Rei­se­be­rich­te Kurz­über­sicht

Sie tref­fen hier auf ei­ne Ho­me­pa­ge von 1400 Bild­schirm­sei­ten, op­ti­miert für 1200er Auf­lö­sung. Durch die stren­ge Glie­de­rung in Ein­zel­sei­ten ist es fast un­mög­lich, dass Such­ma­schi­nen er­ken­nen kön­nen, wel­che Be­grif­fe zu­sam­men ge­hö­ren. Neh­men wir an, Sie wol­len ei­nen Zu­sam­men­hang zwi­schen ei­ner Berg­tour und ei­ner Rad­tour her­stel­len, dann ha­ben wir für Sie viel­leicht ge­nau den rich­ti­gen Text. Aber ver­streut über vie­le Sei­ten ka­pi­tu­lie­ren die Such­ma­schi­nen. Das gilt um­so mehr, je kür­zer die Sei­ten sind. Und ge­nau dar­auf wol­len wir der Über­sicht­lich­keit hal­ber nicht ver­zich­ten. Wa­rum soll­ten Sie rie­si­ge Sei­ten la­den, wenn Sie schon nach zwei Zei­len wis­sen, dass Sie das, was wir schrei­ben, nicht le­sen wol­len?

Die­se Sei­te dient zu­gleich dem Ver­lin­ken der Ge­schich­ten. Wir wer­den auf die­ser Sei­te die Ge­le­gen­heit nut­zen, die für Such­ma­schi­nen re­le­van­ten Stich­wör­ter zu­sam­men zu tra­gen, da­mit die­je­ni­gen, die be­stimm­te Wort­kom­bi­na­tio­nen auf den un­zäh­li­gen Ein­zel­sei­ten nicht fin­den, von hier aus auf die­se Sei­ten wei­ter­ge­lei­tet wer­den. Da­her wer­den wir hier auch Schreib­wei­sen be­nut­zen, die aus der Zeit der al­ten Recht­schrei­bung stam­men, die­ser an­ti­quier­ten Zeit, der die Le­ser der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung heu­te noch nach­trau­ern; de­ren Ab­fra­ge­küns­ten wa­ren die Such­ma­schi­nen frü­her nicht ge­wach­sen. Man muss halt nur al­les so lan­ge falsch ma­chen, bis an­de­re glau­ben, sie wür­den falsch lie­gen. Heu­te gilt das so nicht mehr, da­her schrei­be ich ak­tu­el­le Tex­te wie­der nah an der neu­en Recht­schrei­bung.

Aber mehr als das: Aus den als Ge­schich­te zu­sam­men­ge­fass­ten Stich­wort­sei­ten kön­nen Sie be­reits ei­ni­ge High­lights ent­neh­men, so wie wir sie emp­fun­den ha­ben. Und manch­mal kann man in Kom­men­ta­re auch mehr Herz le­gen, als in die auf Be­schrei­bung aus­ge­leg­ten Rei­se­be­rich­te ...

Ski- und Snow­board­fah­ren

Ich ha­be das Ski­fah­ren ge­wiss nicht er­fun­den, aber ich ha­be mich auch nicht da­vor ge­drückt. Heu­te ha­be ich die 15 Jah­re Vor­sprung mei­ner Frau auf­ge­holt, ma­che den Ski-Ser­vice selbst, pfle­ge und re­pa­rie­re den Be­lag, schlei­fe die Kan­ten «so scharf wie Pa­me­la An­der­son» und wach­se die Skier auf «Ankle­ben», da­mit wir auch auf stei­len Pis­ten Schuss fah­ren kön­nen. Der Satz mei­nes Sport­leh­rers, aus­ge­spro­chen bei ei­nem Tref­fen im Rah­men ei­nes Ju­bi­lä­ums: «Dass Du Snow­board fährst, glau­be ich erst, wenn ich ein Vi­deo se­he!», hallt zwar noch nach, hat aber wei­te­re 15 Jah­re spä­ter kom­plett an Dra­ma­tik ver­lo­ren. Mit der Tech­nik von heu­te könn­te ich der Auf­for­de­rung nach­kom­men, aber ich ste­he nun mal am liebs­ten hin­ter der Ka­me­ra und nicht da­vor.

Ein we­sent­li­cher Aspekt un­se­rer Rei­sen ist die Ver­mes­sung von Ski­ge­bie­ten. Wir ge­hen der Fra­ge nach, wie stark die An­ga­ben der Be­trei­ber zu Pis­ten­län­gen und Ge­samt­ki­lo­me­ter­zahl von der Rea­li­tät ab­wei­chen. Wir nut­zen da­zu GNavigia/Gina, selbst ge­schrie­ben und als Down­load ver­füg­bar, da­mit wir die­se Fra­gen auch zwei­fels­frei und be­leg­bar be­ant­wor­ten kön­nen. Als GPS-Emp­fän­ger die­nen uns zur­zeit zwei Ho­lux GPSport 245, die als rei­ne Auf­zei­chen­ge­rä­te ein ein­zig­ar­ti­ges Preis/Ge­nau­ig­keits-Ver­hält­nis ha­ben, so­wie hin und wie­der auch ein­mal ein Gar­min. Zur Geo­re­fe­ren­zie­rung von Bil­dern ma­chen wir ein Fo­to von der Se­kun­den­an­zei­ge des GPS-Emp­fän­gers.

Ich ha­be die Schier be­reits nach der sechs­ten Ski­wo­che in die Ecke ge­stellt, nicht aus Frust son­dern aus Freu­de am Fah­ren. Denn das Snow­board ver­mit­telt ei­nen un­glaub­lich en­gen Kon­takt zur Pis­te, kommt de­nen ent­ge­gen, die ger­ne «mit dem Schnee tan­zen» und nicht so ger­ne ra­sen; das über­las­sen wir Ma­rio Matt, in des­sen Haus in Flirsch am Arl­berg wir schon zu Gast wa­ren, und sei­nen Zeit­ge­nos­sen. Und so bin ich in mehr als 20 Win­tern zu ei­nem al­tern­den Snow­board­fah­rer ge­wor­den, nicht so elo­quent wie manch an­de­rer Fah­rer, der mit sei­nem Al­ter ko­ket­tiert, halt ein­fach ge­reift - und schnell ge­nug, um mit schnel­len Fah­rern mit­zu­hal­ten. Tem­po 77 in Grin­del­wald sind elek­tro­nisch ge­mes­sen und so­mit ver­bürgt, wur­den An­fang 2007 auf knapp 80 ver­bes­sert und ei­nen Mo­nat spä­ter in Zer­matt ge­toppt: Heu­te gilt es für mich, Tem­po 100 zu schla­gen. Ei­ne Ge­schwin­dig­keit, die ich erst 7 Jah­re nach mei­nem Um­stieg zu­rück auf Skier wie­der fah­ren wer­de.

Wer spät be­ginnt, kon­se­quent fährt und dann die ers­ten Er­fol­ge spürt, der ent­wi­ckelt ein Ge­fühl für die Schön­heit und Groß­ar­tig­keit schwe­rer Ski­ge­bie­te. So wie an­de­re Zeit­ge­nos­sen Brief­mar­ken sam­meln, so sam­meln wir Ski­ge­bie­te. Das hat uns auf zum Teil aben­teu­er­li­chen An­rei­sen in ent­le­ge­ne Ge­bie­te ge­führt, nach Frank­reich, in die Schweiz, Ös­ter­reich und schließ­lich auch nach Ita­li­en, in die land­schaft­lich wun­der­schö­nen Do­lo­mi­ten, wo man auf meist ein­fa­chen Pis­ten lan­ge Ab­fahr­ten ge­nie­ßen kann, so­fern man dar­auf ach­tet, nicht über den Hau­fen ge­fah­ren zu wer­den. Lei­der fah­ren die Ita­lie­ner Schi, wie sie Au­to fah­ren. Da­bei ist das Snow­board ein will­kom­me­nes Ziel für die Jä­ger der wei­ßen Pracht. Die blau­en Pis­ten am Kron­platz sind ein Syn­onym für die­se Jagd. Das Ge­biet wur­de vie­le Jah­re lang, weil ich mich wie die Su­cher selbst ein­mal ver­schrie­ben hat­te, mun­ter un­ter «Korn­platz» ge­fun­den!

Die Bin­dung des Boards ha­be ich aber in an­de­ren Ge­gen­den zer­legt, auf dem Stock­horn in Zer­matt nach der Mit­tags­pau­se oder auf der Tal­ab­fahrt in Ga­schurn. Und auch der Be­lag ist nicht mehr si­cher, wenn wir die prä­pa­rier­ten Pis­ten ver­las­sen und aus­wei­chen auf die wirk­lich traum­haf­ten Ab­fahr­ten von Zer­matt, Sankt An­ton, Ver­bier, l'Al­pe d'Huez oder Val d'Isè­re. Und wäh­rend der durch­schnitt­li­che Ski­fah­rer auf dem Glet­scher am Mat­ter­horn fährt, tref­fen sich die En­thu­sias­ten um «Sil­ber­pfeil» auf der Bu­ckel­pis­te «Trift­ji». Was mit der Fra­ge: «Fährst Du auch Ski?», die ich ver­nei­nen muss­te, ein­mal so harm­los be­gann, hat sich zu ei­ner - auch für mich kaum glaub­li­chen - Samm­lung von Ski­ge­bie­ten aus­ge­wach­sen.

Ich hat­te im Ja­nu­ar 1994 mei­nen ers­ten Ski­tag in der Sport­welt Ama­dé. Da­mals war es mit über 300 Pis­ten­ki­lo­me­tern ei­nes der größ­ten Ski­ge­bie­te der Al­pen. Wer ein­mal die Skischau­kel zwi­schen Flach­au und Al­pen­dorf ge­fah­ren ist, lernt die Wei­te des Ge­bie­tes ken­nen. Fly­ing Mo­zart, Six Pack und Ach­ter Jet hei­ßen die Lif­te hier. Und ob­gleich man sich auf Hö­hen un­ter 2000 m be­wegt, gibt es den­noch meist reich­lich Schnee. Be­kannt sind der Son­nen­hang von Zau­chen­see und die FIS Da­men­ab­fahrt. Für mei­nen Ge­schmack ist das Ge­biet aber zu sehr zer­split­tert und was soll ich mit (heu­te) 900 Pis­ten­ki­lo­me­tern, wenn ich nicht zu­sam­men­hän­gend fah­ren kann. Ich war nur noch ein­mal für ei­nen ein­zi­gen Tag dort.

