GNavigia

Bedienung, Tracks, Fachbedeutungen und Sonderfunktionen



Ansichtssache

Nun haben Sie, wenn Sie chronologisch vorgehen, die GPX-Dateien für einen Datenimport erstellt. Wählen Sie daher im Menü «Datei/Neu» aus und dann «Datei/Importieren/Garmin Geko 201». Geben Sie den Namen der zuvor gespeicherten Datei der Trackpunkte an. Um die Wegpunkte zu importieren wiederholen Sie den Datenimport für die Datei der Wegpunkte. Sie sollten jetzt Tracks, Trackpunkte und Wegpunkte sehen sowie ein Maßstabslineal.
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Apropos «Sehen»: Klappen sie zuerst das Menü «Ansicht» auf. Es enthält alle wesentlichen Einstellungen für die Konfiguration der Anzeige, wobei anzumerken ist, dass diese bezogen auf den Benutzer in der Registrierungsdatenbank abgelegt werden, also global für alle geöffneten Fenster gelten.
Probieren Sie die verschiedenen Kombinationen aus. Sie werden (oder sollten) Folgendes bemerken:
  • Die Anzeige der Trackpunkte bestimmt das Bild, wenn die Anzeige der Höhen eingeschaltet ist.
  • Die Anzeige der Wegpunkte kann, sofern Sie solche überhaupt definiert haben, das Bild gleichsam «zuschütten». Das liegt daran, dass ohne weitere Bearbeitung alle Wegpunkte angezeigt werden. Für die Vermessung des Zermatter Skigebiets haben wir 450 Wegpunkte gesetzt, also praktisch «an jeder Ecke einen». Diese Fülle diente der Feststellung markanter Punkte, ist aber für eine grafische Darstellung fehl am Platz. Mit Hilfe des Menüpunkts «Bearbeiten/Besondere Funktionen» können Sie diese übergroße Anzahl mit einem Schlag reduzieren. Die Beschränkung der Anzeige der Wegpunkte auf «Hauptwegpunkte» ist Thema der «Layoutdefinition». Wenn sie unter «Ansicht» die Wegpunkte ausschalten, sehen sie folgerichtig keinen einen.
  • «Text freistellen» ist der Menüpunkt mit dem vielleicht höchsten Einfluss auf die Performance. Der besseren Lesbarkeit zuliebe wird Text entsprechend der Option «Text optimal freistellen» entweder einfach oder optimal freigestellt; Letzteres sorgt für eine besonders schöne Freistellung der Schrift, die immer zuletzt dargestellt wird, verlängert im Gegenzug aber die Ausführungszeit für die Ausgabe der Beschriftung gegenüber der einfachen Variante um den Faktor 1,8. Ergo: Wenn Sie wenig beschriften müssen oder viel Geduld haben, können Sie die optimale Freistellung zuschalten. Die folgende Grafik zeigt die möglichen Freistellungsstufen an einem Beispiel im Gebiet Zermatt/Riffelberg:

  • In diesem Moment haben wir die Funktionen zum Ändern der GPS-Elemente in der Grafik noch nicht besprochen. Daher ist der Menüpunkt «Ansicht/Gelöschte Objekte» zurzeit noch ohne Bedeutung. Wenn Sie diese Aktionen kennen, können Sie die Art der Darstellung der gelöschten GPS-Elemente an diesem Punkt beeinflussen.
In den folgenden Abschnitten werden wir uns dem Ändern von GPS-Elementen zuwenden. Erst wenn wir die erste Fachbedeutung zugewiesen haben, werden wir dem Festlegen von Layoutparametern einen gewichtigen Blick zuwerfen, zuvor aber schauen wir auf tabellarisch daherkommende Eingabehilfen, sogenannte «Eigenschaftenfenster».

