Pa­ris

Fina­le der Tour de Fran­ce 2005

Jahr für Jahr tref­fen sich die bes­ten Rad­fah­rer der Er­de zu ei­nem Rad­ren­nen, das al­le an­de­ren Rund­fahr­ten in den Schat­ten stellt, die Tour de Fran­ce. Es sind die Sie­ger des Gi­ro d'Ita­lia, der Tour de Suis­se oder auch nam­haf­ter Früh­jahr­sklas­si­ker, die hier den Was­ser­trä­ger für ei­nen Ka­pi­tän ma­chen, der al­le an­de­ren Am­bi­tio­nen dem Ziel un­ter­ord­net, die Tour zu ge­win­nen.

Tour de France Schwe­re Stür­ze, un­be­re­chen­ba­res Wet­ter und ei­ne Stre­cken­füh­rung, die eher dem Au­to denn dem Fahr­rad dien­lich ist, kenn­zeich­nen die­ses har­te Stra­ßen­ren­nen, das ei­nen treu­en Fan­kreis sein ei­gen nennt. Do­pings­kan­da­le und Dau­er­sie­ger kön­nen die Fas­zi­na­ti­on nicht min­dern und auch die Tat­sa­che, dass die Pro­tago­nis­ten der Tour de Fran­ce nur we­ni­ge Se­kun­den an der Stel­le vor­bei don­nern, an der man steht, schmä­lert in kei­ner Wei­se die Zahl der Zuschau­er. Auf den Volks­fest­cha­rak­ter der Ver­an­stal­tung kom­men wir noch zu­rück.

Tour de France Nach­dem ich im Lau­fe von 20 Jah­ren prak­tisch al­le be­kann­ten Päs­se der Tour selbst ein­mal ge­fah­ren bin, wenn auch lang­sam und mit Ge­päck, kann ich mir ein Bild da­von ma­chen, was die Jungs auf den Rä­dern leis­ten, wenn es über die Ber­ge geht, wie auch von dem Miss­ge­schick des Dä­nen Ras­mus­sen, der sich in den Ber­gen vor Ull­rich plat­zie­ren konn­te, und der beim Ein­zel­zeit­fah­ren bei Saint Eti­enne vom drit­ten auf den sieb­ten Platz ab­stürz­te.

Tour de France Ähn­lich spek­ta­ku­lär wie der Sieg vom Grec Le­mond über den in Frank­reich nicht über­mä­ßig be­lieb­ten Lands­mann Lau­rent Fi­gnon 198? prä­sen­tiert sich in die­sem Jahr der Streich von Alex­an­der Vi­n­okuo­rov, der zu Be­ginn des Fina­les mit zwei Se­kun­den Rück­stand auf Le­vi Lei­phei­mer vom Te­am Ge­rol­stei­ner auf Platz 6 liegt und der bei ei­nem Zwi­schen­sprint 4 Se­kun­den Zeit­gut­schrift er­gat­tert. Aber auch Lei­phei­mer hat auf­ge­passt - und holt sich zwei Se­kun­den bei die­sem Sprint, was ihm nach Zehn­tel­se­kun­den aus­reicht, den fünf­ten Platz zu be­haup­ten. So bleibt Vi­n­okuo­rov nur noch die Zeit­gut­schrift der ers­ten drei Plät­ze die­ser letz­ten Etap­pe, ei­ne Chan­ce, die er ein­drucks­voll wahr­nimmt. Das Fo­to zeigt ihn als Aus­rei­ßer zu­sam­men mit ?. We­nig spä­ter ge­winnt er in Pa­ris und be­schert dem Te­am Te­le­kom Bonn da­mit den drit­ten Etap­pen­sieg die­ser Tour de Fran­ce.