Pé­rigord und Li­mou­sin

Ei­ne Kost­bar­keit mit­ten im Wald: Las­caux

Von Bor­deaux fah­ren wir nach Os­ten,  pas­sie­ren Li­bour­ne und Pé­ri­geux, und bie­gen bei The­non von der N 89 nach Mon­ti­gnac ab. Der Ort ist aus­ge­spro­chen hübsch, was man ja nun nicht von al­len fran­zö­si­schen Ort­schaf­ten be­haup­ten kann. Was ihn aber wirk­lich be­rühmt (oder zu­min­dest viel be­sucht) macht, ist die Grot­te de Las­caux, die et­wa zwei Ki­lo­me­ter  Montignacvom Ort ent­fernt in den Hü­geln liegt. Zu­sam­men mit der Höh­le von Al­ta­mi­ra gilt sie als das wich­tigs­te Zeug­nis ei­ner vor­ge­schicht­li­chen Kul­tur. Die we­sent­li­chen Zeich­nun­gen fül­len ein Drit­tel der Ori­gi­nal­höh­le und sind et­wa 20000 Jah­re alt. Da man in der Höh­le nicht fo­to­gra­fie­ren darf und der Ein­gang kei­ne Mo­ti­ve her­gibt, fin­den sich hier auch kei­ne Bil­der.
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Die Nach­bil­dung der Ori­gi­nal­höh­le, Las­caux II, ist mit pho­to­gram­me­tri­schen Metho­den er­rich­tet wor­den. Die in den 40er Jah­ren ent­deck­te Höh­le konn­te nur bis 1963 be­sich­tigt wer­den, dann be­gann die Feuch­tig­keit durch die Be­su­cher­strö­me die Far­ben zu rui­nie­ren. Zwan­zig Jah­re spä­ter wur­de das Du­pli­kat er­öff­net, das den in­te­res­san­tes­ten Teil der Höh­le wie­der­gibt. Lei­der ist die Füh­rung zu­tiefst in fran­zö­si­scher Spra­che, was bei so schwie­ri­gen The­men nicht ge­ra­de ein­fach ist. Was wir über die Höh­le er­fah­ren ha­ben, ist den Rei­se­füh­rern ent­nom­men!
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Auf dem Weg zu­rück in den Ort kau­fen wir die be­rühm­te Gän­se­le­ber­pas­te­te. Das Pé­rigord ist be­kannt für sei­ne Kü­che! Wir pas­sie­ren Brive-la-Gail­lard, Tul­le, Tr­ei­gnac und Ey­mou­tiers. In Pey­rat-le-Château stei­gen wir schließ­lich in ei­nem Mo­tel ab, das von sehr gu­ter Qua­li­tät ist, neu und ge­schmack­voll ein­ge­rich­tet. Das Abend­es­sen er­weist sich als aus­ge­zeich­net - vor al­lem kann man hier wie­der ein Steak zu­be­rei­ten. Die Da­me des Hau­ses er­zählt uns vol­ler Stolz, dass Mi­guel In­du­rain bei der dies­jäh­ri­gen Tour de Fran­ce (1995) in ih­rem Ho­tel ge­wohnt hat, um sich men­tal auf das Ein­zel­zeit­fah­ren um den Lac de Vas­si­viè­re vor­zu­be­rei­ten. Für die Fran­zo­sen hat die­se Tour, die im Lau­fe der Jah­re auch vie­le klei­ne, ab­ge­le­ge­ne Or­te be­rührt, ei­nen ganz be­son­de­ren Stel­len­wert.