Daten visualisieren

Eigenschaftenfenster präsentieren die Attribute von GPS-Elementen in einem zweispaltigen Gitternetz, in dem links die (meist programminterne) Bezeichnung des «Attributs» und rechts der «Wert» angezeigt wird. Fett dargestellte Werte sind änderbar, grau dargestellte nicht. Änderungen werden vollzogen, sobald die Eingabezelle verlassen oder die Eingabetaste betätigt wird. Eigenschaftenfenster sind mächtige Werkzeuge zur Bearbeitung von Daten, wobei jede Änderung sofort, allumfassend und irreversibel in die Datenverwaltung übernommen wird.
   Nicht änderbare Werte sind Verwaltungsdaten, wie der Identifikator (ID), berechnete (abgeleitete) Daten wie Streckenlängen oder Höhendifferenzen oder ihre Änderung erscheint unter «Eigenschaften» nicht sinnvoll. So kann z. B. die geografische Lage eines Trackpunkts hier nicht geändert werden, indem man die Werte für Länge (Longitude) oder Breite (Latitude) von Hand eingibt, obgleich eine Änderung in der Grafik erlaubt ist. In diesem speziellen Fall liegt das an der geringen Aussagekraft geografischer Koordinaten.
   Fachbedeutungen können ebenfalls nicht im Eigenschaftenfenster geändert werden. Die hierzu erforderliche Auswahl aus einem Dialog, der die Datei der Fachbedeutungen interpretiert, ist zurzeit von hier aus nicht erreichbar. Öffnen Sie dazu den Reiter «Objekte».
  
Eine Besonderheit des Eigenschaftenfensters ist die Anzeige von Erläuterungen in einem dafür vorgesehenen Abschnitt unterhalb des Gitternetzes. GNavigia macht von Erläuterungen keinen Gebrauch, daher ist dieses Feld heute unsichtbar geschaltet.
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Hinweis: Durch fortlaufendes Aufklappen aufeinander verweisender GPS-Elemente wie Trackpunkte und Tracks kann es zu der Situation kommen, dass ein Element mehrfach in der Liste erscheint. Wo es geändert wird, ist unerheblich, allerdings kann es sein, dass diese Änderung nicht an allen Stellen zugleich angezeigt wird. Erst beim Anklicken dieser Felder wird die Darstellung aktualisiert.

