Der ers­te Tag

Sport­welt Amadé im Ja­nu­ar 1994

Ich er­in­ne­re mich noch dar­an, als sei es heu­te, da ich mei­nem ers­ten Ski­ur­laub ent­ge­gen­fuhr. Der Schau­platz die Ski­welt Ama­dé im Salz­bur­ger Land. Dass auf deut­scher Sei­te der Al­pen kein Schnee lag, gab mir die Hoff­nung, dass der Schnee auch dort be­reits ab­ge­taut sei. Aber hin­ter je­dem Tun­nel, durch den wir dem Ski­ge­biet nä­her ka­men, lag der Schnee hö­her und hö­her und hö­her und ...
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... so blieb mir am En­de kei­ne an­de­re Wahl, als es dann doch aus­zu­pro­bie­ren. Und ich hat­te ei­nen gu­ten Leh­rer, Hans W. Mayer, bei dem ich mich an die­ser Stel­le (und mit die­sen Sei­ten) noch ein­mal be­dan­ken möch­te, vor al­lem da­für, dass er es sich auf die Fah­ne ge­schrie­ben hat­te, mir das Ski fah­ren bei­zu­brin­gen: "Tho­mas, in zwei Ta­gen fährst Du Ski!"
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Was ha­be ich Hans ver­flucht, als ich am ers­ten Nach­mit­tag auf der Rück­fahrt nach Flach­au im Kunst­schnee die Kur­ven dre­hen soll­te: "Wir rut­schen um die Kur­ve, wir ge­wöh­nen uns den Schnee­pflug erst gar nicht an!". Am Mor­gen des zwei­ten Ta­ges mach­te ich ei­nen Pflug ge­ra­de um­ge­kehrt, wo­bei ich aus vol­ler Fahrt mit der Brust auf die stein­har­te Pis­te auf­schlug. Ein ¾-Jahr lang wür­de ich Zau­chen­see bei je­dem At­men­zug spü­ren. Aber als ich am drit­ten Tag die ers­ten ro­ten Pis­ten im tie­fen Sulz­schnee fah­ren konn­te, war es mir mög­lich, die aku­ten Schmer­zen für ei­nen Au­gen­blick zu ver­ges­sen - und heu­te scheint es mir, als hät­te ich das al­les nie an­ders ge­wollt.
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Heu­te fah­re ich Ski und Snow­board - und manch­mal ge­be ich mir auf brei­ten, frei­en Pis­ten den Rhyth­mus vor, in­dem ich das Lied von den Ca­pri Fi­schern an­stim­me, sehr zur Be­lus­ti­gung der Ski- und Snow­board­fah­rer in Hör­wei­te.
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Oft, wenn ich nach Pis­ten wie le Tun­nel, Tan­negg, den Schind­ler­schar­ten, Gen­tia­nes-Tor­tin, Mont Gélé, Mont Fort, Trift­ji oder der Stock­hor­n­ab­fahrt lan­ge vor den Ski­fah­rern un­ten ste­he, das Snow­board ab­ge­schnallt, dann den­ke ich an je­nen ers­ten Tag zu­rück, an dem all das an­ge­fan­gen hat.