Die 3 Vallées sind mit wei­tem Ab­stand das größ­te zu­sam­men­hän­gen­de Ski­ge­biet der Al­pen. Wer sein Au­to in Mot­ta­ret ab­stellt, 1800 m hoch, und dann ei­ne Wo­che lang Son­ne bei Tag und Neuschnee in der Nacht hat, da­zu mitt­ler­wei­le 600 km prä­pa­rier­te Pis­ten (von de­nen man 420 km tat­säch­lich nut­zen kann) ver­teilt über die Tä­ler von Cour­che­vel, Méri­bel und Bel­le­ville, der ahnt, dass er es hier mit ei­ner an­de­ren Di­men­si­on des Ski­fah­rens zu tun hat: «Dem Traum vom Ski­fah­ren». Brei­te Pis­ten von schier end­lo­ser Län­ge, prä­pa­riert von un­zäh­li­gen Pis­ten­rau­pen, da­zu die größ­ten Be­för­de­rungs­an­la­gen der Al­pen, die pro Stun­de drei­mal so vie­le Schi­fah­rer trans­por­tie­ren kön­nen wie die Berg­bah­nen von Klos­ters/Da­vos. Von der Cî­me der Caron bie­tet sich zu­dem ein fan­tas­ti­scher Aus­blick auf die Bar­re des Ecrins. In fran­zö­si­schen Ski­ge­bie­ten fin­det man Or­te mit klin­gen­den Na­men, die oft falsch aus­ge­spro­chen wer­den. Ein ty­pi­sches Bei­spiel ist Val Tho­rens, des­sen Na­sal­laut zu dun­kel ge­spro­chen wird und auf dem Berg mit of­fe­nem «e» in­to­niert wird.
2013 be­su­che ich die 3 Vallées wie­der mit Ski statt Snow­board und kom­me am längs­ten Tag auf 84 Pis­ten­ki­lo­me­ter, 72 im Schnitt an 6 Ta­gen. Es gibt nicht vie­le Ge­bie­te, wo man so wei­te Ta­ge­stou­ren fah­ren kann. Dass man da­bei nicht ei­ne ein­zi­ge Pis­te dop­pelt fährt, er­üb­rigt sich zu er­wäh­nen.

Ver­bier ist der zen­tra­le Ort in den 4 Vallées, hoch ge­le­gen und, wenn auch nicht un­be­dingt über Weih­nach­ten, schnee­si­cher bis ins Früh­jahr. Das Geld wird um Os­tern ver­dient, nur die Fran­zo­sen ha­ben grö­ße­re Un­ter­schie­de im Preis. Da­für ist der Ski­pass für Fa­mi­li­en be­son­ders güns­tig. Die Na­men ge­hö­ren zum fran­zö­si­schen Teil der Schweiz: Col de Gen­tia­nes, Lac des Vaux, At­te­las, Mont Fort und Mont Gélé. In der Bä­cke­rei in Ver­bier sprach da­mals nie­mand deutsch. Auch oh­ne die GPS-Daten aus­ge­wer­tet zu ha­ben, kann ich sa­gen, dass das Ge­biet nie­mals auf 400 tat­säch­lich nutz­ba­re Pis­ten­ki­lo­me­tern kommt, aber das ist auch un­er­heb­lich. Denn das, was üb­rig bleibt, ist von so ho­hem Ni­veau, dass an­de­re Ge­bie­te nicht in die Nä­he der Qua­li­tät der Qua­tres Vallées kom­men, über­dies ist das Ge­biet ex­trem zu­sam­men­hän­gend be­fahr­bar. Un­se­re zwei­te Rei­se geht 14 Jah­re nach der ers­ten aus Kos­ten­grün­den nach Nen­daz. Al­lein die Rück­fahrt abends lässt das Herz ge­üb­ter Ski­fah­rer hö­her schla­gen!

Ein Ski­ge­biet von großem Reiz ist l'Al­pe d'Huez, häu­fi­ge Berg­an­kunft der Tour de Fran­ce. Mit den Ab­fahr­ten Le Tun­nel und Gla­cier de Sa­ren­ne kann der Ort so­wohl in Punk­to Schwie­rig­keit als auch Län­ge mit den schwers­ten und längs­ten Pis­ten der Al­pen mit­hal­ten. Die Pis­ten­län­ge der Sa­ren­ne wird mit 16 km an­ge­ge­ben. Ei­ne Far­ce. Der Pic Blanc ist zwar ein Berg von eher ge­rin­gem op­ti­schem Reiz, war aber da­mals, 1997, der ein­zi­ge Aus­gangs­punkt für die­se Tou­ren. Heu­te, 16 Jah­re spä­ter, gibt es ei­ne wei­te­re Ver­bin­dung zum Glet­scher na­mens Mar­mot­tes III.

Die To­re zur Son­ne, die Por­tes du So­leil, sind im­mer ver­schlos­sen. Mei­ne Frau kennt das Ge­biet nur bei schlech­tem Wet­ter. Auch 2012 ist das nicht bes­ser. Dies­mal woh­nen wir in Châtel und nicht im Haup­tort Avo­r­iaz. In Pa­ris mö­gen sie «Avo­r­iaz» sa­gen, so wie man «gaz de fran­ce» ja auch mit «s» spricht.  Ra­dio Avo­r­iaz da­ge­gen sagt «Avo­r­ia». Ich ha­be aber auch schon in we­ni­ger ver­sier­ten Zei­tun­gen wie dem Bon­ner Ge­ne­ral-Anzei­ger ge­nau das Ge­gen­teil ge­le­sen. Wie dem auch sei, wer Ra­dio Avo­r­iaz be­reits ein­mal in sei­nem Zim­mer ge­hört hat, der weiß um die Un­ter­schie­de. Wer sich für das ein­zig­ar­ti­ge, grenz­über­schrei­ten­de Ge­biet der Por­tes du So­leil in­ter­es­siert, der fin­det bei uns ei­ne Rei­se­be­schrei­bung und ei­nen Stim­mungs­be­richt. Berühmt ist die Pis­te Cha­va­net­te, die als ei­ne der steils­ten Pis­ten der Al­pen gilt. Be­ein­dru­ckend der Ein­stieg, lang (aber auch end­los breit) die Ab­fahrt. Ein Ski­ge­biet für al­le Ar­ten von Ski­fah­rern mit viel Fun für Kön­ner. Da­zu gibt es ei­ne be­ein­dru­cken­de Nacht­auf­nah­me.

Cha­mo­nix ist ei­ner der klin­gens­ten Na­men des Al­pi­nen Ski­sports. Zwar wer­den die FIS-Ren­nen in les Hou­ches ge­fah­ren und die bes­ten Pis­ten lie­gen um Ar­gen­tiè­re, aber Cha­mo­nix selbst ist der Tal­ort für den Mont Blanc und Aus­gangs­punkt für die über­aus groß­ar­ti­ge, 19 km lan­ge Ab­fahrt durch das Vallée Blan­che. Von der Ai­guil­le du Mi­di fährt man über Glet­scher bis hin­un­ter ins Tal, 2800 Hö­hen­me­ter mit ei­nem Zwi­schen­auf­stieg von 100 Me­tern. Nir­gend­wo in Eu­ro­pa geht es wei­ter bergab. Cha­mo­nix, die­se klei­ne aber be­ein­dru­cken­de Stadt in den Ber­gen mit viel Flair, hat es mei­ner Frau und mir so rich­tig an­ge­tan. Bleibt man im Tal, dann ist der schöns­te Teil des Ski­ge­biets Grands Mon­tets.

Wir hat­ten in ei­nem viel zu war­men Früh­jahr vor 16 Jah­ren von l'Al­pe d'Huez aus Les Deux Al­pes für ei­nen ein­zi­gen Tag be­sucht. Das er­schi­en mir im­mer schon zu we­nig, zu­mal der Glet­scher auf 3500 m hin­auf reicht. Im Rah­men der Ski­sa­fa­ri 2013, die das Zeug hat, zu ei­ner Le­gen­de zu wer­den, be­su­chen mein Sohn und ich noch ein­mal das Ge­biet, das vom Ort in zwei un­glei­che Tei­le ge­teilt wird. Von der Berg­sei­te, die sich Vallée Blan­che nennt, hat man ei­nen schö­nen Blick auf den Gla­cier de Sa­ren­ne, der zum Ski­ge­biet von l'Al­pe d'Huez ge­hört. Hier sind die Pis­ten eher ein­fach, aber es gibt auch ei­ne sehr schö­ne Bu­ckel­pis­te zum Üben. Die an­de­re Tal­sei­te ist zu­nächst sehr steil und wird dann zum Glet­scher hin fla­cher mit vie­len schö­nen und schwe­ren Pis­ten in den Sek­to­ren Dia­ble und Fée. Beim Abendes­sen er­zäh­len uns of­fen­bar ein­hei­mi­sche Gast­wir­te, dass ei­ne Lift­ver­bin­dung mit l'Al­pe d'Huez an­ge­dacht sei. Mit ei­nem 6-Tage-Ski­pass kann man sich zu­dem ein­mal von ei­ner Pis­ten­rau­pe in Rich­tung la Gra­ve schlep­pen las­sen.

«Der Ski­pass Do­lo­mi­ti Su­perski gilt so­weit das Au­ge reicht!», ant­wor­te ich, wenn ich nach der Di­men­si­on im Schi­fah­ren in den Do­lo­mi­ten ge­fragt wer­de. Und tat­säch­lich kann man 1220 Pis­ten­ki­lo­me­ter und 450 Auf­stiegs­hil­fen nut­zen, von Ca­va­le­se im Wes­ten, wo ein ame­ri­ka­ni­scher Kampf­pi­lot die Gon­del vom Him­mel ge­schnit­ten hat, bis zu den Drei Zin­nen im Os­ten, von Brun­eck im Nor­den bis San Mar­ti­no di Ca­stroz­za im Sü­den. Aber weit mehr als die tech­ni­schen Da­ten be­ein­druckt un­be­streit­bar die land­schaft­li­che Grö­ße die­ses üp­pig er­schlos­se­nen Ski­ge­biets, ge­prägt von blau­em Him­mel, brau­nem Fels und weißem Schnee. Hier ha­ben im ers­ten Welt­krieg die großen Schlach­ten statt­ge­fun­den, hier soll das «La­met­ta» sei­nen Ur­spung ge­fei­ert und gi­gan­ti­sche Men­gen Spreng­stoff große Tei­le der Berg­spit­zen «ab­ge­tra­gen» ha­ben. La­ga­zu­oi und Col di La­na sind Syn­ony­me für die­sen Irr­sinn, der sich noch heu­te in Tun­nel­sys­te­men ma­ni­fes­tiert, die die Ber­ge durch­lö­chern wie ei­nen schwei­zer Kä­se. Das Nach­rich­ten­ma­ga­zin Der Spie­gel hat im Früh­jahr 2004 die­sem Kampf ei­ne Sto­ry ge­wid­met, kurz nach un­se­rer Rück­kehr aus den Ber­gen.