Vergrößern, Verschieben und Fachbedeutungen zuweisen

An dem etwas extremen Beispiel von Zermatt werden wir lernen, wie man die Daten möglichst effizient verarbeitet:
   Zunächst haben wir nur die Tracks geladen und dabei war die Anzeige der Trackpunkte ausgeschaltet. Importieren der Wegpunkte, die dann natürlich sichtbar sein müssen, führt zur zweiten Grafik in unserer Leiste der Bearbeitungsfortschritte. Aber bevor wir beginnen, diesen Punktsalat auszumisten, werden wir uns mit Grundlagen der Bedienung der Grafikeinheit beschäftigen müssen.
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Der Maßstab wird im Grafikfenster geändert, indem die Darstellungsfläche angeklickt und das Mausrad gedreht wird, ohne dabei einen Track oder einen Wegpunkt zu treffen. Die Maßstabsänderung geschieht im Verhältnis 0,8 : 1, sodass sich feste Abstände bilden. Ist kein Mausrad vorhanden oder ist die Maßstabszahl mit dem Mausrad nicht hinreichend genau anzunähern, so kann sie von Hand im «Verwaltungsfenster» eingetragen werden. Unmittelbar mit dem Maßstab verbunden ist der «Fankreis in Metern», der sich aus dem «Fangkreis in Pixeln» ergibt, wobei letzterer unabhängig ist und bei jeder Maßstabsänderung in Meter umgerechnet wird. Ein Fangkreis festgelegt nach Metern wäre letztlich kontraproduktiv, denn mit zunehmender Vergrößerung soll der Fangkreis zur besseren Differenzierung ja gerade nicht mit anwachsen.
   Beim Klicken in das Grafikfenster darf im Rahmen des Fangkreises kein Wegpunkt, Track oder Trackpunkt getroffen werden, wenn der Maßstab geändert oder das Bild verschoben werden soll, da die Selektion von GPS-Elementen, wie wir die Gesamtheit der verschiedenen Grafikobjekte nennen werden, Vorrang vor der Maßstabsänderung oder dem Verschieben hat. Welche GPS-Elemente durch Anklicken auswählbar sind, wird über das Menü festgelegt.
Die Verschiebung des Bildfeldes erreicht man durch Klicken bei gleichzeitigem Festhalten der Maustaste und Bewegen der Maus. Rollbalken werden nicht angezeigt. Um die Verschiebung dennoch zu beschleunigen, existiert eine Symbolschaltfläche, die es erlaubt, den Mittelpunkt der Darstellung neu zu setzen. Seit einiger Zeit reicht dazu aber auch ein Doppelklick in die Karte! Herauszoomen, Mittelpunkt neu definieren, hereinzoomen sollte nach kurzer Zeit zügig von der Hand gehen. Mit gedrückter rechter Maustaste verschieben Sie das Bild, ohne die aktuelle Selektion zu löschen. Und noch'n Satz: Wenn Sie das Bild mit gedrückter rechter Maustaste verschieben können, nicht aber mit gedrückter linker, dann kann es sein, dass Sie zuvor den Killerknopf gedrückt haben. Falls Ihnen die Richtung der Maßstabsänderung nicht passt, können Sie diese im Menü Extras/Einstellungen umkehren.
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Wir klicken in der Symbolleiste des Hauptfensters auf das Kreuz («Neuer Kartenmittelpunkt») und danach in die Kartendarstellung. Wir vergrößern den Maßstab und verschieben den Mittelpunkt bis wir Wegpunkte ausmachen können, die von besonderer Bedeutung sind, in unserem Fall solche an den Berg- und Talstationen der Liftanlagen. Wir werden solche Punkte zunächst dadurch kennzeichnen, dass wir ihnen sogenannte «Fachbedeutungen» zuordnen.
   Nach dem Anklicken eines Wegpunktes wählen wir aus dem Menü den etwas langwierigen Pfad «Bearbeiten/Wegpunkt/Fachbedeutung/Auswahl», der sich durch die Tastenkombination  «Alt»+«b», «w», «b», «a» relativ flott ausführen läßt. Der Dialog «Werteauswahl» erlaubt die Navigation in einem Baum, aus dem der entsprechende, passende Wert unter «Skigebiete» ermittelt wird, z. B. «Sessellift». Intern wird die davorstehende Nummer 3230 vermerkt, weshalb der Text in der Datei der verschlüsselten Werte auch nachträglich sinnbewahrend geändert werden kann, ohne fremde Projekte zu zerstören. Die Schaltflächen «Hinzufügen» und «Ersetzen» steuern, ob GPS-Elementen eine oder mehrere Fachbedeutungen zugewiesen werden. Beim ersten Aufruf für ein GPS-Element sind die beiden Schaltflächen gleichbedeutend. In unserer Fortschrittsgrafik sind wir somit bei Schritt 4 angelangt.
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Wer unverdrossen die vorausgehenden Schritte für alle charakteristischen Wegpunkte wiederholt, also für alle, die später einmal in einer Darstellung oder KML-Datei auftauchen sollen, kann ein automatisiertes Verfahren zur Umwandlung der weiniger wichtigen Wegpunkte wählen ...

