Reisen in Frankreich
Eine Art Übersicht über alle Reisen in
Frankreich
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Im Urlaub treffen wir in St.Jean-de-Luz
auf ein nettes Pärchen, mit dem wir uns beim Abendessen auf Französisch
unterhalten. Sie haben viele Urlaube im Ausland verbracht und sind
erstaunt,
dass wir so viel von ihrem Heimatland kennen. Auf die Frage, was wir
schon
alles gesehen haben, trage ich etwa folgendes zusammen: |
Alles begann mit dem Französischunterricht und einer
Brieffreundin
in Compiègne. Mit 18 habe ich meine erste Reise nach Paris
gemacht, incl. aller Sehenswürdigkeiten. Danach bin ich drei Mal mit
dem Fahrrad von Bonn nach Paris gefahren, wobei ich u.a. die Stahlhelme
auf den Kilometersteinen der route nationale N5,
Voie
Sacrée, bestaunen konnte. Ich habe den Wald von Fontainebleau
durchstreift und war Gast auf einem Hausboot auf der Seine.
In Burgund (Beaune/Côte d'Or) war ich mit meinem Freund Georg
eine Woche zur Weinlese, habe mit ihm im Winter in den Schluchten
des Tarn und im Frühjahr bei schlechtem Wetter und eiskaltem Wind
auf den Höhen des Lubéron gezeltet. Wir sind von Lyon bis ans
Mittelmeer getrampt, in Polizeikontrollen geraten und von der Autobahn
verjagt worden. Wir haben das Viadukt
von Montpellier und die sterile Altstadt von Monaco
gesehen und auf dem Kiesstrand von Nizza gehockt.
Es folgten Kurzstrecken im Rahmen längerer Radtouren, so die Elsässer
Weinstraße, der Col du Bonhomme und die Strecke Strasbourg-Basel
durch das Rheintal.
*
Jahre später habe ich zwei wunderbare Radtouren
durch die französischen Alpen gemacht, die erste davon zusammen mit
meiner früheren Frau. Galibier,
Izoard
und Col
de la Bonette sind Namen auf diesem Weg. Mit meinem Freund Jörg
habe ich das Canyon des Verdon an einem Tag mit dem Rad umrundet,
den schaurigen Tunnel des Parpaillon
durchzittert, die Hütte Glacier Blanc an der Barre
des Ecrins mit Fahrradtaschen erobert und dabei abends am eiskalten
Zelt Gouloise ohne Filter geraucht.
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Zusammen mit meiner Frau bin ich von Calais über den
Kanal
nach England gefahren. Wir haben die Bretagne
bereist, Hinkelsteine,
Camaret
und den roten Granit
von Perros-Guirec
gesehen. Wir haben Verdun und die Champagne erlebt und an einer Führung
durch die Keller von Moët et Chandon teilgenommen. Wir haben Paris
besucht und über 6 Stunden lang dem Louvre unsere Referenz
erwiesen, sind durch den Spiegelsaal von Versailles gedappt,
haben
die wichtigsten Kirchen besucht und sind in futuristischen
Vorstadtzügen
zurück nach Maisse gefahren.
*
Wir sind der französischen
Weinstraße gefolgt, haben Beaune,
le Puy und Chambord
an der Loire besucht und kleine aber exzellente Restaurants entdeckt,
wie
das Renouée
im oberen Loiretal. In Bidart haben wir am Tisch der Brüder Ibarboure
fürstlich gespeist, in Arcachon
«chez Yvette» Austern und Krebse gegessen und auf der Ile
d'Oléron über Kiefernnadeln gebackene Muscheln mit billigem
Wein aus dem Plastikkanister verdrückt. Wir haben nackt am Südweststrand
der Insel gelegen, dem schönsten Strand Frankreichs, haben die Düne
von Pilat bestiegen, einen «fliegenden Hirschen» steigen
lassen, eine Fischauktion
in Royan beobachtet und eine Sturmflut bei Carcan-Plage
überstanden.
