Tal total
Die zweite Hälfte der Rundfahrt: Von Bingen nach Koblenz
|
Wir erreichen Rüdesheim nach
drei Stunden und verlassen die Fähre in Bingen gegen 12 Uhr. Eine
imposante Schlange von Radfahrern wartet auf den Kahn, der in Richtung
Rüdesheim deutlich stärker frequentiert ist. Wir
machen aus familiären Gründen einen
Abstecher auf die Höhen über Bingen, der uns zwar insgesamt nur 10
zusätzliche Kilometer beschert aber über 200 Höhenmeter. Kaum zwei
Stunden später sind wir wieder zurück im Tal und hecheln nach Norden.
 *
Ein Satz für die Fotografen unter den Radfahrern. Wenn man auf der
Rheinstrecke fotografieren möchte, empfiehlt es sich, die Sonne im Auge
zu behalten. Da der Rhein zwischen Bingen und Koblenz, von einigen
spektakulären Schleifen abgesehen, in Süd-Nord-Richtung fließt, fährt
man bei gutem Wetter am Vormittag auf dem rechten (Ost-)Ufer und am
Nachmittag auf dem linken. Aber trotz dieser Maßnahme gibt es Tage, an
denen der Himmel einfach nicht blau werden will ...
 *
Hatte ich mich bei der Radtour mit den Kindern noch über die Abschnitte
auf dem linken Ufer nahe der Lorelei beklagt, die man auf der Straße
fahren muss, so treffen wir in diesem Jahr auf eine Baustelle, die den
Radweg schließen soll. Damit wäre eine der engsten und unangenehmsten
Passagen auf dem linken Rheinufer Geschichte. Auf dieser Tour stört die
Baustelle zwar den regen Radverkehr, aber die Aussicht auf einen
durchgehenden Radweg versöhnt!
 *
Wir haben die Lorelei zum zweiten Mal passiert und sind wieder in Sankt
Goar. Hätten wir nicht den Abstecher nach Weiler gemacht, so wären wir
sicherlich in Bacharach zur Burg Stahleck hinaufgefahren, 16% Steigung,
wenn ich mich recht erinnere, um vom Burghof aus Bilder zu machen. Denn
diese Burg, die heute eine Jugendherberge ist, nimmt eine traumhafte
Lage in einem Rheinknie ein. Und so kann man in einem Winkel von etwa
90° zwei Stromrichtungen überblicken, was vor allem am Abend sehr
romantisch ist.
 *
Ich hatte den Abstecher bei Bingen geplant, um nicht bereits gegen 16
Uhr in Koblenz zurück zu sein. Aber Sebastian jagt weiterhin mit Tempo
30 in Richtung in Richtung Norden. Eine Apfelschörle in St. Goar, ein
Bild von der nun voll belegten Fähre «Stadt Boppard» und der Kauf einer
Flasche Wasser in Rhens ist alles, was wir an Pausen akzeptieren, sowie
die Zeit, die ich brauche, um das Bild von der Marksburg zu
machen, die sich malerisch über dem Kirchturm von Niederspay
erhebt. Gegen 16:30 Uhr stoppen wir die Tageskilometerzähler am VW-Bus
in Koblenz.
|
|