Jean Clau­de Kil­ly hat sei­nen Na­men ei­nem ein­zig­ar­ti­gen Ski­ge­biet ge­lie­hen, das sich als «l'es­pace kil­ly» selbst als ei­nes der schöns­ten Ski­ge­bie­te der Al­pen be­zeich­net. Bes­ser be­kannt ist es un­ter den Na­men Val d'Isè­re und Lac de Tig­nes. Mit 300 km prä­pa­rier­ten Pis­ten in großen Hö­hen und ei­nem ge­wal­ti­gen An­ge­bot an Lift­an­la­gen so­wie ei­nem be­ein­dru­cken­den Pa­n­ora­ma ist es nicht ganz falsch, dass es sich «le plus bel es­pace de ski du mon­de» nennt. Die Pis­te Face Olym­pi­que de Bel­le­varde ist steil und auf­re­gend, groß­ar­tig die Ab­fahrt von der Gran­de Mot­te, ins­ge­samt fehlt dem Ge­biet aber die Ein­zig­ar­tig­keit von Zer­matt. Zu­dem be­treibt das Ge­biet noch im­mer ei­ne Stand­seil­bahn, die bau­gleich ist mit der Un­glücks­bahn von Ka­prun, was die Stre­cken­füh­rung an­geht. Nach dem Un­fall hat man hier die Bahn to­tal um­ge­baut und die brenn­ba­ren Tei­le weit­ge­hend ent­fernt. Da aber auch Alu­mi­ni­um be­reits bei re­la­tiv ge­rin­gen Tem­pe­ra­tu­ren brennt, muss man hof­fen, dass die Maß­nah­men nicht ih­re Wirk­sam­keit un­ter Be­weis stel­len müs­sen. Zu­dem lie­gen mit den 3 Vallées und Pa­ra­di­ski zwei all­mäch­ti­ge Kon­kur­ren­ten gleich ne­ben­an.

Frank­reich be­sitzt vie­le Or­te aus der Re­tor­te: Flai­ne ist so ein Be­ton­klotz. Und wie der Ort, so die Be­zeich­nung der längs­ten, zen­tra­len Steh­gon­del: Télé­phéri­que. Ein Gat­tungs­be­griff. Oben an­ge­kom­men hat man ei­nen wun­der­ba­ren Blick auf den Mont Blanc, nur durch das Tal von Cha­mo­nix ge­trennt. Die Pis­ten sind mir nicht in Erin­ne­rung ge­blie­ben, aber es gibt ei­ni­ge um 900 Hö­hen­me­ter Ab­fahrt. Woh­nen muss man nicht im Zen­trum, Sa­moëns tut es auch. Ich wer­de Flai­ne nie ver­ges­sen. An ei­nem Tag, an dem al­le Lif­te ge­schlos­sen wa­ren, be­gann ich dort, Snow­board fah­ren zu üben.

Da­rum ist es am Rhein so schön: F­lims/Laax ist dem ge­neig­ten Ski­freund ein Be­griff. Ver­streut und doch sehr zu­sam­men­hän­gend über mehr als 140 Qua­drat­ki­lo­me­ter um den Crap Sogn Gi­on grup­piert sich die­se Land­schaft zwi­schen Vorab und Cas­sons­grat. Mitt­ler­wei­le hat man von Laax nach Plaun ei­ne großen Um­lauf­seil­bahn ge­schaf­fen, die das Ge­biet ver­än­dert hat. Vier Stun­den im Stau bei der Rück­fahrt auf schwei­zer Au­to­bah­nen, die bei Un­fäl­len oft ei­ne To­tal­sper­rung ver­passt be­kom­men, und ein net­ter Tag mit dem Skic­lub der Lei­ca Geo­sys­tems er­in­nern uns an un­se­ren vor­letz­ten Be­such dort, im De­zem­ber 2001. Doch das Ge­biet ist so übel nicht, da­her fah­ren wir 2012 über Fast­nacht dort noch ein­mal 5 Ta­ge. Wir brau­chen fri­sches Bild­ma­te­ri­al, wol­len am Cas­sons­grat fah­ren und zum ers­ten Mal se­hen wir Stein­bö­cke in frei­er Wild­bahn.

«Das klei­ne Ski­ge­biet Flum­ser­berg, um­weit von Zü­rich ge­le­gen, ist eher et­was für Fa­mi­li­en und An­fän­ger. Nach Neuschnee kann man zwar auch hier ei­ni­ge in­ter­essan­te Ab­fahr­ten ma­chen, aber die Aus­wahl ist stark be­grenzt. Bei nur 50 Pis­ten­ki­lo­me­tern der un­te­ren Schwie­rig­keits­gra­de ist das auch nicht wei­ter ver­wun­der­lich. Zu­dem ist das Ge­biet bei gu­tem Wet­ter schnell über­lau­fen.» Für die­sen Kom­men­tar bin ich von schwei­zer Ski­fah­rern be­reits ab­ge­straft wor­den. Aber ich ste­he da­zu! Die Luft­seil­bahn vom Bahn­hof ins Ski­ge­biet ist mitt­ler­wei­le durch ei­ne Um­lauf­gon­del er­setzt wor­den.

Ga­li­bier-Tha­bor ist als Ski­ge­biet für fran­zö­si­sche Ver­hält­nis­se eher klein ge­ra­ten. Aber sei­ne sanft ge­neig­ten Hän­ge las­sen erah­nen, dass hier bei Neuschnee kei­ne Lan­ge­wei­le auf­kom­men wird. Sei­ne freund­li­chen Be­woh­ner, sei­ne süd­li­che La­ge und sei­ne Skischau­kel über drei Ber­grücken trös­ten ein we­nig über die feh­len­de Grö­ße hin­weg. Und es ist ein recht güns­ti­ges Ge­biet in ei­ner Zeit, in der an­de­re Ge­bie­te Haupt­sai­son ha­ben und ent­we­der un­er­schwing­lich teu­er oder über­lau­fen sind. Frank­reich ein­mal ganz an­ders.

La Gra­ve fällt aus der Rol­le. Wel­che Rol­le? Es ist mehr ei­ne Idee als ein Ski­ge­biet. Es hat kei­ne Pis­ten, wenn man die ein­zi­ge prä­pa­rier­te Pis­te auf 3200 m Hö­he ein­mal aus­klam­mert. Es ist ein schwe­res Ski­ge­biet, in dem man ganz aus­ge­fal­le­ne Tou­ren­ab­fahr­ten ma­chen kann. Die Gon­del sieht aus, als wä­re sie von Charles de Gaul­le per­sön­lich in Auf­trag ge­ge­ben wor­den. Sie ist im Rang ei­ner Luft­seil­bahn zu se­hen. Wir ha­ben un­se­re Ein­drücke auf ei­ner ein­zi­gen Sei­te un­ter­ge­bracht. Mehr als zwei Ab­fahr­ten wa­ren nicht drin.

Bei Tem­po 77,00 schnap­pt die Ra­dar­fal­le zu; fast hät­te es mir das Snow­board un­ter den Fü­ßen zer­ris­sen. Da­mit bin ich nur gan­ze drei Stun­den­ki­lo­me­ter lang­sa­mer als die Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung auf schwei­zer Land­stra­ßen. Wann kommt man schon mal da­zu, im Schuss die Ge­schwin­dig­keit zu mes­sen? Grin­del­wald bie­tet aber noch mehr. Sein Wahr­zei­chen, die be­rüch­tig­te Ei­ger­nord­wand liegt zwar im­mer im Schat­ten, aber den­noch bie­tet sich dem Ski­fah­rer bei gu­tem Wet­ter ein ein­ma­li­ges Pa­n­ora­ma, das kei­nen Ver­gleich zu scheu­en braucht. Mit der ras­si­gen Lau­ber­hor­n­ab­fahrt ver­fügt das Ge­biet zu­dem über ei­ne Renn­pis­te, die man li­ve er­le­ben kann. Zahl­rei­che Fahr­ten las­sen uns sa­gen, dass wir das Ge­biet ganz gut ken­nen. Ei­ne Be­son­der­heit wa­ren un­se­re Ur­lau­be im Berg­g­ast­haus Grin­del­wald­blick auf über 2000 Me­ter Hö­he.

Für un­se­ren Be­richt über den Hin­ter­tu­xer Glet­scher ha­ben wir zwei Frei­kar­ten ge­schenkt be­kom­men. Im Rah­men ei­ner Rei­se von Glet­scher zu Glet­scher, die uns u.a. nach Hin­ter­tux führt, wird uns schon bei der Quar­tier­su­che an­ge­kün­digt, dass dies der schöns­te Glet­scher Ös­ter­reichs sei - und so zeigt sich die­ser dann auch von sei­ner al­ler­bes­ten Sei­te. Den Ei­ner-Ses­sel gibt es heu­te nicht mehr.

Ischgl/Samnaun gilt als das größ­te, zu­sam­men­hän­gen­de Après-Ski-Gebiet der Welt. Aber im­mer wie­der wer­de ich Zeu­ge von Un­fäl­len oder wer­de selbst an­ge­fah­ren. Mir geht die Sau­fe­rei in die­sem Ski­ge­biet auf den Nerv. Um es auf den Punkt zu brin­gen: Das Ge­biet ist viel, viel bes­ser als das mitt­le­re Fahr­ver­mö­gen sei­ner Kun­den. Gro­ßen Hö­hen, ex­zell­len­ten Be­för­de­rungs­an­la­gen und an­spruchs­vol­len Pis­ten ste­hen Ski­fah­rer ge­gen­über, die dem ho­hen Ni­veau des Ge­biets oft nicht ge­wach­sen sind. Wo hei­ße Girls auf den Bal­kons der Hüt­ten für mehr Um­satz strip­pen und wo die Bier­fah­nen zu­ver­läs­si­ger we­hen als die Na­tio­nal­flag­ge Ös­ter­reichs, geht «Sex sells» über al­les. 2013 stat­te ich dem Ge­biet noch ein­mal für zwei Ta­ge ei­nen Be­such ab, aus ver­mes­sungs­tech­ni­schen Grün­den. Na­tür­lich ist die Ab­fahrt Ele­ven nicht 11 km lang und 200 Pis­ten­ki­lo­me­ter kann ich auch nicht er­mit­teln. Zwei­mal wer­de ich an­ge­fah­ren, das reicht.

Ski­ur­laub in Bad Klein­kirch­heim: Un­ter den großen Ski­ge­bie­ten der Al­pen wird man die­ses wohl ver­geb­lich su­chen. Und hät­ten wir den Auf­ent­halt vor Ort nicht bei ei­ner Tom­bo­la ge­won­nen, dann wä­ren wir si­cher­lich nicht 900 km ge­fah­ren, um in Kärn­ten Ski­ur­laub zu ma­chen. Die­sen Win­ter­ur­laub, in des­sen Ver­lauf La­fon­taine der SPD den Rücken kehrt, 40 Men­schen im Tun­nel des Mont Blanc ver­bren­nen und die Na­to in Bos­ni­en ein­greift, wer­den wir im Ge­gen­satz zum Ski­ge­biet nicht so schnell ver­ges­sen.