Wegpunkte kollektiv umwidmen

Der Menüpunkt «Bearbeiten/Besondere Funktionen/Mache alle Wegpunkte zu/Nebenpunkten» bringt einen Dialog zu Tage, der die Umwandlung von Wegpunkten initiiert. Voreingestellt (markiert) ist die Radioschaltfläche, die zum gerade ausgewählten Menüpunkt gehört. Zudem gibt es zwei wichtige Optionsschaltflächen, die Wegpunkte von der Umwandlung ausschließen können:
   Hat der Benutzer bereits zuvor die Namen bestimmter Wegpunkte angepasst, indem er diese z. B. nach der Lage benannt hat, sind die vom GPS Empfänger vergebenen Nummern durch die neuen Namen ersetzt. Diese Wegpunkte können als erhaltenswert eingestuft werden. Sie würden nach den Standardeinstellungen nicht in Nebenpunkte umgewandelt, da sie jetzt nichtnummerische Angaben enthalten. Das gleiche gilt für Wegpunkte, für die bereits Fachbedeutungen vergeben wurden.
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Das Ergebnis der Umwandlung ist an den verkleinerten Symbolen der Nebenpunkte zu erkennen. Blendet man diese, wie später unter dem Stichwort «Layoutdefinition» beschrieben werden wird, aus der Darstellung aus, erhält man ein Bild, wie es im Abschnitt über die Freistellung der Beschriftung zu sehen ist.
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Nach der Umwandlung der Wegpunkte fehlt noch die Differenzierung zwischen Liften und Pisten, ein Thema, das die Aufspaltung von Tracks erfordert. Wie aus dem Bild unschwer zu erkennen und leicht nachzuvollziehen ist, haben wir an einem Tag Lifte und Pisten zu einem einzigen Track zusammengefasst, der jetzt wieder nach Fachbedeutungen in einzelne Abschnitte zerlegt werden muss. Unter «Ansicht» stellen wir ein, dass Trackpunkte angezeigt werden, unter «Bearbeiten/auswählbare Objektarten» schalten wir «Wegpunkte» ab und klicken dann in der Grafik auf den Wegpunkt 416, der jetzt nicht mehr selektiert wird. Statt dessen erscheint der Trackpunkt markiert. Im Reiter «Darstellung» überzeugen wird uns davon, dass nur ein Trackpunkt selektiert ist, schalten um auf den Reiter «Tracks» und klicken dort auf die Schaltfläche «Aufspalten». Es erscheint ein Dialog, der auf der Liste verbesserungsfähiger Dialoge ganz oben steht und der in diesem Fall genau einen Trackpunkt anzeigen sollte. Die Darstellung unter Track ist nicht editierbar. Sie dient allein der Orientierung.
   Die Schaltfläche «Aufspalten» präsentiert den Dialog zur Erfassung neuer Namen, in dem ein recht wahrscheinlicher Name voreingestellt ist. Tracknamen müssen nicht eindeutig sein, werden an dieser Stelle aber auf Eindeutigkeit geprüft. Am Ende unserer Arbeiten werden die sieben ursprünglichen Tracks in etwa 150 Tracks zerfallen sein. Da das Programm GNavigia etwas listenlastig ist, werden Sie froh sein, wenn Sie hier eindeutige Namen vergeben haben. Außerdem können Sie die Tracknamen an diversen Stellen ändern, sodass keine Notwendigkeit besteht, hier bereits uraufführungsreife Namen parat zu haben. Wenn Sie mehr als einen Trackpunkt erwischt haben ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass an dieser Stelle Tracks übereinander liegen. In jedem Fall können Sie die Tracks nacheinander auftrennen. Der zuletzt bearbeitete Trackpunkt wird aus der Liste gelöscht.
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Dass das Aufspalten des Tracks erfolgreich war, kann man daran erkennen, dass an der Stelle des Trackpunkts nun ein Quadrat erscheint -  ein untrügliches Zeichen dafür, dass hier ein Track beginnt. Der aktuelle Trackpunkt ist dupliziert worden. Der nach unten rechts abgehende Strich stellt tatsächlich einen Lift dar (konkret den Sunnegga-Blauherd Kombinationslift), sodass wir hier bereits eine Fachbedeutung vergeben können. Dazu klicken wir im Rahmen des Fangradius auf die Linie, die sich daraufhin grünlich verfärben sollte. Mit dem Menüpunkt «Bearbeiten/Track/Fachbedeutung festlegen/Auswahl» (kurz «Strg»+«T») öffnet sich die bereits bekannte Auswahl der Fachbedeutung, aus der wir «Sessel/Umlaufgondel Kombinationslift» auswählen und hinzufügen. Mit der Kurzform «Strg»+«Umschalt»+«T» können Sie einem selektierten Track die zuletzt vergebene Fachbedeutung zuweisen, ohne den Umweg über den Dialog. Da es im Alpenraum zurzeit nur einen Sessel/Umlaufgondel Kombinationslift pro Skigebiet geben dürfte, können wir die aktuelle Auswahl allerdings nicht noch einmal verwerten. Damit Sie sehen, was Sie bisher getan haben, müssen Sie allerdings noch warten, bis wir einen Abstecher in die Welt der Layoutdefinition gemacht haben.

