Ischgl und Après-Ski
Der gute Ruf
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Ischgl
hat den Ruf, besonders snobbisch zu sein. Ob das zutrifft, mag jeder
für
sich zu entscheiden. Ich würde es widerlegen, wenn ich
könnte.
Wer es sich leisten kann, hinter der Theke der Sonnenbar auf der Idalpe
p...swarmes Bier (0.33 zu € 3.10), in der Sonne gereift, auszuschenken
und die Euroscheine in Umzugskartons zu werfen, der demonstriert nicht
nur Großkotzigkeit, der scheint auch genug zu verdienen. Das gilt
sicherlich auch für manchen der Skifahrer; hier sind viele besser
gekleidet als sie fahren. So viele Anfänger (oder solche, die sich
so anstellen,) wie hier, habe ich in diesem
Winter, der mich immerhin in 9 Skigebiete führt, noch nicht
gesehen.
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Manch einer verbringt wohl auch gleich den ganzen Tag an der Bar.
Anders
ist kaum zu erklären, warum um 10 Uhr morgens die Sonnenterrassen
der Hütten bereits zur Hälfte gefüllt sind. Und gegen
halb
drei, wenn der Schnee schwerer wird, leeren sich auch an den
schönsten
Tagen die Pisten, als wäre der Skibetrieb eingestellt worden. Dass
hier der eine oder andere in einem zweiwöchigen Skiurlaub weniger
fährt, als wir an diesem Wochenende, erklärt vielleicht
einige
der gesehenen Fahrkünste.
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Ischgl
ist berühmt für Après-Ski. Und wie in allen
Après-Skigebieten
gibt es auch hier eine ganze Reihe von Personen, die die Skier
vermutlich
nie auf dem Schnee aufsetzen. Es ist ja auch zu verführerisch, dem
Feuerwasser, das es hier an jeder Ecke in allen Maßeinheiten und
Volumenprozent zu kaufen gibt, zuzusprechen. Eigentlich wollte ich ja
auch
einfach nur von Skihütte zu Skihütte fahren um zu schauen, ob
dort, wie berichtet wird, tatsächlich "die Weiber nackt auf den
Tischen
tanzen". Aber am Ende begnüge ich mich mit einem Abend im
Kuhstall,
der wegen seiner zentralen Lage und der grellen Musik besonders gefragt
ist. Da ich die Frau meines Lebens getroffen habe, betrachte ich diesen
Kontaktschuppen mit etwas Abstand. Und wenn man den Abend (und den
Blick
ins Glas) nicht zu sehr ausdehnt, kann man am nächsten Morgen auch
wieder um halb neun an der Gondel stehen...
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Der Après-Ski im Ort fordert seine Opfer: Abends um elf liegt
der
Schwabbelbauch einer völlig abgefüllten Schnappsleiche
über
der Kirchhofmauer. Da es nicht besonders kalt ist und auch nur sehr
leicht
regnet, lassen wir ihn liegen. |
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