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Wir haben Bordeaux
und Lascaux
besucht, die Wälder des Périgord und die Cevennen
auf Nebenstraßen durchquert, haben bei Peyrat-le-Château Spuren
der Tour de France gefunden, den Gard
auf der gleichnamigen Brücke überschritten, die Camarque bereist,
auf den Ockerfelsen von Roussillon
gestanden, Gordes
und les Beaux besichtigt, das Grand
Canyon du Verdon im Süden umfahren und auf der Pont de l'Artuby
Bungee-Springern zugesehen, wie sie 150 m in die Tiefe
stürzen.
Wir haben die Schluchten des Verdon vom Couloir Samson bis zur
Hütte la
Maline durchwandert und weder den 600 m langen und stockfinsteren
Tunnel
noch die steilen Eisentreppen (Brèche
Imbert) gefürchtet. Wir haben den Cirque
de Navacelles und die Clue
des Barles erlebt, am Lac du Salagou gezeltet und die Gorges
du Tarn mit dem Rad durchfahren, wobei wir uns auf dem Rückweg
über die Höhen der Causse Méjean die einzigartigen
Tropfsteine von Aven Armand ansehen konnten.
*
Ungeübt aber auch unbeirrbar haben wir eine Fahrt mit dem Kanu auf
der Ardèche
gemacht, die Stadtmauern von Aigues-Mortes
und Carcassonne
eingenommen, die Haut
Koenigsbourg erobert, die Pyrenäen
durchquert, Biarritz
besichtigt und zur Entspannung den Strand des Atlantiks bis zur spanischen
Grenze ausgekostet. Im Laufe dieser Fahrt habe ich mich auf meine
Radtourtradition
besonnen und die Pässe Peyresourde, Aspin und den Tourmalet
gefahren.
*
Wir haben nachts mit den Rädern abenteuerliche Fahrten über Land
unternommen, den Tank des VW-Busses völlig leer gefahren, Stunden
im Schlaraffenland der gigantomanischen Carrefour-Märkte
verbracht
- und Weine aller Regionen gekauft und getrunken. Dazu passen
vorzüglich
Kartoffelchips alter (ancienne) Machart.
*
Das alles wäre nicht komplett ohne den Winter: Mit dem Ski-Club
Bingen haben wir mehrere Winterurlaube in den großen Skiorten
der französischen Alpen verbracht. Meine Frau ist die Chavanette von Avoriaz
gefahren, wir haben auf dem Pic Blanc (Alpe
d'Huez) gestanden, den Eispavillon im Gletscher von les
Deux-Alpes besucht, Snowboard fahren in Flaine
gelernt, in einem Atemzug die Silène, la Sache und die Face Olympique
de Bellevarde von Val
d'Isère gefahren und das mit Abstand größte zusammenhängende
Skigebiet der Alpen, die endlosen Täler der Trois
Vallées, bei denkbar bestem Wetter erlebt.
Da ich mein Französisch bemühen muss,
neigt sich der Abend bald seinem Ende zu...
Erst vier Jahre später werden wir
wieder nach Süden fahren, diesmal nach Saint Tropez, an
den
Strand von Pampelonne und nach
la Croix-Valmer/Bouillabaise. Wir beenden diese Reise in der Provence,
wo wir wieder die Fahrräder auspacken und mich mein Sohn auf den 1700
Höhenmetern Aufstieg zum Mont Ventoux
begleitet. Und wieder ein Jahr danach, im Oktober 2005, überqueren wir
auf der Autoroute La Méridienne das Viaduc de Millau,
die höchste Autobrücke der Welt und vielleicht auch die schönste.
*
Wir haben mitgezittert, als die französische Fußball-Nationalmannschaft
Welt- und später Europameister wurde, haben Trezeguet und Zidane
bewundert,
letzteren wohl auch, weil er so alt aussah und so rotzfrech spielte;
seine Tore so spektakulär wie sein Abschied mit Kopfstoß -
Vizeweltmeister im deutschen «Sommermärchen», live erlebt in einer
Kneipe
in le
Tréport nach einer Radtour von Bonn über Düsseldorf an die
Atlantikküste.
*
Wenige Monate später, im Winter 2007, unternehmen wir dann noch eine
selbst organisierte Reise in das Doppelskigebiet Paradiski ( Les Arcs/ la Plagne),
wo wir unser Quartier in unmittelbarer Nähe des Vanoise
Express aufschlagen und zum ersten Mal in einem französischen
Gebiet die Pisten mittels GPS
vermessen.
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