GNavigia
Digitale Fotos georeferenzieren und Blickrichtungen festlegen

Wenn man das
Aufnahmedatum und die Uhrzeit eines Fotos kennt und diesen Zeitpunkt
mit denen der Trackpunkte eines GPS Tracks vergleicht, kann man in
guter Näherung sagen, wo das Foto gemacht wurde. So etwas kann
GNavigia auch. Unser Tipp vorweg: Schalten Sie Ihren
GPS-Empfänger in einen Modus, in dem man die Zeit auf Sekunden
angezeigt bekommt und machen Sie davon ein Foto mit allen Kameras, die
sie auf Ihrem Weg einsetzen. Später können Sie aus dem
Aufnahmezeitpunkt und der Uhrzeit auf dem Foto sekundengenau die
Differenz zwischen Kamera und GPS-Empfänger angeben. Meist liegt
etwa eine Stunde Unterschied zwischen beiden Geräten. Diese
Differenz ist wesentlich. Zu beachten ist, dass die Anzeige des
GPS-Empfängers um eine Zeitzoneneinstellung gegenüber den
Angaben in der GPX-Datei verschoben sein kann. Das Foto entstand Ende
Juni 2009 während des Volksfests «Tal Total» auf der
Fähre von Rüdesheim nach Bingen.

Geobasisdaten: © Landesamt
für Vermessung
und
Geobasisinformation Rheinland-Pfalz 15.11.2007, AZ.:26722-1.401
Eine Radtour von Bingen nach Bonn, deren einziger Zweck es
war, Bilder zu machen, diente als Ausgangspunkt für die
Entwicklung der Georeferenzierung. Man bezeichnet ein Objekt
gemeinhin als
«georeferenziert», wenn man es an einem Punkt auf der
Erdoberfläche
«festmachen» kann. Eingebettet in eine KML-Datei ist solch
eine
Position auf dem Google EarthTM-Kartenservice
betrachtbar. Wenn man eine Strecke so
oft gefahren ist und so gut kennt, dass man Fotos auch ohne Merker
einer Position zuordnen kann, liegt die Bedeutung der Georeferenz nicht
unbedingt auf der Hand. Aber gerade als Fotograf an fremden Orten oder
einem ortsunkundigen Betrachter vorgeführt, gewinnt die
Georeferenz an
Bedeutung. Um das Ganze ein wenig spannender zu gestalten kann GNavigia zugleich die Blickrichtung
erfassen.
Als besonders anschauliches Beispiel soll uns der aus etwa 50 Metern
Distanz fotografierte «Alte Krahnen» in Andernach dienen,
der
tatsächlich mit «h» geschrieben wird, allen
Rechtschreibreformen der
letzten 450 Jahre, die er nun schon steht, zum Trotz. Mehr zu dieser
Sehenswürdigkeit unter «Alter
Krahnen» im Rahmen der Radtour.
*
Wir wählen das Beispiel «Alter Krahnen» auch deshalb,
weil es besonders
anschaulich
ist. Einerseits existiert ein allgemein zugänglicher
Kartenhintergrund,
bereitgestellt von einem Web-Service1
der Landesvermessung
Rheinland-Pfalz, was die Identifizierung des Objekts erleichtert
und es
uns überdies ermöglichen wird, Richtung und Distanz zum Ziel
annahmefrei zu bestimmen.
Fotos Georeferenzieren - Schritt für Schritt
Um Fotos georeferenzieren zu können müssen sie geladen
werden; benutzen
Sie dazu den Menüpunkt Fotos/Fotos hinzuladen.
Hinweis: Diese Funktionalität ist nicht in Rückgängig/Wiederherstellen
integriert!
Fotos laden
Der Dialog Fotos/Fotos hinzuladen ist
auf Mehrfachselektion ausgelegt. Sie können diese Vorgehensweise
wiederholen und Fotos aus verschiedenen Verzeichnissen laden. Fotos
werden mit dem Projekt
verwaltet und während der Bearbeitungsphase als Thumbnails
(Verkleinerungen) gespeichert, wodurch sich die Bearbeitung relativ
zügig
gestaltet. Lange Ladezeiten bei 10 Megapixel Kameras sind mit
vertretbarem Aufwand nicht zu vermeiden.