Klos­ters/Da­vos: Im Teil­ge­biet Da­vos, ge­nau ge­nom­men auf Stre­la, ha­be ich mir vom Lift­per­so­nal ei­ne un­ver­schäm­te Be­mer­kung an­hö­ren müs­sen: «Brin­gen Sie sich ei­ne Schau­fel mit und prä­pa­rie­ren Sie die Lift­spur doch selbst!». Aber die Di­rek­ti­on der Da­vo­ser Berg­bah­nen hat sich nicht nur mit zwei Frei­kar­ten ent­schul­digt, die wir auf Grund ei­nes be­ruf­lich be­ding­ten Auf­ent­halts in Heer­brugg auch tat­säch­lich zu ei­nem wei­te­ren Be­such nut­zen konn­ten. Ich neh­me ih­nen auch ab, dass sie sich über das Ver­hal­ten ih­res Mit­ar­bei­ters ge­är­gert ha­ben. Stre­la ist mitt­ler­wei­le aus dem Ver­bund der Berg­bah­nen aus­ge­schie­den. Trotz­dem haut mich das Ski­ge­biet nicht vom So­ckel und mei­ne Zwer­ge auch nicht. Lauf­stre­cken für Snow­boar­der an zen­tra­len Stre­cken­ab­schnit­ten trü­ben die Freu­de. Und das Ja­cobs­horn ist et­was für die An­fän­ger auf dem Board und nichts für al­te Ha­sen.

Kitz­bü­hel ist eben­so be­kannt wie ver­al­tet, zu­min­dest 2006, als ich zu­letzt dort war. Mein Satz, ge­rich­tet an die Da­me an der Kas­se, als ich das Kar­ten­pfand zu­rück­ho­le: «Be­nut­zen Sie den ei­nen oder an­de­ren Eu­ro zur Mo­der­ni­si­se­rung ih­rer An­la­gen!» wur­de nicht ger­ne ge­hört. Die spek­ta­ku­lä­re 3S, die kei­nen düm­me­ren Na­men tra­gen könn­te, ist tech­nisch ein High­light, ei­ne ech­te Télé­phe­ri­que dé­bra­y­a­ble, so wie sie Fran­zo­sen, die die­sen Aus­druck ge­prägt ha­ben, wohl ger­ne ge­baut hät­ten. Da­her ver­steht ein In­ge­nieur die Be­zeich­nung sehr wohl. Aber hät­ten Sie das so ver­stan­den? Wie dem auch sei. 2015 fah­ren wir noch ein­mal hin, weil das Ge­biet zu­sam­men mit dem Wil­den Kai­ser das größ­te ös­ter­rei­chi­sche Ski­ge­biet dar­stellt. Nir­gend­wo konn­ten wir (zu­sam­men­hän­gend) bis­her mehr fah­ren! Ein span­nen­der Ur­laub, der mich mit dem Ge­biet ver­söhnt.

Lech am Arl­berg: Ich hät­te es wis­sen müs­sen, als mir Fe­lix Wäl­ti er­zähl­te, dass er schon mit Marc Gi­rar­del­li Ski ge­fah­ren sei: «Der fährt wie auf Schie­nen!». Un­se­re Kin­der ha­ben Fe­lix ins Herz ge­schlos­sen und ein Kom­pli­ment aus sei­nem Mund zählt dop­pelt und drei­fach. Ab­seits der Pis­ten ist er ein Ass, dar­auf oh­ne­hin - und wenn man au­ßer­halb der Win­ter­fe­ri­en/Schul­fe­ri­en vor Weih­nach­ten pral­le Son­ne bei Tem­pe­ra­tu­ren um -10°C er­lebt und den Arl­berg ­so, wie er am bes­ten ist, als großes Tief­schnee­re­vier, dann geht ein Traum in Er­fül­lung. Auch wenn Lech, ver­gli­chen mit Sankt An­ton, eher et­was für «Weich­ei­er» ist: Mit der nicht prä­pa­rier­ba­ren Tou­ren­ab­fahrt Tan­negg be­sitzt das Ge­biet ein ech­tes Klein­od. Hin­zu kom­men wei­te­re an­spruchs­vol­le Ski­rou­ten vom Zu­ger­berg.

Wenn man den An­ga­ben im ADAC-SkiAt­las von 2000 trau­en darf, be­sitzt Len­zer­hei­de ei­nes der an­spruchs­volls­ten Ski­ge­bie­te der Al­pen. Aber hier darf man ihm nicht trau­en. Denn nicht ei­ne ein­zi­ge Pis­te im gan­zen Ge­biet bleibt als be­son­ders aus­ge­fal­len in Erin­ne­rung. Dass man sich den­noch mit dem Ge­biet an­freun­den kann, liegt dar­an,dass sich das Ski­fah­ren an den Hän­gen ei­nes schö­nen Hochtals ab­spielt. Die Über­sicht­lich­keit des Ge­bie­tes, die lan­gen und brei­ten Pis­ten und die wun­der­ba­re Fern­sicht vom Ro­t­horn sind At­trak­tio­nen für Fa­mi­li­en und Ge­nuss­s­ki­fah­rer. Mitt­ler­wei­le soll die Bel­tra­metti-Pis­te ei­ne ech­te Her­aus­for­de­rung dar­stel­len und ein Schwei­zer hat uns be­stä­tigt, dass die Far­ben der Pis­ten im Ski­at­las ver­tauscht wur­den.
2017 be­su­chen wir das jetzt durch die Ur­den­bahn mit Aro­sa ver­bun­de­ne Ge­samts­ki­ge­biet. Als Tal­ort für die­sen 10-Tage-Urlaub wäh­len wir Chur. Au­ßer der Bel­tra­metti-Pis­te ist das Ge­biet prak­tisch kom­plett ge­öff­net.

Es hat drei Jah­re ge­dau­ert, be­vor Sankt Mo­ritz in die­sen Text auf­ge­nom­men wur­de. Da­für gibt es kei­ne Ent­schul­di­gung. Denn die­se Rei­se, un­se­re «Agen­da 2010», ist noch aus heu­ti­ger Sicht ei­ne der schöns­ten und die mit Ab­stand er­leb­nis­reichs­te al­ler Zei­ten mit fes­tem Quar­tier. Wir bu­chen last mi­nu­te, woh­nen ex­trem preis­wert, gut und zen­tral in St. Mo­ritz Bad, ha­ben re­la­tiv gu­tes Wet­ter, star­ten mor­gens mit der ers­ten Gon­del um 7:45 Uhr, tref­fen in der Si­gnal­bahn auf Ma­ria Riesch, die mir ein Fo­to er­laubt und die spä­ter die Da­men­ab­fahrt ge­win­nen wird, früh­stücken ge­gen 10 Uhr auf Piz Nair und kön­nen am spä­ten Nach­mit­tag die Hah­nen­see Rou­te nach Hau­se zu­rück neh­men. Wir fah­ren die Mor­te­ratsch Glet­scher­ab­fahrt und die Nach­t­ab­fahrt auf be­leuch­te­ter Pis­te am Cor­vatsch und es­sen auf Muot­tas Mu­ragl zu Abend. Aber ein Event über­trifft al­les, was ich zu­vor und auch da­nach in Ski­ge­bie­ten er­lebt ha­be, die Mond­schein­ab­fahrt an der Dia­vo­le­za, Glü­na Plai­na. 900 Hö­hen­me­ter in der Nacht im ste­ten Turn-around der Luft­seil­bahn. Ich schaf­fe fünf Fahr­ten, drei­mal mit Ski­ern und zwei­mal mit dem Snow­board. Nichts, auch nicht Heli-Ski­ing am Mon­te Ro­sa oder das Vallée Blan­che von Cha­mo­nix hat mich in all den Win­tern so fas­zi­niert, wie die­se ei­ne Nacht.

Oberst­dorf ist das nächst­ge­le­ge­ne, ernst zu neh­men­de Ski­ge­biet von Bonn aus ge­se­hen, 565 km oder fünf Stun­den ent­fernt. Das Ski­ge­biet weist 44 Pis­ten­ki­lo­me­ter auf, die auch dann nicht mehr wer­den, wenn man sie in Me­tern an­gibt. Für zwei bis drei Ta­ge ist es ab­wechs­lungs­reich ge­nug, und blu­ti­ge An­fän­ger be­geg­nen ech­ten Her­aus­for­de­run­gen. Deutsch­land - ei­ne Ser­vice­wüs­te? Ja, ge­ra­de hier. In je­dem an­de­ren Ski­ge­biet wä­re Sams­tags vor neun Uhr ge­öff­net. Nur hier nicht.

Pa­ra­di­ski ist ein Kunst­wort, an dem Sie nicht vor­bei­le­sen soll­ten! Auch wenn es al­bern klingt, be­zeich­net es den «pa­ra­die­si­schen» Zu­sam­menschluss der Ski­ge­bie­te von Les Arcs und la Plagne. Und das führt zu dem viel­leicht span­nens­ten Ski­ge­biet, das es für Ge­nuss­s­ki­fah­rer gibt, wenn man von den in ei­ner an­de­ren Li­ga spie­len­den 3 Vallées ein­mal ab­sieht. Les Arcs ist be­kannt für sei­ne Hoch­ge­schwin­dig­keits­pis­te, die man nicht be­tre­ten wird. Dort kann und darf man kei­nen Bo­gen fah­ren! Bei 100% Ge­fäl­le. Aber wirk­lich groß­ar­tig sind die Pis­ten, die meist über 2000 m Hö­he lie­gen und dann nach Vil­laro­ger doch noch 2000 Hö­hen­me­ter Ab­fahrt er­mög­li­chen von der mit groß­ar­ti­ger Aus­sicht aus­ge­stat­te­ten Ai­guil­le Rou­ge. Es ist nach der Tal­ab­fahrt an der Ar­gen­tiè­re von Cha­mo­nix die zweit­kür­zes­te Pis­te mit ei­nem sol­chen Hö­hen­un­ter­schied, die wir ken­nen.
    La Plagne ist da­ge­gen das Ge­biet mit den klas­si­schen Ge­nuss­pis­ten, ei­nem eher lang­wei­li­gen Glet­scher aber auch mit ei­ner traum­haft lan­gen Ab­fahrt nach Cham­pa­gny en Va­noi­se. Die Bau­wei­se in Plagne ist ge­wöh­nungs­be­dürf­tig, der Ort ein Syn­onym für Bet­ten­bur­gen in den Ber­gen. Aber man lernt da­zu. Bel­le Plagne ist durch­aus ak­zep­ta­bel und da­zu gut ge­le­gen, um das Ge­samts­ki­ge­biet ab­zu­fah­ren. Wer nur ei­nen ein­zi­gen Tag im je­weils an­de­ren Ge­biet fah­ren will, kann auf den güns­ti­ge­ren Ski­pass Dé­cou­ver­te zu­rück­grei­fen. Aber ein­mal muss man mit dem un­ver­gleich­li­chen Va­noi­se Ex­press die Sei­ten wech­seln.

