Col d'Izoard
Ein kalter Wind auf 2360 m Höhe
|
«... Wir werden in sternenklaren Nächten vor dem Zelt sitzen,
über Frauen und über die Welt reden und danach halb erfroren
in die Schlafsäcke kriechen. Der letzte Kaffee kurz vor Mitternacht
wird uns in einen todähnlichen Schlaf fallen lassen. Und am Morgen
danach wird meine Zunge vom Tabak brennen und meine Stimme nach Rauch
klingen.»
*
Aber das allein beschreibt die Tour auch nicht vollständig, so wie
man kaum beschreiben kann, was man hautnah und wirklich erlebt:
Am
ersten Tag stellen wir den Wagen auf dem Campingplatz an der D 38
zwischen Eygliers und St. Clément ab, wo wir später
auch übernachten werden. Wir packen die Räder und
fahren über den Mont Dauphin nach la Font d'Eygliers und von
dort durch die Schluchten des Guil nach Guillestre, wo wir die Auffahrt
zum Col d'Izoard wählen. Da
es wegen unserer Anreise bereits etwas später ist, erreichen wir an
diesem Abend die Passhöhe nicht mehr, sondern wir zelten auf einem
«Camping a la ferme» in Arvieux. Bis Mitternacht vernichten
wir Tabak und Wein - erst die Kälte dieser glasklaren Spätsommernacht
treibt uns in die Schlafsäcke.
*
Am nächsten Morgen verlassen wir in aller Frühe unser Quartier
auf 1600 m Höhe. Leider macht das Wetter wieder einen
kleinen Schlenker, so dass wir bei kaltem Wind gerade noch ein Foto auf
dem Pass zu stande bringen. Wir
fahren bis zum Réfuge Napoléon und essen eine Suppe.
Danach rücken wir vor das Kaminfeuer, das hinter einer Glasscheibe
eine wohlige Wärme verbreitet. Jörg liest - und ich schreibe
einen denkwürdigen Brief. Erst am späten Nachmittag fahren wir
auf nasser Straße in Richtung Briançon, wo wir in dem kleinen
Ort Villar-St. Pancrace in einer Art Gîte
d'Etappe absteigen, was etwa einer privaten JH entsprechen würde. |
|