Falls beim Laden der GTD-Datei später einmal ein Foto fehlen
sollte,
wird dies im Karteireiter «Meldungen» angezeigt, auch dann,
wenn es
später erfolgreich nachgeladen werden kann.
Fehlende Fotos
Wenn beim Laden der GTD-Datei Fotos nicht gefunden werden können,
wird
der
Benutzer danach gefragt.
Wurden Fotos z.B. in einen anderen Ordner verschoben, ist die Chance
groß, sie auf diese Weise nachladen zu können. In diesem
Fall genügt
es, das
erste fehlende Foto neu auszusuchen, um den neuen Pfadnamen zu
ermitteln. Bei jedem Foto, das fehlt, wird so vorgegangen. Wurden die
Fotos bunt gemischt auf verschiedene Verzeichnisse verteilt, so
müssen
Sie praktisch jedes Foto einzeln nachladen. Der für die Suche zur
Verfügung stehende Dialog ist
etwas kompliziert geraten und soll daher hier erläutert werden:
|
|
Um verschollene Fotos zu suchen gehen Sie wie
folgt vor:
- Tragen Sie entweder von Hand den neuen Pfadnamen ein oder,
falls Sie das Foto selbst umbenannt haben sollten, den geänderten
Dateinamen und betätigen Sie «Foto laden»,
- oder suchen Sie das Foto mittels Dateiauswahl über die
Schaltfläche «Foto suchen».
Wenn das Foto gefunden wurde, erscheint eine sehr kleine Voransicht in
dem hier noch grauen Kasten auf der rechten Seite. Erst dann wird die
Schaltfläche «OK» freigegeben. Wenn Sie den Vorgang
abbrechen,
wird der gesamte Ladevorgang beendet und die GTD-Datei nicht geladen.
Wenn Sie den Ladevorgang mit «Fehlende ignorieren»
fortsetzen und
anschließend die Datei speichern, werden die fehlenden Fotos aus
dem
Projekt entfernt. Sollte Ihnen ein einzelnes Foto abhanden gekommen
sein, benutzen Sie die Schaltfläche «Foto ignorieren».
«Alle
ignorieren» setzt den Ladevorgang fort, ohne weitere Fotos zu
laden,
wobei die bis dahin geladenen Fotos in der Verwaltung erhalten bleiben.
Klicken Sie nach dem Laden auf den Reiter «Fotos» im
Verwaltungsfenster. Dort werden die geladenen Fotos ausgewiesen. Das in
der Liste aktuell selektierte Bild erscheint als Voransicht. Im oberen
Bereich werden Details (Eigenschaften) angezeigt. Schaltflächen
neben
der Voransicht steuern die weiteren Aktionen.
Standort festlegen
Der Vorgang der
Georeferenzierung ist relativ komplex, da er auf verschiedene Art und
Weise durchgeführt werden kann. Wir unterscheiden die folgenden
Vorgehensweisen, um einem Foto Koordinaten zuzuordnen:
- Daten von einem Trackpunkt übernehmen,
- Daten von einem Wegpunkt übernehmen,
- Koordinaten in der Grafik digitalisieren,
- Koordinaten von Hand eingeben.
Um eine der ersten beiden Optionen auswählen zu können, muss
zunächst
in der Grafik ein entsprechender Punkt selektiert werden.
Die Radioschaltfläche Bezugspunkt ist nur dann sensitiv,
wenn
entweder ein Trackpunkt oder ein Wegpunkt selektiert war oder ein
bereits georeferenzierter Punkt mit Bezugspunkt vorliegt. Wenn Sie
diese Option einschalten, führen Änderungen am Wegpunkt
direkt auf
Koordinatenänderungen des Standorts, womit Sie diesen Punkt in der
Grafik anfassen und verschieben können.
*
Das Dialogfeld zur Standortbestimmung ist nicht modal, sodass Sie in
die Karte klicken können, während es geöffnet ist. Sie
können auch noch
viele andere Dinge tun, aber im Interesse eines nicht sinnlos
vergeudeten Abends sollten Sie das freiwillig unterlassen!