Un­se­re Kin­der ha­ben uns ein Ski­ge­biet vor­aus, und zwar das an der Gren­ze zwi­schen Ös­ter­reich und Ita­li­en, am Re­schen­pass. Ei­ne Fahrt der Jahr­gangs­stu­fe 11 ist Aus­gangs­punkt für die kur­ze Ge­schich­te über die Rei­se an sich und das Ski­ge­biet von Nau­ders und Pfunds im Be­son­de­ren. Auf der zwei­ten Rei­se ent­steht ei­ne GPS-Auf­zeich­nung des­sen, was die Schü­ler fah­ren dür­fen. Das sieht auf den ers­ten Blick eher mau aus, des­halb gibt es hier auch kei­ne Aus­wer­tung der Da­ten.

Saal­bach-Hin­ter­glemm-Leo­gang nennt sich ein wei­te­res großes Après-Ski­ge­biet der Ös­ter­rei­cher, im Salz­bur­ger Land ge­le­gen. We­gen sei­ner La­ge in Ost-West-Rich­tung ver­fügt es über zwei ge­gen­sätz­li­che Tal­sei­ten. Wäh­rend die Son­ne tags­über die Süd­hän­ge auf dem Nord­kamm in ein Sulz­schnee­re­vier ver­wan­delt, blei­ben die Nord­hän­ge des Süd­kamms weit­ge­hend in­takt. Hier lie­gen die schwers­ten Ab­fahr­ten des Ge­biets, die steil sind und es in sich ha­ben. Na­tür­lich ge­ben die Be­trei­ber die längs­te Ab­fahrt des Ge­biets zu lang an, aber ins­ge­samt pas­sen die Zah­len, und die 2016 um Fie­ber­brunn er­wei­ter­te, aus­ge­dehn­te Skischau­kel, die lei­der kei­ne Hö­hen über 2500 m er­schließt, bie­tet ei­ne ab­wechs­lungs­rei­che Are­na. An­ge­nehm fällt auf, dass in Saal­bach die Sau­fe­rei auf den Pis­ten nicht zum gu­ten Ton ge­hört und Jon­ny Wal­ker erst kommt, wenn der Tag geht. Dann geht es aber «mäch­tig zur Sa­che».

Die Ent­de­ckung des Jah­res 1999, Saas Fee, ha­ben wir bis­her nicht wie­der be­sucht. Ein­ge­schlos­sen von 4000 m ho­hen Ber­gen und ein­drucks­vol­len Glet­schern liegt die­ser Ort auf 1600 m Hö­he, hat we­gen sei­ner gu­ten Ga­stro­no­mie und sei­ner al­ten Heu­stadl, die mit­ten im Ort ste­hen und die noch im­mer ein ge­wis­ses Flair ver­brei­ten, ei­nen un­ta­de­li­gen Ruf, aber das Preis-/Leis­tungs­ver­hält­nis stimmt nicht so recht. Wenn ein Ort teue­rer ist als Zer­matt aber das Ski­ge­biet deut­lich lang­wei­li­ger, dann ist das nicht in Ord­nung. Par­ken muss man in ei­nem fu­tu­ris­ti­schen Park­haus. Wer sich die Eta­ge nicht merkt, ist ver­lo­ren.

St. An­ton am Arl­berg: Kaum ein Ort in Ös­ter­reich ist so teu­er wie Sankt An­ton. Die­ser we­nig auf­re­gen­de Wei­ler bie­tet aber auch ei­nes der schöns­ten, schwers­ten und tra­di­ti­ons­reichs­ten Ski­ge­bie­te der Al­pen. Wer ein­mal das Mat­tun­kar ge­fah­ren ist, der muss neid­los zu­ge­ben, dass nur we­ni­ge Ge­bie­te über ei­ne so span­nen­de Ab­fahrt ver­fü­gen, oder soll­te ich sa­gen: «Ski­rou­te»? Wem das nicht reicht, der fährt am Schindler­grat «links raus». Dort war­ten traum­haft schö­ne und stei­le Ne­ben­stre­cken, die wir in An­leh­nung an un­se­ren da­ma­li­gen Beglei­ter Fe­lix die «Wäl­ti­schen Nor­mal­we­ge» nen­nen. Wer preis­wert woh­nen und maß­los Ski­fah­ren will, der wählt ei­nen der et­was ab­seits lie­gen­den Or­te wie Schnann oder Flirsch und nimmt den kos­ten­lo­sen Ski­bus. In je­nem Win­ter, als La­wi­nen Gal­tür und Avolè­ne zer­stör­ten, ha­be ich am 2. Mai den denk­bar schöns­ten Sai­son­ab­schluss ge­fei­ert: Drei Ta­ge bei stets bes­ser wer­den­dem Wet­ter und schließ­lich 23½°C im Schat­ten, da­zu Sulz­schnee so hoch wie die Bran­dung bei La­canau, Snow­board­herz, was willst Du mehr? Vie­le wei­te­re Fahr­ten ver­tie­fen das Ver­hält­nis zu die­sem äu­ßerst an­spruchs­vol­len Ski­ge­biet, wo wir 2012 am ei­ge­nen Lei­be ei­ne Berg­ret­tung per Hub­schrau­ber er­le­ben. Der Satz mei­nes Soh­nes: «Du musst Dir nur an­schau­en, wie das Ver­hält­nis von ABS-Ruck­sä­cken zwi­schen Ischgl und St. An­ton ist!», sagt al­les. Zu­dem wird mei­ne Frau vor Ort bes­tens me­di­zi­nisch be­treut, wor­an auch der ADAC mit sei­ner Aus­lands­rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung sei­nen An­teil ha­ben mag.

Wer ein viel be­wor­be­nes Fa­mi­lens­ki­ge­biet sucht, auf Pis­ten­ki­lo­me­ter nicht ver­zich­ten will und maut­frei an­rei­sen möch­te, der ist gut be­ra­ten, sei­nen Blick auf Ser­faus-Fiss-Ladis zu rich­ten. Dass Kin­der ab dem vollen­de­te­ten 15. Le­bens­jahr be­reits die vol­le Ge­bühr für den Ski­pass be­zah­len, mach­te den Ski­pass  da­mals, als wir für ei­nen Tag dort wa­ren, teue­rer als den von Zer­matt. Und wie weit bleibt das Ge­biet hin­ter Zer­matt zu­rück! We­gen der übelen Preis­staf­fel für Fa­mi­li­en und den lang­wei­li­gen Pis­ten, die nichts Neu­es bie­ten, ha­be ich das Ski­ge­biet folg­lich für mich aus der Lis­te der wie­der zu be­su­chen­den Zie­le ge­stri­chen.

Ga­schurn, Par­te­nen, Gor­ti­pol und Schruns sind die Or­te, von de­nen aus man die Sil­vret­ta No­va er­kun­det, viel­leicht das ul­ti­ma­ti­ve Ge­biet für den ge­mä­ßigt an­spruchs­vol­len Ski­fah­rer. Hier gibt es ei­ne der steils­ten prä­pa­rier­ten Pis­ten, aber auch die größ­te Hüt­te und die hef­tigs­te Stern­bar der Al­pen. Da­zu mo­de­ra­te Prei­se ver­gli­chen mit an­de­ren Or­ten. Zu­min­dest war das vor der Euro-Umstel­lung so. Mitt­ler­wei­le ha­be ich et­was Ab­stand zu dem Ge­biet ge­won­nen, vor al­len nach der Ein­rich­tung zwei­er sinn­lo­ser Lift­an­la­gen, die kei­ne wei­te­ren Pis­ten er­schlie­ßen. Nach wie vor bleibt die Sil­vret­ta No­va aber ein ga­stro­no­mi­sches Ski­ge­biet.

Auf dem Stu­bai­er Glet­scher macht man nicht Som­merski, son­dern man fährt dort ge­gen En­de No­vem­ber, weil die klas­si­schen Ski­ge­bie­te noch kei­nen Schnee ha­ben. Som­merski ist und bleibt ein Pri­vi­leg de­rer, die im­mer Al­les wol­len und da­bei auch den Ruin der Na­tur in Kauf neh­men. Kein Ski­fah­ren er­for­dert so wei­te An­rei­sen über grü­ne Wie­sen wie die­se Art von Ski­sport.

Das Wei­ße Hoch­land ist dem ge­neig­ten Ski­fah­rer, der ger­ne die Schweiz auf­sucht, si­cher­lich ein Be­griff: Les Dia­ble­rets, Wi­spi­le und Was­sern­grat sind ein Be­griff, so wie Gstaad für den Win­ter­sport der Schö­nen und Rei­chen. Vi­el­leicht kennt je­mand au­ßer­halb des Bin­ger Skic­lubs Na­men wie Zwei­sim­men oder Saa­nen­mö­ser. Wie man oh­ne je­de schwar­ze Pis­te mehr als 250 Pis­ten­ki­lo­me­ter prä­pa­riert, ver­rät der Schwei­zer in dem ein­fachs­ten al­ler Ski­ge­bie­te. Der Satz von Hans Mey­er: «Je be­kann­ter das Ski­ge­biet, de­sto ein­fa­cher die Pis­ten» gilt hier nicht so ganz, denn sooo be­kannt ist das Ge­biet wahr­lich auch wie­der nicht. Nach ei­nem Auf­ent­halt dort mit ei­ni­gen fremd­ver­schul­de­ten Un­fäl­len in­ner­halb un­se­rer Rei­se­grup­pe ist es für mich auch das ge­fähr­lichs­te der Schweiz.

Über Zer­matt, Klein Mat­ter­horn, Stock­horn, die Bu­ckel­pis­te Trift­ji und das ein­zig­ar­ti­ge Pa­n­ora­ma mit Mat­ter­horn ist be­reits fast al­les ge­sagt. Aber Zer­matt ist mehr als das. Es ist ein Ski­ge­biet mit ex­trem schö­nen, schwe­ren und ab­wechs­lungs­rei­chen Pis­ten. Von der Chill-Out Area am Klein Mat­ter­horn bis zu den äu­ßerst schwie­ri­gen Ab­fah­ren am Schwarz­see, al­len vor­an die un­te­re Aro­leid, kann das Ge­biet un­end­lich lan­ge und dann wie­der sehr schwe­re Pis­ten auf engs­tem Raum ab­bil­den. Un­ser Auf­ruf: «Ret­tet das Stock­horn!» ist nicht un­ge­hört ver­hallt. Ein Schlepp­lift er­setzt die al­te Gon­del und er­laubt es heu­te, das Stock­horn mehr­mals di­rekt zu fah­ren und nicht mehr wie frü­her über Hohtäl­li. Ohne Stock­horn fehlt dem Ge­biet das Be­son­de­re, das Heraus­ra­gen­de. Ver­sier­te Fah­rer zieht es beim bes­ten Wil­len nicht auf den Glet­scher, es sei denn, man will die Pis­ten dort als «ki­lomètre lan­cé» nut­zen, wo­für sie am frü­hen Mor­gen bes­tens ge­eig­net sind. Zer­matt bie­tet ein wei­te­res, ech­tes High­light, das man sich ein­mal im Le­ben gön­nen soll­te, ei­nen Flug mit Air Zer­matt zum Mon­te Ro­sa.

