Lauberhorn live

Eine Abfahrt mit Rasse


Lauberhornlift und Eiger«Lauberhorn live» werben die Lift- und Pistenpläne und meinen damit die Tatsache, dass man der Strecke nun aus dem Starthäuschen heraus über Russisprung und Hundschopf bis in den bei eisigen Verhältnissen sicherlich kriminellen Zielhang folgen kann. Wer in der Woche nach dem Lauberhornrennen, für das die Piste aktiv vereist wird, hier herunter Lauberhornabfahrtfährt, der findet definitiv andere Bedingungen vor als wir heute. Zubringer ist der Lauberhornlift, der mit Hilfe eines kurzen Seilschlepplifts von der Kleinen Scheidegg aus zu erreichen ist.
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Aber man hat noch mehr getan: Am Hanneggschuss hat man parallel zur eigentlichen Fahrstrecke eine Messstrecke präpariert, deren Wert maßgeblich von der Disziplin der Skifahrer abhängt. Wer hier einen Bogen fährt, Zeitmessung Lauberhornder ist nicht nur ein Feigling, er ist auch ein Kameradenschwein, denn die Glattheit der Piste ist wesentliche Voraussetzung für eine schnelle und sichere Fahrt. Schon das sachgemäße Schussfahren erzeugt in Höhe der Lichtschranke sehr kurze Querrillen, die das Snowboard fast zu zerreißen scheinen. Vielleicht ist der Eindruck auch nur subjektiv, denn selten fährt man mit dem Snowboard Tempo 77. Schnelle Skifahrer sehen wir hier mit Tempo 97, meine Tochter wird mit 82 km/h geblitzt, während die Profis auf der Piste fast 140 km/h schnell fahren. Auf den gewaltig breiten und völlig freien Pisten von Breuil-Cervinia werden wir die Daten später mittels GPS bestätigen können: 75 km/h mit dem Snowboard und 95 km/h mit Skiern.
Lauberhornabfahrt*
Ein weiteres Highlight ist die Slalompiste, die von der Bergstation des  4er-Sessellifts Innerwengen ausgeht und nach weniger steilen Abschnitten später in den freien Fall übergeht. Dass ich am Ende auf meine alten Tage diese äußerst steile Passage mit dem Brett im Schuss hinunter fahre, erstaunt mich selbst, wo ich doch im allerersten Moment die Luft anhalten musste. Slalomstrecke FIS InnerwengenAber da man auf der Abfahrt ohnehin kaum Halt findet, ist die klügste Lösung die mit großer Vorlage gefahrene Senkrechte am Berg.
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Diese Taktik hilft mir auch über das Trauma Lauberhorn Zielhang hinweg. Wer sich vornimmt, die Abfahrt non-stop zu bewältigen, hat ohnehin keine Gelegenheit, vor Lauberhornabfahrtdem Zielhang nach der besten Linie zu suchen. Wie unterschiedlich aber auch die Bedingungen sein können, erfahren wir ein Jahr später: Zwar sind die Schneeverhältnisse neben der Piste alles andere als optimal, sodass man auch mit dem Board die Pisten nicht verlässt. Aber gerade die steilen Abschnitte haben einen Griff, der es denen, die ein Jahr zuvor nicht dabei waren, kaum vermitteln kann, wie eisig und schwierig diese Pistenabschnitte sein können.
Lauberhornabfahrt*
Die Geschwindigkeitsmessstrecke am Hanneggschuss ist die beste ihrer Art, die wir kennen. Und natürlich stellt sie für alle, die gut fahren, eine Herausforderung dar. Dabei gehört gerade dieser Streckenabschnitt mit einer maximalen Neinung von nur 26° bei weitem nicht zu den steilsten dieser Piste, die am Hundschopf und am Zielschuss mit 41° bzw. 42° aufwarten kann.
Lauberhornabfahrt*
Dem Satz unseres Sohnes, der nach fünf Tagen Training schließlich die für ihn magische 90-Stundenkilometergrenze denkbar knapp knackt, kann man kaum widersprechen: «Die Lauberhornabfahrt besitzt mehr Schwierigkeitsgrade als manches Skigebiet». Leider ist diese großartige Piste zur Zeit des Lauberhornrennens (Mitte Januar) nicht befahrbar und nach Aussagen von schweizer Gästen in der Woche danach derart vereist, dass man schon erheblichen Mut braucht, sich die Steilpassagen hinabzustürzen. Im Februar 2007 gelingt mir mit einem sehr harten und gut präparierten Atomic Firestarter Snowboard, das ich nur für diesen Fall mitgeführt habe, im insgesamt dritten Versuch ein Ritt mit 78,91 km/h. Dabei ist die Piste in diesem schneearmen Winter kaum zu präparieren und wesentlich weniger eben als bei den ersten beiden Versuchen. In Zermatt werde ich kaum zwei Monate später dann Tempo 100 erreichen, mittels GPS gemessen, allerdings auf viel längeren Streckenabschnitten.

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