Das Digitalisieren von Koordinaten in der Grafik setzt voraus, dass die
Karte bereits in einem vorbereiteten Zustand ist. Daher schicken wir
eine goldene Regel voraus: «Der Kartenausschnitt muss
zielgerecht vorbereitet sein, da der allererste Klick mit der linken
Maustaste in die Karte die
Auswahl definiert!» (Sie können die Karte also immer noch
mit der
rechten Maustaste verschieben!) Zum Digitalisieren von Koordinaten in
der Grafik gehen Sie wie folgt
vor:
- Klicken Sie auf die Schaltfläche
«Digitalisieren». Die
Radioschaltfläche wird selbsttätig angehakt. Der Mauszeiger
ändert
seine Gestalt, sobald Sie ihn über die Zeichenfläche bewegen.
Solange
der Zeiger diese Gestalt hat, ist die Auswahl noch nicht erfolgt.
- Klicken Sie in der Karte an die gewünschte Position.
Der
Mauszeiger ändert seine Gestalt. Die
Koordinaten werden im Reiter Standort im Gruppenfeld weiter unten
eingetragen. Das
Verfahren liefert keine Höhenangabe, sodass Sie diese von Hand
angeben
müssen.
- Betätigen Sie die Schaltfläche
«Änderungen übernehmen».
Erst dann werden die Koordinaten des Standorts geändert. Hier
erfolgt
zurzeit keine Sicherheitsabfrage!
Auch nach der freihändigen Eingabe von Koordinaten dürfen Sie
zurzeit
die Schaltfläche «Änderungen übernehmen»
nicht vergessen.
Zeitkorrekturen ermitteln
Sie könnten sich nun fragen, warum Sie GPS-Daten aufzeichnen, wenn
die
Standortkoordinaten am Ende doch wieder digitalisiert werden
müssen.
Oder müssen Sie das vielleicht gar nicht?
Um aus naheliegenden Trackpunkten abzuleiten, wo sich die Kamera zum
Zeitpunkt der Aufnahme befand, muss die Zeitkorrektur bekannt
sein, um die die Zeitangabe des GPS-Empfängers korrigiert werden
muss.
Wenn Sie diese Korrektur zu Beginn Ihrer Fotosafari nicht ermitteln,
müssen Sie diese aus mindestens einem Vergleichswert bestimmen.
Hierzu
müssen Sie eine der ersten beiden Optionen der Standortbestimmung
benutzen. Zumindest ein mir bekannter Garmin
GPS-Empfänger
speichert kein Datum
mit dem Wegpunkt (oder gpsbabel liefert es nicht). Daher wird
hier vorausgesetzt, dass Tracks
vorliegen oder dass Sie entweder den Wegpunkt mit der Option «Neu
an
selektiertem Trackpunkt» angelegt oder diesem ein von Hand
korrigiertes, passendes Datum spendiert haben. Um den am Trackpunkt
erzeugten Wegpunkt verschieben zu können, schalten Sie Trackpunkt
im
Menü Auswahl/Auswählbare Objektarten aus. Wenn Sie
den Wegpunkt
frei digitalisiert haben, erhält er den Zeitpunkt der Entstehung.
Dann
müssen Sie die Zeit von
Hand ändern; klicken Sie nach dem Übernehmen der
Änderungen auf
den Reiter «Bezugspunkt» und ändern Sie dort die
Eigenschaft Zeitbezug/DateAndTime im angezeigten Format.
Nach dem Zurückschalten in den
Reiter Standort sollten Sie die Zeitkorrektur im Textfeld
oberhalb der Liste sehen. Diesen Wert können Sie über die
kleinen
Schaltflächen am linken Rand in die Liste der Zeitkorrekturen
eintragen.
Hinweis: Die von der Auswahl eines Bezugspunktes unabhängige
Angabe
einer Zeitkorrektur «von Hand» im Hauptmenü der
Applikation erlaubt die gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Kameras und
die freie Eingabe von Korrekturdaten. Aber auch dort gilt, dass nur
Kameras angezeigt und bearbeitet werden können, für die
mindestens ein Foto geladen wurde! Mit Einführung der freien
Eingabe zeigt der Dialog der Standortbestimmung nur noch die
Korrekturdaten für eine einzige Kamera.