Rad fah­ren, Fahr­rad fah­ren, Fahr­rad­tou­ren

Allein auf ei­ner län­ge­ren Rei­se, abends viel­leicht an ei­nem ein­sa­men Berg­see, über ei­ner Klip­pe am Meer, ein See­gel­boot un­ten auf dem Was­ser, dann stellt sich die Fra­ge, wo­mit man sich be­schäf­tigt. Ein Hob­by wäh­rend des Hob­bies? Rei­sen mit gro­ßer kör­per­li­cher An­stren­gung er­laubt in der Re­gel kei­nen Be­such in der Dis­ko­thek, von der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Klei­dung wol­len wir mal ganz ab­se­hen. Und so bie­tet es sich ge­ra­de­zu an, ein Fahr­ten­buch zu füh­ren. Zwar er­zählt es nur sel­ten span­nen­de Ge­schich­ten, aber manch­mal fin­det man dar­in auch die Stim­mung ei­ner ganz be­stimm­ten Zeit wie­der. Mehr als 70000 km ha­be ich seit Be­ginn der Auf­zeich­nun­gen do­ku­men­tiert. Und die Be­rich­te, die ich hier schrei­be, wä­ren oh­ne das Fahr­ten­buch und sein prä­zi­ses Erin­ne­rungs­ver­mö­gen un­denk­bar.

Die Rad­tour zum Nord­kapp, ge­fah­ren im Som­mer 1984, soll­te mit 5800 km die längs­te mei­ner Rad­tou­ren wer­den, durch Deutsch­land, Schwe­den, Nor­we­gen und Finn­land füh­ren und ge­nau zwei Mo­na­te dau­ern. Ein Fahr­rad mit Stahl­fel­gen und 10-Gang Schal­tung, schwer be­packt, ein stän­di­ger Kampf ge­gen Wind, Wet­ter, ein klam­mes Bud­get und mit­tel­mä­ßi­ges Ma­te­ri­al, so se­he ich die­se Rei­se heu­te. Die Fo­tos die­ser Tour hat An­drea Ca­ran­ti auf den « Tren­to Bi­ke Pa­ges» ein­mal als «stun­ning pho­to col­lec­ti­on» be­zeich­net, ein Ur­teil, dem ich mich als kri­ti­scher Be­trach­ter mei­ner ei­ge­nen Bil­der an­schlie­ßen muss. So sind die von vie­len Bil­dern ge­stütz­ten Erin­ne­run­gen an ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Fahr­rad­tour un­ter dem ewi­gen Licht des Nor­dens und durch des­sen gran­dio­se Land­schaf­ten ein Hö­he­punkt ge­wor­den, den kei­ne an­de­re Tour mehr zu top­pen im Stan­de war. Und es gab tol­le Tou­ren, so ei­ne nicht aus­führ­lich do­ku­men­tier­te Fahrt von Bonn nach Pa­ris, die mit über 400 Ki­lo­me­tern an den ers­ten bei­den Ta­gen be­gann.

Durch Mit­tel­ge­bir­ge und Al­pen zum Stilf­ser Joch zu fah­ren, ist ei­ne un­ge­wöhn­li­che Va­ri­an­te, um ei­ne be­rühm­te Pass­stra­ße zu be­su­chen. Im Som­mer 1985 ist es dann so weit: Die Fahrt be­ginnt in Bonn und en­det dort wie­der. Sie wird die schnells­te mei­ner Rad­tou­ren und bringt mich an 19 Ta­gen im Durch­schnitt je­den Tag 125 km weit. Sie führt mich durch die deut­schen Mit­tel­ge­bir­ge zu Vo­gels­berg und Rhön, durch den Bay­ri­schen Wald über Len­gries nach See­feld, über den Re­schen­pass nach Prad und zum Stilf­ser Joch. Von dort fah­re ich über Ofen­pass und Flüe­la nach Da­vos, über Zü­rich in den Schwarz­wald, über Col­mar durch die Vo­ge­sen und über Dahn und Bin­gen zu­rück nach Bonn. Die­se Rei­se, die mit Hil­fe des deut­schen Ju­gend­her­bergs­werks (al­so von Ju­gend­her­ber­ge zu Ju­gend­her­ber­ge) ge­schieht, kann am En­de mit Ta­ge­stou­ren zwi­schen 50 und 225 km auf­war­ten. Der här­tes­te Tag aber wird von Len­gries zum Re­schen­pass füh­ren und mit 180 km und 2000 Hö­hen­me­tern in die Ge­schich­te ein­ge­hen. Da wird der Auf­stieg zum Stilf­ser Joch eher zur Rand­no­tiz.

Die ers­te Rad­tour in den fran­zö­si­schen Al­pen war ein Traum. Im Herbst 1987 fah­re ich mit mei­ner ers­ten Frau bei bes­tem Wet­ter die ganz großen Na­men der Tour de Fran­ce: Col de la Croix de Fer, Col du Ga­li­bier, Col d'Izoard, Col de Vars, Res­te­fond/la Bo­net­te (mit 2802 m der wohl höchs­te Al­pen­pass, hö­her als der Col de l'Isèran und der Col Ag­nel), Col de la Couil­lo­le und Col d'Al­los hei­ßen die Eck­punk­te die­ser Rei­se. Zwar kom­men wir an 8 Ta­gen ge­ra­de ein­mal 660 km weit, aber da­bei über­win­den wir mehr als 14000 Hö­hen­me­ter.

Die zwei­te Rad­tour in den fran­zö­si­schen Al­pen folgt fünf Jah­re nach der ers­ten Rei­se, im Herbst 1992: Rad fah­ren und Berg­wan­dern auf ei­ner Tour? Nun, vom Pré de Ma­da­me Car­le las­sen sich zwei sehr schö­ne Hüt­ten im Ge­biet der Bar­re des Écrins er­rei­chen. Und so ma­chen wir uns mit Fahr­rad­t­a­schen und in Turn­schu­hen auf den Weg über den Glet­scher. Die­se Rei­se, auf die mich Jörg Ei­ge­mann be­glei­tet, hat et­was Archai­sches und Exis­ten­ti­el­les an sich. Wenn wir nicht Berg­stei­gen, dann quä­len wir uns über Schot­ter­stra­ßen hin­auf zum Col du Grand Par­pail­lon, der von ei­nem dunklen Tun­nel ge­krönt wird. Da­zu krö­nen wir die Tour am En­de mit ei­ner Um­run­dung des Grand Can­yon du Ver­don, im­mer­hin 2000 Hö­hen­me­ter und 110 km.

Der Rhein zwi­schen Ko­blenz und Bin­gen liegt mir be­son­ders am Her­zen, weil ich den Fluss in die­sem Ab­schnitt als be­son­ders auf­re­gend er­lebt ha­be; von den ers­ten Fahr­ten mit der deut­schen Bun­des­bahn durch das Rhein­tal nach Ös­ter­reich, über meh­re­re Rad­tou­ren durch das Tal bis zu den Fahr­ten zu mei­ner spä­te­ren Frau nach Bin­gen, bei der es die Bahn auf ei­ner Stre­cke von ei­ner Stun­de und fünf­zehn Mi­nu­ten schon auf drei­ein­halb Stun­den Ver­spä­tung ge­bracht hat. Sei­nen be­son­de­ren Reiz ent­wi­ckelt das Tal aber für Rad­fah­rer, denn am lin­ken Ufer wird fast die ge­sam­te Stre­cke als Rad­weg über den Lein­pfad ge­führt, seit ein­gen Jah­ren auch dort, wo der Rhein be­son­ders eng ist, an der Lo­re­ley. Am letz­ten Sonn­tag im Ju­ni wer­den über­dies zwi­schen Ko­blenz und Bin­gen/Rü­des­heim bei­de Rhein­sei­ten für den Au­to­ver­kehr ge­sperrt, was bei gu­tem Wet­ter ein gi­gan­ti­sches Volks­fest nach sich zieht, das un­ter dem Na­men «Tal to­tal» be­kannt ge­wor­den ist. Und da die Stre­cken­füh­rung man­gels Stei­gun­gen be­son­ders ein­fach ist, ver­wun­det es nicht, dass auch Kin­der hier ih­re ers­te Rad­tour mit ei­ge­nem Ge­päck­trans­port ver­su­chen. Von die­ser al­ler­ers­ten mehr­tä­gi­gen Tour durch das land­schaft­lich reiz­vol­le Rhein­tal er­zählt ei­ner der Rei­se­be­rich­te.

Die letz­te Mehr­ta­gestour liegt nun auch schon wie­der fast 10 Jah­re zu­rück. Sie führ­te als Drei­er­grup­pe von Bonn über Düs­sel­dorf nach le Tré­port am Är­mel­ka­nal. Über­nach­tun­gen im Zelt, Abendes­sen in Res­taus am We­ges­rand.

Ne­ben den zu­vor an­ge­spro­che­nen Rad­tou­ren fin­den sich in ei­ner Ü­ber­sicht auch die we­ni­ger spek­ta­ku­lä­ren, u.a. 1400 km mit Zelt und Kin­dern durch Schwe­den. Die schöns­ten Rei­sen ha­ben mich aber in die Al­pen ge­führt. Das liegt im we­sent­li­chen dar­in be­grün­det, dass ich als Rad­ler nur ei­nen wirk­li­chen Feind ken­ne: den Ge­gen­wind. Im Ge­gen­satz zu Ber­gen en­det der Ge­gen­wind nie. Im Ge­bir­ge hin­ge­gen fährt man im Wind­schat­ten der Ber­ge, wenn der Wind von vor­ne kommt und er­fährt Hil­fe, wenn er im Rücken weht. Fol­ge­rich­tig fin­det man un­ter den Etap­pen­zie­len oder -hö­he­punk­ten so be­kann­te Na­men wie Sim­plon, Ma­lo­ja oder Al­bu­la, aber auch fast un­be­kann­te wie die Vo­gel­ko­je auf Sylt,  Do­mo­dos­so­la, Visp oder Dor­nach, das Zen­trum der An­tro­po­so­phen.

