GNavigia und NASA SRTM-Daten
Höhendaten, aus der Luft gegriffen ...

Mit Version
2.11.12.0 wird erstmals eine einfache, geodätisch gesehen
hinreichend exakte Interpolation
von Höhendaten möglich, sofern die Datenbank hierzu mit
SRTM-Daten gefüllt ist. Erste Tests haben gezeigt, dass sich damit
Genauigkeiten um 20 m für die Höhe erzielen lassen. Das
bereits zuvor erwähnte PDF-Dokument
erläutert die Vorgehensweise zum Einspielen von NASA SRTM-Daten.
Die Seite GNavigia
Clients ist u. a. dem ODBC-Anschluss von Datenbanken gewidmet, nur
dass hier die Datenquelle (Data Source) postgres_srtm_v2
lauten muss. (Unter Windows 7 64-Bit müssen Sie
für das Hinzufügen des ODBC-Treibers statt Systemsteuerung/Verwaltung/ODBC-Datenquellen
als Administrator das Programm C:\Windows\SysWOW64\odbcad32.exe
ausführen, um 32-Bit ODBC-Treiber hinzuzufügen.)
*
Die Funktionalität der Interpolation selbst versteckt sich
unter Bearbeiten/Track in den Tiefen eines Untermenüs.
Und für ältere Rechner sind die Laufzeiten enorm: Mehr als
einen Punkt pro Sekunde schafft
ein Athlon 3000+ aus dem Jahre 2003 nicht! Ein Notebook mit AMD X2
Prozessor von 2007 kommt dagegen auf etwa 25 Punkte und berechnet
Höhen somit viel schneller, als man klicken
kann.
Interpolation von Höhen
Am Beispiel «Rund um Radevormwald» wird die Interpolation
von Höhen aus SRTM-Daten erläutert. Die höchste Stadt im
Bergischen Land eignet sich wegen der großen
Höhenunterschiede besonders gut für diesen Zweck. Nehmen wir
an, sie hätten einen Track in einem Programm digitalisiert, das
Ihnen keine Höhen liefert, dann stehen Sie nach dem Einlesen der
Daten vor einem Track mit lauter Nullhöhen.

Bevor Höhendaten übertragen werden können, muss genau
ein Track
ausgewählt werden, auf dessen Trackpunkte die Operationen
angewendet werden sollen. Wählen Sie aus dem Menü der
Applikation heraus Bearbeiten/Track/Höhen aus SRTM-Daten
interpolieren/Alle aktiven Trackpunkte. Es erscheint ein Dialog,
der, falls GPS-Messungen vorliegen sollten, die
Differenzen tabellarisch darstellt und ein
Abbrechen oder auch nur die Einschränkung auf bestimmte Werte
ermöglicht. Klicken auf die Spalte mit dem Kreuz ([X])
wechselt zwischen drei Zuständen:
- alle Punkte selektiert
- kein Punkt selektiert
- nur Punkte mit Nullhöhen selektiert, falls es
überhaupt einzelne Nullhöhen gibt.
Die Spalte Genauigkeit wird zurzeit noch mit 0.0 belegt, sie ist
für spätere Analysen reserviert. Mithilfe der
Schaltfläche Zentrieren kann man sich das nähere
Umfeld eines Punktes genauer ansehen. Klickt man ein zweites Mal
für denselben Punkt, wird die vorausgehende Darstellung angezeigt.
Weiteres Klicken wandert im Stapel der Anzeige weiter zurück. (In
Vorbereitung.)
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Wird eine SRTM-Höhe von 0.0 angezeigt, dann liegt es daran, dass
(in besonders flachen Gebieten kann das vorkommen) die nächste
Höhenlinie zu weit vom Trackpunkt entfernt ist. Einen solchen Wert
interpoliert man später über die bekannte
Interpolationsfunktion für zu 0 gesetzte Höhen.

Digitalisieren von Punkten
Beim Digitalisieren von Punkten wird automatisch eine SRTM-Höhe
interpoliert, wenn die Funktionalität zur Verfügung steht. Da
für jede Höhe ein neuer Thread erzeugt wird, kann es auf
langsamen Maschinen dazu kommen, dass die Höhenbestimmung
nachläuft. Ein Versuch auf dem erwähnten 3000+ Athlon mit
schneller Klickfolge, 1100 Punkten und 180 km Tracklänge
führte zu dem Ergebnis, dass im Maximum Punkte
fast 800 Threads zusätzlich aktiv waren. Nach einer langen
Phase konkurrierender Berechnungen liefen die Ergebnisse am Ende fast
simultan ein, sodass man dann «die Höhen heranfliegen
sah», zudem
in einer etwas anderen Reihenfolge als die innerhalb des
Tracks.
Interpolationsformel
Die Interpolation von Höhen basiert auf Datenbankfunktionen, die
durchaus zu unerwarteten Resultaten führen können. Daher soll
der verwendete Algorithmus näher erläutert werden, wobei
rechte Winkel, wie in der Geodäsie üblich, mit doppelten
Viertelkreisen markiert sind:
 *
Eine Datenbankfunktion sucht die beiden Höhenlinien, für die,
wenn man vom zu interpolierenden Punkt P das Lot auf diese fällt,
die Länge des Lots minimal ist. Dazu wird in einem festen Umkreis
um P gesucht und alle Lote werden der Länge nach aufsteigend
sortiert. Die ersten beiden Ergebnisse liefern die nächsten
Nachbarn des Punktes. Zwischen den Lotfußpunkten P1 und P2 wird
gedanklich eine Linie aufgespannt und der Punkt P wird darauf
aufgewinkelt. Im Lotfußpunkt wird die Höhe interpoliert und
als die Höhe von P vermutet. Wenn die Höhenlinien ziemlich
parallel und mit gleichen Abständen verlaufen, ist das auch der
Fall.
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Im skizzierten Beispiel liegen die beiden nächsten Linien aber so,
dass der Punkt P zwischen P2 und P3 extrapoliert werden müsste.
Dem trägt der Algorithmus Rechnung. P wird auf die Linie zwischen
P2 und P3 aufgewinkelt, wodurch ein geringfügig anderes Ergebnis
für die Höhe des Punktes auftritt, als erwartet. Allerdings
sind weder die SRTM-Höhen noch mittel GPS ermittelte
Vergleichswerte genauer als 10 Meter, sodass der Fehler gering ist
gegen die zu erwartende Genauigkeit.
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