Zeitkorrektur und Kamera
Die zuvor ermittelte Zeitkorrektur gilt immer nur für eine Kamera
zu
einem bestimmten Zeitpunkt. Daher kann GNavigia für jede Kamera
eine
Liste von Zeitkorrekturen verwalten. Diese Fähigkeit ist noch
nicht
fertig implementiert, aber die Voraussetzungen sind geschaffen,
Intervalle zu definieren, in denen die gleichen Korrekturen gelten.
GNavigia erkennt Kameras selbsttätig, es sei denn, Sie
verfügen
nur über analoge Kameras, was zwar heute keinen Sinn mehr macht,
auch
wenn eine gute alte analoge Kamera die überpixelten Digitalkameras
der
Neuzeit in schwierigen Aufnahmesituationen und bei Blitzlicht locker in
den Schatten stellt. Nehmen wir an, sie hätten eine analoge Kamera
und
einige digitale, dann werden Sie den Standort der analogen Kamera mit
GNavigia immer noch digitalisieren können. Eine automatische
Georeferenzierung ist aber auch dann möglich, wenn Sie die
digitalisierten Fotos zuvor mit einem anderen Programm mit einer
eindeutigen Kamerakennung sowie Datum und Uhrzeit im standardisierten
Format versehen haben.
Hinweis: Wenn Sie den Standort eines analogen Fotos
digitalisiert und dabei einen Track- oder zeitkorrigierten Wegpunkt
zugeordnet haben, setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Bei Bedarf
bekommt GNavigia dann die Möglichkeit, einem analogen Foto eine
Kamera
zuzuordnen.
Kameras
Die Verwaltung von mehreren Kameras sowie die Erfassung von
Kameraattributen ist in Vorbereitung. Alle neu geladenen Fotos werden
unverzüglich auf Kameradaten untersucht. Eine Kamera mit
eindeutiger Identifizierung erscheint genau einmal in einem Projekt.
Die projektübergreifende Weitergabe von Kameradaten geschieht
durch das Speichern der Kameradaten als XML-Datei.
Standorte weiterer Fotos berechnen
Nach Angabe mindestens einer Zeitkorrektur pro Kamera ist eine
automatische Bestimmung der Standortkoordinaten möglich. Diese
erfolgt
aus dem Hauptmenü der Applikation heraus. Benutzen Sie hierzu Fotos/Koordinaten
ermitteln. Dieser Menüpunkt startet unmittelbar und ohne
weitere
Abfragen die Ermittlung der Standortkoordinaten aller Bilder, für
deren
Kamera eine Zeitkorrektur angegeben wurde. Das Ergebnis der nicht
ermittelbaren Zuordnungen wird als Meldungsliste ausgegeben. Wenn Sie
bereits alle Fotos georeferenziert haben, wird Ihnen eine lange Liste
von Meldungen begegnen, die auf diesen Umstand hinweist. Erfolgreich
berechnete,
georeferenzierte Fotos werden in der Liste mit einem «X»
versehen.
Es ist seit der Version 2.3.7.0 möglich, ein einzelnes Foto
automatisch
bearbeiten zu lassen. Im Dialog Fotoparameter festlegen wird
die Schaltfläche Georeferenz löschen zu Georeferenz
ermitteln, wenn das Bild noch nicht georeferenziert ist.
Blickrichtung festlegen

Für Fotos kann außer dem Standpunkt auch eine Blickrichtung
definiert
werden, sowohl unbestimmt (als «freie
Richtung») als auch bestimmt (mit festem Zielpunkt).
«Was soll
das?», werden Sie fragen. Und ich antworte Ihnen: «Warum
wollen Sie
Standortkoordinaten bestimmen, wenn Sie nicht wissen wollen, wohin sie
fotografiert haben?»
Oft sind Motive vom Standort selbst weit entfernt oder ihre Lage
erschließt sich auf einer Karte nicht ohne genaues Hinsehen. Bei
einer
Brennweite um 300mm Kleinbildäquivalent lässt sich eine
über 3
Kilometer entfernte Burg immer noch formatfüllend auf das Bild
bannen,
ohne dass man sie in einem Luftbild sofort finden würde. In welche
Richtung würden Sie suchen?
