Kitzbühel / Kirchberg
Von Streif und Hahnenkamm
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Das Skigebiet von Kitzbühel liegt relativ niedrig, und
so verwundert es nicht, dass der Schnee an warmen Tagen sehr schnell
sulzig wird. «Haxenbrecherschnee», sagen die Einheimischen.
Ich habe Glück, dass ich nicht eine Woche später unterwegs
bin. Die Verhältnisse sind sehr gut und die Talabfahrten bestens
befahrbar, wozu man ja auch die Streif zählen muss. Diese
wohl
bekannteste Piste der österreichischen Alpen gilt als der
Inbegriff der Rennpiste schlechthin. Mit ihren schweren Richtungs- und
Gefällwechseln hat sie so manchen dramatischen Unfall provoziert.
Und so verwundert es nicht, dass die für einen reibungslosen
Winterurlaub Verantwortlichen die Piste nicht auf der Originaltrasse
herrichten.
Die «Familienstreif» ist das, was man gewöhnlich
fahren kann. Sie wird im Volksmund so bezeichnet, weil sie so auch auf
den Hinweistafeln ausgeschildert ist. Ich folge ihr
selbstverständlich auch, aber erst nachdem ich die Originalroute
gefahren bin, die folgerichtig als Skiroute ausgeschildert ist und
mächtige Buckel ausweist. Bin ich auf den ersten beiden der drei
buckeligen Abschnitte noch mit ein paar anderen verwegenen Skifahrern
unterwegs, so teile ich nach der «Hausbergkante» die Buckel
nur noch mit einheimischen Jugendlichen.
Deutsche Sieger hat es bei diesem Rennen selten gegeben, und so
bleiben Ludwig Leitner (1965) und Sepp Ferstl (1978,
zeitgleich mit
Josef Walcher, und 1979) vorerst unsere einzigen Helden dieser
spektakulären Abfahrt. Über 800 Höhenmeter und 3300 m
Länge, geprägt durch extreme Streckenabschnitte wie den
steilen Starthang, die unmittelbar folgende, berüchtigte
«Mausefalle» mit ihren Sprüngen von
über 50 m sowie der ständige Wechsel mit
Kompressionsstücken macht diese Piste, auf der im Zielhang
Spitzengeschwindigkeiten bis zu 140 km/h erreicht werden, zu einer der
ganz großen im alpinen Rennsport. So liest sich die Siegerliste
denn auch wie das «Who is Who» des Skisports. |
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