Wan­dern, Berg­wan­dern, Berg­tou­ren

Wer an Berg­wan­dern denkt, denkt zu­meist an die Al­pen. Aber es gibt noch ei­ne gan­ze Rei­he an­de­rer Ber­ge in Eu­ro­pa, die es zu er­klim­men lohnt. Hier­von han­deln die ers­ten bei­den Ge­schich­ten:

Mit ei­ner Ruck­sack­rei­se durch Schott­land, die auch un­ter dem The­ma Rei­sen ganz gut auf­ge­ho­ben wä­re, be­ginnt die Fol­ge der Rei­se­be­rich­te, die al­le­samt durch vie­le Fo­tos do­ku­men­tiert wer­den. Aber wäh­rend die­ses sechs­wö­chi­gen Auf­ent­halts ma­che ich ei­ne aus­ge­dehn­te Wan­de­rung in Nor­thum­ber­land, im schot­ti­schen Hoch­land und auf der Is­le of Skye. Ich ver­brin­ge vie­le Näch­te in Ju­gend­her­ber­gen und in ei­nem für schot­ti­sche Re­gen­güs­se eher un­pas­sen­den Zelt. Da­her fin­det sich die­ser Rei­se­be­richt un­ter den Wan­de­run­gen wie­der, mit pas­sen­den Land­schafts­fo­tos. Auch die Be­su­che auf den vor­ge­la­ger­ten In­sel­grup­pen, den He­bri­den und den Or­kneys mit ei­nem Be­richt vom Hum­mer­fang sol­len nicht zu kurz kom­men.

Clim­bing Ben Ne­vis ist ei­ne zwei­spra­chi­ge Ge­schich­te. Man ver­zei­he mir mein Eng­lisch. Den­noch ist der Rei­se­be­richt si­cher­lich in­terressant für die, die sich «von hin­ten» an den höchs­ten Berg Schott­lands her­an ma­chen wol­len. Wel­cher Wan­de­rer hat nicht schon da­von ge­träumt, ein­mal die­sen Berg zu be­stei­gen. Im­mer­hin hat man es hier (in Fuß) mit ei­nem 4000er zu tun. In ei­nem gu­ten Som­mer ist das ein un­ge­wöhn­li­ches und gänz­lich un­ge­fähr­li­ches Un­ter­fan­gen, selbst auf ei­ner Rou­te, die nicht in den Rei­se­füh­rern steht. Bei Re­gen kön­nen die We­ge über nas­se, stei­le Wie­sen zu ei­ner töd­li­chen Fal­le wer­den. Und Win­ter­be­stei­gun­gen des Ber­ges en­den im­mer wie­der mit ei­nem De­sas­ter. Au­ßer Ben Ne­vis gibt es aber noch an­de­re loh­nen­de Zie­le, so der Ben Lui, der sehr ma­le­risch ge­le­gen ist und bei gu­tem Wet­ter als ein traum­haf­ter Aus­sichts­berg gilt. Die Be­stei­gung ist weg­los und soll­te wie al­le an­de­ren Tou­ren auch, nur in Beglei­tung er­fol­gen, da sonst der Schä­fer die sterb­li­chen Über­res­te viel­leicht erst im nächs­ten Früh­jahr fin­det, wenn man nicht spur­los im schot­ti­schen Hoch­moor ver­sinkt.

Um Stra­te­gi­en zur Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung zu tes­ten, hat die Com­pu­ter­zeit­schrift c't die « Hom­ming­ber­ger Ge­par­den­fo­rel­le» er­fun­den, und da­mit ei­nen Be­griff ge­schaf­fen, der es all je­nen Ge­stal­ten, die hart am win­di­gen Zeit­geist vor­bei­se­geln, er­mög­licht, In­ter­netsei­ten auf Tref­fer­quo­ten hin zu op­ti­mie­ren (SEO - search en­gi­ne op­ti­mi­za­ti­on). Ich ha­be den An­lass be­nutzt, all je­ne Be­ge­ben­hei­ten, die ich auf Rei­sen in Schott­land er­lebt ha­be und nir­gend­wo sonst pas­send un­ter­brin­gen konn­te, auf den Sei­ten über die­se vir­tu­el­le Fo­rel­le auf­zu­füh­ren - wohl wis­send, dass da­mit kein SEO-Wett­be­werb zu ge­win­nen ist. Wer will, kann die Ge­schich­te auch von hin­ten le­sen, al­so auf der Sei­te be­gin­nen, die all das noch ein­mal et­was ge­nau­er er­läu­tert.

Die Be­stei­gung der Ötz­ta­ler Wild­spit­ze ist si­cher­lich ein her­aus­ra­gen­des Er­leb­nis ge­we­sen. Die­ser Berg ist nicht nur der mit we­ni­gen Me­tern Ab­stand zweit­höchs­te Berg der ös­ter­rei­chi­schen Al­pen, er ist auch be­son­ders schön. Wer ein­mal das Glück hat­te, bei strah­len­dem Son­nen­schein, Tem­pe­ra­tu­ren um +15°C und völ­li­ger Wind­stil­le auf ei­ne so große Hö­he oh­ne Seil­bahn vor­zu­drin­gen, der ge­nießt! Ins­be­son­de­re die Bil­der auf den Glet­schern ver­mit­teln ei­ne ei­ge­ne Stim­mung. Sie sind oft zu ex­tre­men Zei­ten ent­stan­den, was nicht ver­wun­dert, wenn man be­denkt, dass vor der Ein­füh­rung der Som­mer­zeit Auf­ste­hen ge­gen vier Uhr mor­gens völ­lig nor­mal war (bei ei­nem sol­chen Vor­ha­ben).

Rei­se, Rei­sen, Ur­laub, Som­mer­ur­laub

Un­se­re Som­mer­ur­lau­be ha­ben uns nach Groß­bri­tan­ni­en, Ita­li­en und vor al­lem nach Frank­reich ge­führt, wo­bei Frank­reich durch sei­ne land­schaft­li­che Groß­ar­tig­keit über­zeu­gen kann. Die tie­fe Schlucht bei Cas­tel­la­ne, Grand Can­yon du Ver­don, ist die her­aus­ra­gen­de Se­hens­wür­dig­keit des Lan­des; man um­run­det sie auf 110 Ki­lo­me­ter Ne­ben­stra­ßen und über­win­det da­bei bis zu 2000 Hö­hen­me­ter. Be­son­ders mit dem Fahr­rad ist das ei­ne her­aus­for­dern­de Tour. Un­ver­ges­sen bleibt auch der Blick (oder, wer es mag, der Sprung) von der Pont de l'Ar­tu­by. Am En­de der Som­mer­fe­ri­en ist der Be­such im Sü­den des Lan­des be­son­ders reiz­voll, weil der große An­drang vor­über ist, die Tou­ris­ten nach und nach die Cam­ping­plät­ze ver­las­sen und Ru­he ein­kehrt. Da­bei lie­gen so vie­le se­hens­wer­te Or­te am We­ges­rand: Le Pont du Gard, Cir­que de Na­ve­cel­les, Gor­ges du Tarn und Ai­gues-Mor­tes, ein heu­te ver­lan­de­ter Kreuz­fah­rer­ha­fen.

«Mit dem VW-Bus durch Frank­reich» ist ei­ne lo­se Samm­lung von Rei­se­be­rich­ten über Er­leb­nis­se mit ei­ner Art Wohn­mo­bil. Ob­gleich nicht aus­ge­baut, kann so ein VW-Bus durch­aus ein sehr an­ge­neh­mes Rei­se­ge­fährt sein. Ein Auf­stell­dach bie­tet das Mi­ni­mum an Rei­se­kom­fort. Für al­le Frank­reich­freun­de gibt es ei­ne Ü­ber­sicht über die Rei­sen in Frank­reich, die Som­mer- und Win­ter­ur­lau­be, Bus­rei­sen, Wan­de­run­gen und Rad­tou­ren um­fas­sen. Un­se­re letz­te Rei­se hat uns nach vie­len Jah­ren an den Strand von Saint Tro­pez ge­führt, so­wie auf dem Hin- und Rück­weg durch die ma­le­ri­sche Pro­vence bei Vai­son-la-Romai­ne; ei­nen frei­en Vor­mit­tag nut­ze ich zu­sam­men mit mei­nem Sohn, um den Mont Ven­toux mit dem Rad zu er­klim­men, Start­zeit 5:45 Uhr.

Wer un­ter­nimmt al­len Erns­tes im Win­ter ei­ne Wan­de­rung durch die Schluch­ten des Tarn? Die­se Win­ter­rei­se nach Süd­frank­reich, die nun auch schon vie­le Jah­re zu­rück liegt, hat mir ei­ne ganz be­son­de­re Sicht auf Frank­reich ver­mit­tel. Ei­ne al­te Ko­dak Re­ti­na Re­flex III dient als Ka­me­ra, ein bil­li­ges Zelt als Un­ter­kunft und ein Bun­des­wehr­schlaf­sack muss Tem­pe­ra­tu­ren un­ter -10°C trot­zen. Erst mit der An­kuft an der Küs­te wär­men die Son­nen­strah­len wie­der. Un­ver­ges­sen bleibt der Ab­stieg von den Hö­hen hin­ab nach Mo­naco, der Blick auf Niz­za und die Pal­men am We­ges­rand las­sen ech­te Ur­laubs­s­tim­mung auf­kom­men. Der Ein­marsch der Rus­sen in Af­gha­nis­tan fällt in die­se Zeit - wir le­sen da­von in ei­ner fran­zö­si­schen Zei­tung.

Man kann sei­nen Ur­laub to­tal auf Ent­span­nung aus­rich­ten, al­so am Strand ab­lie­gen bis die Haut ver­schrum­pelt, oder auch auf «vol­le ac­ti­on», z. B. wan­dern mit Ruck­sack bis die Soh­len bren­nen oder Rad fah­ren bis Rei­fen und Brem­sen qual­men. Man kann das auch las­sen. Wenn man auf dem Weg die ei­ne oder an­de­re kör­per­li­che Be­tä­ti­gung ein­schiebt, hat das ei­nen stress­frei­en Ak­tiv­ur­laub-Touch. So un­ter­neh­men wir auf un­se­rer Rei­se durch Süd­west­frank­reich ei­ne Ka­nu­fahrt auf der Ardèche, er­obern zu Fuß Car­cas­son­ne, fah­ren mit dem Rad hin­auf zum Ho­spiz de Fran­ce, be­su­chen St. Jean-de-Luz und Bi­ar­ritz, es­sen zu Abend am Tisch der Brü­der Ibar­bou­re und ent­span­nen auf ei­nem der schöns­ten Cam­ping­plät­ze der Re­gi­on, dem Pa­vil­li­on Roya­le in Bid­art. Mit mei­nem Tou­ren­rad er­klim­me ich den Col de Pey­re­sour­de, den A­spin und schließ­lich den Col du Tour­ma­let, wo­bei mir in der Ab­fahrt fast ein Pferd zum Ver­häng­nis wird.