Ich hoffe, dass ich Ihren Sinn für den Wert einer
Richtungsangabe geschärft habe, zumal die Entwickler der Metadaten
der
Fotos gleich zwei verschiedene Attribute samt etlicher Zusatzdaten
vorgesehen haben, um die Blickrichtung gegen geodätisch oder
magnetisch
Nord im Foto selbst abzulegen. In der Grafik kennzeichnet GNavigia die
Blickrichtung mit einem halbtransparenten gelben Kreisausschnitt mit
den Koordinaten des Fotostandorts im Mittelpunkt.
Um die Richtung anzugeben haben Sie wieder die Auswahl zwischen
einem grafischen und einem händischen Verfahren. Die Burgen in
Rheinland-Pfalz sind praktisch alle in der Wikipedia geocodiert, sodass
Sie bei Kenntnis des Namens die Burg heraussuchen und die Koordinaten
ablesen können. In diesem Fall betätigen Sie die
Schaltfläche
«Zielkoordinaten eingeben». Sie benötigen dazu nicht
einmal eine
Kartenunterlage.
Wenn Sie das Ziel sehr wohl kennen und in der Karte
digitalisieren wollen, klicken Sie auf die Schaltfläche
«Ziel in der
Karte markieren». Sie müssen die Karte wieder entsprechend
der goldenen
Regel vorab positioniert haben. Bewegen Sie den Mauszeiger auf das Ziel
und klicken Sie einmal. Die Koordinaten und die daraus berechneten
Werte Richtung und Entfernung werden dargestellt. Der
Blickwinkel kann bei digitalen Kameras aus den Daten des Fotos,
namentlich der Brennweite,
berechnet werden, was auch geschieht, wenn die Größe des
Chips bekannt
ist. Da das jedoch praktisch nie mit hinreichender Genauigkeit der Fall
ist, werden wir weiter unten im Text beschreiben, wie man die
Chipgröße
der Kamera kalibriert.
Wenn Sie das Ziel nicht hinreichen genau spezifizieren
können,
geben Sie die Richtung ungefähr an. Wir sprechen hier von einer unbetimmten
Richtung, weil sie auf unbestimmten Zielkoordinaten beruht. In diesem
Fall bleibt das Feld Entfernung leer. Die Richtung wird nicht
nur dann neu berechnet, wenn Sie sie hier festlegen, sondern auch dann,
wenn Sie den Standort
verschieben. Daher ist es auch für die unbestimmte
Richtungsangabe sinnvoll, wenn sie Koordinaten in der
Nähe des Ziels oder weit in Richtung Horizont festlegen, weil
sonst
schon eine kleine Änderung der Standortkoordinaten eine
große
Richtungsänderung nach sich ziehen wird. Seien Sie beim Festlegen
einer
Richtung also großzügig mit dem Abstand vom Standort!
Die Darstellung der Richtung in der Karte erfordert jetzt
nicht mehr, dass der
Standpunkt sichtbar ist. Die Sichtbarkeit des Ziels war schon immer
unerheblich.
Eine unbetimmte Richtung erkennen Sie daran, dass der
Richtungsstrahl stets bis zum Kartenrand reicht, ganz gleich, welchen
Maßstab Sie wählen. Eine Änderung der Farben und der
Transparenz des
Kreisausschnitts ist nicht möglich.
Hinweis: Auch hier gilt, dass Sie «Richtung
übernehmen»
anklicken
müssen, um die Änderungen endgültig zu übernehmen.
Auch hier erfolgt
keine Warnung. Alle Aktionen in diesem Reiter werden als
Zwischenschritte angesehen.
Blickwinkel kalibrieren
«Kalibrieren?», werden Sie sich vielleicht fragen, wenn Sie
den Dialog
genauer betrachten. «Was ist das?». Nun, Kalibrieren ist,
salopp
gesprochen, das nichtamtliche Eichen von technischen
Geräten.
Und Sie
werden das brauchen, ich konnte es auch nicht glauben, aber ein Zoll
ist nun mal kein Zoll in der Elektrotechnik, so wie ein
Koordinatensystem in der Geodäsie anders orientiert ist als eines
in
der Mathematik. Selbst Kodak scheint nicht zu wissen, wie groß
der
Sensor ist, den sie in Kameras einbauen - oder es ist so geheim, dass
sie es nicht einmal in das Datenblatt schreiben. Für die meisten
Digitalkameras ist die Angabe der Chipgröße ohnehin eher ein
Wertminderungsgrund. Wie dem auch sei! Wir
rechnen uns die maßgeblich Sensorgröße einfach aus.
