Flaine

Grand Massif


Ende März 1995:  Um Flaine zu erreichen, überqueren wir südlich von Grenoble eine Art Passhöhe auf etwa 1800 m. Dann geht es wieder fast 300 m hinab auf die Höhe des Ortes. Die Fahrzeuge werden am Ortsrand kostenlos abgestellt. Der Ort liegt in einem Talkessel, dessen Flanken von 2500 m hohen Bergen gebildet werden. Und so überwindet die höchste Gondel, die Téléphérique, mehr als 900 Höhenmeter.
*
Der Baustil von Flaine ist der Betonismus der ausgehenden 60er Jahre. Es gibt praktisch nichts gewachsenes, außer der Tatsache, dass einige der Dienstleister aus den umliegenden Orten stammen. Aber auch das ist nicht sicher. Es praktisch unmöglich, hier irgendetwas gemütlich zu finden. Trotzdem sind wir froh, das einmal gesehen zu haben, weil diese Form von Künstlichkeit keinem anderen Skiort gleicht. 
*
Anfahrt:  Wir erreichen Flaine via Col de Forclaz, weil wir diesem Urlaub eine Woche in Zermatt vorangestellt haben. Bei prächtigem Wetter fahren wir durch das Wallis, passieren Chamonix und nehmen Kurs auf das Grand Massif. Hier trifft uns eine Art Urform des Skiort-Kulturschocks!
*
Links: Ein Bild, das den Ort Flaine zeigt - und einen neuen Anhänger (und damit Anfänger) des Snowboardfahrens. Denn an einem Tag, an dem alle Lifte der Station wegen schwerer Stürme geschlossen sind oder im Laufe des Tages geschlossen werden, nehme ich mir ein Herz und miete mir ein futuristisch anmutendes Snowboard. Allein der Lift zwischen zwei Ebenen der Station hat noch offen, eine kleine Stehgondel. 4½ Stunden lang fahre ich immer wieder die selbe S-Kurve mit einem Höhenunterschied von vielleicht 30 m. Der junge Mann am Lift muss mich für verrückt halten, aber das zählt jetzt nicht!
*
Wir haben in Flaine zwischen Appartement und Hotel wählen können - und zu drei Paaren wählen wir das Hotel. Zwar kann man das selbige nicht mit einem Hotel der besseren Kategorie vergleichen, dagegen ist das Troschana in Flirsch ein 4-Sterne Hotel. Aber die sehr junge Belegschaft, die in diesem Metier allenfalls zu jobben scheint, gibt sich doch zumindest alle Mühe, die Gäste bei Laune zu halten. Als wir das am Ende mit Ffr 150.- Trinkgeld honorieren, sind sie sogar ganz aus dem Häuschen - und spendieren uns eine weitere Flasche Wein...

Count