei­ne Ver­bin­dung. Im Bild rechts: Blick aus der «ge­wöhn­li­chen» Zu­we­gung, dem Ski­tun­nel un­ter­halb der Berg­sta­ti­on am Ret­ten­bach­fer­ner. Der Tun­nel ist so­wohl über ei­ne Gon­del als auch über ei­nen Schlepp­lift zu er­rei­chen, der auch bei schlech­tem Wet­ter in Be­trieb ist.
Sölden*
Ei­ne wei­te­re Zu­we­gung zum Glet­scher  ist über den Schlep­per am Sei­ter­jöchl ge­ge­ben, auf dem Bild oben am lin­ken Rand zu er­ken­nen, dem auf der an­de­ren Sei­te der Sei­ter­kar­lift ge­gen­über liegt. Die­ser 4er-Ses­sel be­fin­det sich in ei­ner Mul­de, die den Lift erst auf den letz­ten Me­tern in den Wind stellt. So ge­nie­ße ich an ei­nem sehr win­di­gen Tag, an dem die Gon­deln der Tie­fen­bach­bahn so schief an den Sei­len hän­gen, wie ich es noch in kei­nem Ski­ge­biet er­lebt ha­be, ei­ni­ge schö­ne Ab­fahr­ten an die­sem für Snow­board­fah­rer ge­müt­li­chen Lift: «Sie fah­ren für mich al­lein!», ru­fe ich ei­ner Per­son an der Auf­sicht zu. Und so ver­wun­dert es nicht, dass ich nach Schnee­fall hier noch un­be­rühr­ten Neuschnee vor­fin­de, in den ich mei­ne Spu­ren zie­hen kann. Mir kommt da­bei zu­gu­te, dass sich die meis­ten Gäs­te nicht mit dem «Mini-Tief­schnee» an­freun­den kön­nen und sich lie­ber auf den platt­ge­walz­ten blau­en Pis­ten 38 und 39 tum­meln, die, in vol­ler Brei­te prä­pa­riert, zu ei­ner ein­zi­gen Ab­fahrt ver­schmel­zen.