Und das geht so:
Der Einfachheit
halber nehmen wir ein Foto, für das wir recht genau den Standort
und
das Ziel kennen, und zwar so genau, dass wir daran den Winkel
abschätzen können, den wir fotografiert haben. Die
Kalibrierung
erfordert also zunächst die Festlegung der Richtung, bestimmt oder
auch unbestimmt, das ist gleich. Die Richtung sollte stimmen.
Ich will niemanden mit mathematischen Formeln oder dem
Fehlerfortpflanzungsgesetz belästigen, den Einen nicht, weil er
Mathematikprofessor ist und sich langweilen würde, den Anderen
weil er
der Mathematik mit der fünften Klasse gedanklich den Rücken
gekehrt
hat. Ich will aber kurz erläutern, dass die Brennweite, die man
dem
Reiter Eigenschaften entnehmen kann, eine nicht unerhebliche
Rolle bei der Genauigkeit der Sensorgößenbestimmung spielt.
Die ExifFocalLength
oder auch Brennweite bedingt bei 30 mm eine Änderung von
0,1mm/0,1°
während das Verhältnis bei 135mm Brennweite bei etwa
0,3mm/0,1° liegt.
Wegen des Tangens in der Berechnungsformel ist der Einfluss nicht
streng linear. Wählen Sie daher eine Weitwinkelaufnahme zur
Kalibrierung. Andererseits erlauben große Brennweiten ggf. eine
genauere Beurteilung des Bildausschnitts, sodass sich die Nachteile
langer Brennweiten wieder ein bisschen abschwächen.
Geben Sie bei einem Foto im Querformat, dessen Georeferenz
bestimmt ist und dessen Ausschnitt Sie gut beurteilen können, auf
dem
Reiter Richtung den Blickwinkel (in ganzen Zahlen!) an. In der
Grafik sollte (nach Anklicken von Richtung übernehmen) der
Blickwinkel als Kreissegment erscheinen. Ändern Sie den
Blickwinkel so
lange, bis das Kreissegment in der Karte mit dem
«gefühlten»
Blickwinkel auf dem Foto übereinstimmt. Betätigen Sie alsdann
die
Schaltfläche Blickwinkel kalibrieren. Wenn Ihnen die
Zahlenwerte zusagen (oder Sie keine besseren kennen), bestätigen
Sie
die Werte mit OK. Damit wird der aktuellen Kamera die
genähert
berechnete Chipgröße zugewiesen. Über einen banalen
Dreisatz, in den
die für das Foto gespeicherte Brennweite eingeht, wird daraus der
aktuelle Blickwinkel bestimmt und im Dialog vorbelegt.
ACHTUNG: Sie müssen zurzeit, wie im gesamten Programm,
Dezimalpunkte statt Kommata eingeben für Gleitkommazahlen, wenn
Sie die
Daten von Hand eintragen!
|
|
Optionen
Die Auswertung der Optionen hat
relativ spät Einzug in die Standortbestimmung gefunden. Mit
Version
2.3.7.0 werden die ersten beiden Gruppenfelder implementiert sein.
*
Wenn Sie nicht wollen, dass Daten in die Bilder selbst
zurückgeschrieben werden, können Sie «Nein, nicht
speichern ...»
angeben. Die anderen Radioschaltflächen haben aber eine Bedeutung,
die
zum Speichern der Daten im Foto selbst führt. Dabei können
Sie durch
Umbenennen der Datei die Originaldatei erhalten. Alle Optionen haben
mit dem Datum der Datei zu tun, das Datum der Datei wird dann
entsprechend der Option gesetzt:
- «mit aktuellem Datum» tut nichts,
- «mit unverändertem Datum» merkt sich das Datum vor
der Änderung und
stellt es wieder her, sodass Originaldatei und umbenannte Datei stets
dasselbe Datum haben.