Kann man ei­nen Som­mer­ur­laub so le­gen, dass man die ein­zi­gen drei Wo­chen des Jah­res er­wi­scht, die kühl und reg­ne­risch sind? Kann man die ein­zi­ge to­ta­le Son­nen­fins­ter­nis in 100 Jah­ren um 5 Mi­nu­ten ver­pas­sen? Mein rei­se­be­glei­ten­des Tief­druck­ge­biet sorgt wie im­mer für die pas­sen­de Sze­ne­rie. Auch wenn man die Son­ne nicht ver­schwin­den sieht, er­lebt man die nächt­li­che Dun­kel­heit im Kern­schat­ten von Laon doch haut­nah. Un­ser Ziel ist die Bre­ta­gne, das Land der Hin­kel­stei­ne, wo­bei wir die Nor­man­die nicht strei­fen und der Le­ser so­mit die ge­wohn­ten Bil­der vom Ge­zei­ten­kraft­werk von Saint Ma­lo oder dem Mont Saint Mi­chel auf ei­ner an­de­ren In­ter­netsei­te su­chen muss. Da­für er­le­ben wir Per­ros-Gui­rec bei gu­tem Wet­ter mit ei­ner ent­spre­chen­den Aus­beu­te an Pho­tos. Der Leucht­turm ist ein­zig­ar­tig. Und wenn man bei strö­men­dem Re­gen auf dem Weg zur Du­sche dann noch Be­kann­te aus dem Schi­ur­laub trifft, weil man die Duschmar­ke ver­ges­sen hat und um­keh­ren muss, kann das durch­aus mit dem Schick­sal ver­söh­nen.

Die Be­son­der­hei­ten der Bre­ta­gne, die­ses so ganz an­de­re Frank­reich, das eher an Flan­dern er­in­nert, wo man Cîd­re trinkt statt Wein und doch zu je­der Mahl­zeit auch ein Me­nü mit Aus­tern als Vor­spei­se ge­hört, ha­ben uns da­zu an­ge­regt, noch zwei­mal hier­hin zu fah­ren. Die ers­te Rei­se führt uns an die groß­ar­ti­gen Strän­de von Car­nac, die zwei­te wei­ter nach Nor­den. Da­bei ma­chen wir ei­nen Rund­um­schlag mit ei­nem Be­such in Con­car­neau, in Béno­det mit sei­nem sehr spe­zi­el­len FKK-Strand, in der Schwes­ter­stadt von Rem­scheid, Quim­per, so­wie in Saint Ma­lo. Wir bum­meln durch die Alt­stadt, trin­ken Cîd­re in ei­nem Res­tau auf der Stadt­mau­er und woh­nen auf dem Cam­ping­platz an der Cor­ni­che d'Alet. Der Bus kann ste­hen blei­ben und auch die Rä­der braucht man nicht für ei­nen Be­such im Zen­trum der Vil­le Clo­se. Wir ver­ab­schie­den uns aus die­ser mit his­to­ri­schen Ge­bäu­den schwan­ge­ren Re­gi­on mit ei­nem Ab­ste­cher zum Mont Saint Mi­chel, der für we­ni­ge aber aus­rei­chend lan­ge Mi­nu­ten im Licht der Son­ne er­strahlt.

Süd­frank­reich ist nicht nur ein be­lieb­tes Rei­se­ziel son­dern auch die am meis­ten fre­quen­tier­te Sei­te un­se­rer Ho­me­pa­ge. Grand Can­yon du Ver­don ist hier das Schlag­wort. Mit dem Sen­tier Mar­tel ver­fügt die Schlucht zu­dem über ei­nen groß­ar­ti­gen Wan­der­weg. Der Can­yon ist der mit wei­tem Ab­stand ein­drucks­volls­te in ei­nem Land, das reich an Schluch­ten ist. Der Sü­den steht für Wein, sa­voir vi­vre und ei­ne be­rühm­te Küs­te. Aber auch für Ort­schaf­ten wie Rous­sil­lon, Mous­tier-Ste-Marie, Apt, Gras­se und Saint-Tro­pez. Da­zu gibt es im Lan­des­in­ne­ren Seen wie der Lac de St. Croix oder der von Serre-Ponçon. Un­ter­wegs gibt es aber noch mehr zu ent­de­cken...

Es ist die viel­leicht ent­spann­tes­te Rei­se, die wir je­mals nach Frank­reich un­ter­nom­men ha­ben. Es ist ei­ne Rei­se oh­ne große High­lights, oh­ne die großen Bil­der und die be­rühm­ten Na­men. Aber es wird dann doch ein Er­leb­nis, viel­leicht weil der Strand der Ile d'Oléron auch dann schön ist, wenn man nicht fo­to­gra­fiert, weil Cham­bord eben Cham­bord und Las­caux halt Las­caux ist. Und die Wäl­der des Pé­rigord sind so gut wie sei­ne Pas­te­ten. Auch wenn wir aus der «Sen­dung mit der Maus», die kurz nach un­se­rem Ur­laub im Dépar­te­ment 17 der Auf­zucht der Mies­mu­scheln ei­nen aus­führ­li­chen Be­richt wid­met, mehr über die Mee­res­tie­re ler­nen als vor Ort, so ver­brin­gen wir doch dehr schö­ne Ta­ge auf der In­sel. Ei­ne gut 70 Ki­lo­me­ter lan­ge Fahrt mit dem Rad über den Nord­teil der In­sel run­det den Auf­ent­halt ab. Da­nach fol­gen ei­ne Fischauk­ti­on in Roy­an und, auf aben­teu­er­li­chen Pfa­den, ei­ne Rad­tour durch die «Lan­des».

Wer Freun­de in der Nä­he von Pa­ris hat, et­wa ei­ne Zug­stun­de ent­fernt, die zu­dem ein sehr uri­ges Gäs­te­zim­mer auf dem Land ver­mie­ten, kann auch schon mal ein lan­ges Wo­che­n­en­de dort ver­brin­gen, und so nut­zen wir das Fina­le der Tour de Fran­ce 2005 zu ei­nem Be­such, zu dem wir uns dann auch ein paar Stun­den an die Stra­ße stel­len. Die Or­ga­ni­sa­ti­on der Sie­ger­eh­rung ist ein Ar­muts­zeug­nis. Wer was se­hen will, der hockt sich zu Hau­se vor den Fern­se­her! Da­für ha­ben wir Vi­n­okurow aus­rei­ßen se­hen und zu­dem die Fra­ge ge­klärt, warum bei die­sem Rad­ren­nen 189 Fahr­rä­der 1000 Mo­tor­fahr­zeu­gen ge­gen­über ste­hen. Dass man schon als Ama­teur auf Do­ping zu­rück­grei­fen muss, um am En­de Pro­fi wer­den zu kön­nen, ist ein of­fe­nes Ge­heim­nis. Auch nach mehr als 120.000 km auf dem Tou­ren­rad wer­de ich kein Freund der Stra­ßen­ren­nen.

Ei­ne Über­lei­tung zu fin­den zwi­schen Frank­reich und Spa­ni­en ist nicht so ein­fach, aber ich will es mit der Brücke von Mil­lau ver­su­chen, ei­nes der kühns­ten Bau­wer­ke al­ler Zei­ten. Der Wa­gen glei­tet 275 m über der Tal­soh­le da­hin und man ahnt nichts von der ge­wal­ti­gen Hö­he, in der man sich hier be­fin­det. Wir über­que­ren das Via­dukt auf dem Weg nach Dé­nia, über­nach­ten im Ort und früh­stücken auf ei­nem Hü­gel ge­gen­über, den ich am Abend zu­vor zu Fuß aus­ge­sucht hat­te. Ei­ne Ko­dak DX 7590 mit knapp 400 mm KB-äqui­va­lent nimmt von dort, über 5 km ent­fernt, den Pfei­ler P2 auf, der in der Hö­he den Eif­fel­turm um gut 45 m über­ragt. Von Mil­lau aus fah­ren wir wei­ter nach Bar­ce­lo­na, wo wir ei­nen Stopp ein­le­gen und mit spe­zi­el­len Bus­li­ni­en die Stadt er­kun­den. Da es Ok­to­ber ist, ha­ben wir an Se­hens­wür­dig­kei­ten auch kei­ne Pro­ble­me mit dem Ein­lass.

Gar­da­see, Cin­que Ter­re und To­s­ka­na sind die Re­gio­nen ei­ner nun schon lan­ge zu­rück­lie­gen­den Rei­se nach Ita­li­en. La­zi­se, Pi­sa, Sie­na und Flo­renz die Or­te, die die­se Rei­se streift. Or­te, die im­mer für au­ßer­ge­wöhn­li­che Fo­tos gut sind. Aber es ist viel­mehr das «Er­leb­nis Ita­li­en», wie man es sich vor­stellt, durch­aus kon­tro­vers und manch­mal auch ner­vig, das die­sen Ur­laub prägt. Aber am En­de die­ser Fahrt, die uns den Schmutz groß­stadt­na­her Strän­de eben­so er­le­ben lässt wie die ein­zig­ar­ti­ge Land­schaft der Cin­que Ter­re oder die Über­fahrt über den Apen­inn, die Uf­fi­zi­en in Flo­renz oder die ge­fähr­li­che Schief­la­ge des be­rühm­ten Turms von Pi­sa, wer­den wir mehr wis­sen über Nor­di­ta­li­en. Die­se Fahrt, die mit ei­nem Ab­ste­cher nach Ro­then­burg ob der Tau­ber und ei­nem Kupp­lungs­scha­den am VW-Bus so­wie dem dar­aus re­sul­tie­ren­den Zwangs­auf­ent­halt am Bo­den­see be­ginnt, hält zu­letzt dann doch zahl­rei­che po­si­ti­ve Ü­ber­ra­schun­gen pa­rat.

Es ist nicht Je­der­manns Sa­che, ei­ne Städ­te­tour zu un­ter­neh­men, aber die Rei­se nach Dres­den wird al­len, die da­bei wa­ren in Erin­ne­rung blei­ben. Ei­ne elo­quen­te Rei­se­lei­te­rin vor Ort, traum­haf­tes Wet­ter und ei­ne Stadt mit vie­len Se­hens­wür­dig­kei­ten, de­ren heu­ti­ger Glanz die his­to­ri­sche Leis­tung des Auf­baus Ost im rech­ten Licht er­schei­nen lässt, sind die Eck­punk­te die­ser Fahrt.

Last but not least gibt es noch ei­ne Ge­schich­te, die ich nie ge­schrie­ben ha­be, weil mir zu den Bil­dern die Wor­te (sprich: das Ta­ge­buch) feh­len. Es war ei­ne tur­bu­len­te Rei­se vol­ler Selt­sam­kei­ten, «ge­spon­sert» von In­ter­rail, de­ren ers­ter Teil nach Nor­we­gen führ­te. Von die­sem Teil der Rei­se gibt es Fo­tos, von ana­lo­gen Un­ter­la­gen gescannt. Mo­ti­ve sind die Mit­ter­nachts­son­ne bei Bo­dø, ein Glet­scher am Ran­de der Oslo-Ber­gen-Bahn und die da­ma­li­ge Ju­gend­her­ber­ge im Ha­fen von Stock­holm, ei­ne Drei­mast­bark.