- «mit Aufnahmedatum» setzt das Dateidatum auf den Wert des
EXIF-Datums
der Aufnahme. Dadurch können Sie die Dateien im Dateisystem nach
dem
Datum der Aufnahme sortieren.
- «Erfrage Datum» ist eine eher exotische Option, die es
erlaubt, das
Dateidatum von Hand einzugeben. Dieser Fall dürfte eher bei
analogen
Fotos auftreten, denen man in GNavigia (noch) kein Aufnahmedatum von
Hand zuweisen kann.
*
Die Option «Speichern unter neuem Namen» erlaubt die Angabe
einer
Endung, die zwischen der sinngebenden Erweiterung «.JPG»
und dem
Dateinamen eingefügt wird. Standard ist, anders als in der Grafik
dargestellt, die Kennung «.CHG», wenn nur Titel oder
Bemerkungen
geändert wurden, bzw. «.GEO», wenn georeferenziert.
Ein
georeferenziertes Foto «MyFoto.jpg» würde unter dem
Namen
«MyFoto.GEO.jpg» gespeichert. Groß-/Kleinschreibung
wird
berücksichtigt. Alle geänderten Dateien werden als
JPG-Dateien
gespeichert. Ein anderes Format ist nicht vorgesehen!
*
Weitere Optionen zur Steuerung sind im Gruppenfeld
«Standortbestimmung» angesiedelt. Deren
Funktionsfähigkeit ist nicht
garantiert. Verlassen Sie sich also nicht darauf. Das
Zurückschreiben
der Bilder erfolgt über standardisierte .NET-Methoden, die bisher
keine
Auffälligkeiten zeigten.
*
Daten werden nur dann in die Bilder zurückgeschrieben, wenn sich
Daten
geändert haben. Hiervon gibt es eine Ausnahme: Wenn Sie die Endung
zur
Kennzeichnung der modifizierten Bilder ändern, werden auch nicht
geänderte Bilder zurückgeschrieben, da zunächst
geprüft wird, ob die
Datei existiert!
Eigenschaften
Der Reiter Eigenschaften zeigt
die Liste aller verfügbaren Bildattribute. Einige dieser Attribute
kommen bereits zum Einsatzt, wie das Beispiel der Kalibrierung der
Sensorgröße zeigt. Bemerkungen zum Foto und der Titel
können bereits im
Reister Fotos im Hauptfenster geändert werden. Nutzen Sie
diese
Möglichkeit, um
das Feld Bemerkungen mit eigenen
Kommentaren zu füllen.
Einschränkungen
Zurzeit werden zwar die Daten in die Bilder
zurückgeschrieben, wie die Erkennung der Georeferenz durch
Panoramio
zeigt. Alle Ergebnisse werden aber auch in der GTD-Datei
gespeichert, wobei nicht verglichen wird, ob diese von den
Angaben in der GTD-Datei abweichen. Die Angaben in der GTD-Datei haben
im Zweifel Vorrang. Ändern Sie also keine Daten mittels fremder
Programme!
Hinweis: Zurzeit erfolgt die Georeferenzierung auf der
Grundlage nicht gelöschter Tracks und Trackpunkte! Wenn Sie eine
Strecke mehrfach befahren und die überzähligen Tracks
löschen, haben
Sie hier ein Problem!
1
Wichtiger Hinweis zu: «Freie topographische
Rasterdatendienste der VermKV
Rheinland-Pfalz»
Der Web-Service der Vermessungs- und Katasterverwaltung
Rheinland-Pfalz selbst liefert folgende Angaben zu den ihm
innewohnenden
Fähigkeiten (capabilities):
Abstract: Freie topographische Rasterdatendienste der
VermKV Rheinland-Pfalz
Fees: none
AccessConstraints: Sämtliche Rechte an diesem Podukt
liegen beim Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation
Rheinland-Pflz (LVermGeo). Die nicht kommerzielle Nutzung
(ausschließlich das Viewing) ist für das GeoPortal.RLP oder
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einmalig
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spezielle Nutzung mit Angabe des Verwendungszwecks und des
beabsichtigten Umfanges der Nutzung anmelden (Kontaktmöglichkeiten
zum
LVermGeo siehe ContactInformation). Die kommerzielle Nutzun ohne
vertragliche Grundlage ist ausdrücklich ausgeschlossen. Eine
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