Höhen- und Geschwindigkeitsprofile

Die Darstellung umfasst ein zuschaltbares Fenster, das wahlweise das Höhen- und/oder das Geschwindigkeitsprofil des zuletzt selektierten Tracks ausgeben kann (Menü Ansicht).

Klickt man in die Grafik, so wird die Darstellung im Hauptfenster auf den nächstgelegenen Trackpunkt zentriert. Der Maßstab wird ebenfalls angepasst, sofern der aktuelle Maßstab kleiner ist als der Maßstab der Detailanzeige. Er wird dann auf den Wert des Detailmaßstabs gesetzt. Hat der Benutzer bereits einen noch größeren Maßstab eingestellt, so erfolgt nur eine Zentrierung und keine Maßstabsänderung.
Zurzeit ist die Profilfenstergröße auf 30% der Gesamthöhe der Darstellungsfläche beschränkt, maximal jedoch 200 Pixel. Die Skalierung in der Länge erfolgt in Abständen von etwa 100 Pixel. Das Bild zeigt (oben) das Skigebiet von Grindelwald/Wengen (Männlichen) ohne Wegpunkte, das Profilfenster den oberen Teil der FIS Lauberhornabfahrt.
Eine Grenze von initial 100 km/h begrenzt die Anzeige. Klicken Sie auf den Fehlertext, dies initialisiert die Bearbeitung und zentriert die Anzeige auf den fehlerhaften Punkt. Löschen Sie den Punkt oder einen Punkt aus dem Umfeld, bis die Anzeige wieder erscheint. Löschen hilft nicht, wenn Sie im Reiter «Tracks» die Option «erlaube gelöschte Punkte» eingeschaltet haben, da diese Einstellung bei der Berechnung der Grafik herangezogen wird.
Die Profile werden in der Reihenfolge Höhen, Geschwindigkeit, Höhenunterschiede und Client-Profile angezeigt, wobei das erste Profil links beschriftet wird, alle anderen rechts. Bei vier Linien wird es knapp!
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Es existiert darüber hinaus unter dem Menüpunkt Bearbeiten/Track/Höhen/Interpolieren eine Funktion zur automatische Höheninterpolation für Trackpunkte mit Höhe Null. Sie können diese Methode dazu einsetzen, fehlende Höhen grob zu interpolieren. Dies kann notwendig werden, wenn die Daten keine oder falsche Höhenangaben enthalten, wie z.B. die Dateien des Radwegenetzes NRW. Auch KML-Dateien, die in Google-Earth digitalisiert wurden, tragen nach dem Import Höhen mit dem Wert 0. Vergeben Sie für den ersten und letzten Trackpunkt manuell Höhenwerte, damit die Zwischenpunkte interpoliert werden können. Weitere Höhenpunkte werden berücksichtigt.
Höhen werden nur dann ersetzt, wenn der Zielpunkt die Höhe Null besitzt. Um einen Track neu interpolieren zu können, kann ein ganzer Track auf Höhe Null gesetzt werden. Setzen Sie andere Punkte als den ersten und letzten auf von Null verschiedene Werte, so werden diese Werte bis zum Anfang bzw. Ende übertragen.
Höhen werden grundsätzlich nur mit Metergenauigkeit interpoliert. Die Interpolation von Geschwindigkeiten ist nicht möglich.

Höhendifferenzprofile und Streckenfehler

GNavigia kennt zwei Arten von Höhendifferenzprofilen oder auch Steigungsprofilen, die alternativ zugeschaltet werden können, eines für absolute Werte (stets positive Skalierung) und eines für die Anzeige aufeinanderfolgender Differenzen, das relative Steigungsprofil. So sollte auf einer Skiabfahrt das relative Steigungsprofil keine positiven Werte aufweisen. Beide Anzeigen decken übergroße Höhenunterschiede auf. Die folgenden Grafiken zeigen zugleich den Einfluss grob falscher Höhen auf die Streckenlänge - und wie sich dieser Einfluss mit Hilfe der Steigungsprofile aufdecken lässt.

Die obere Grafik zeigt das Höhenprofil mit zwei großen Höhenfehlern bei Kilometer 0,92 und 1,38 sowie einem kleineren bei Kilometer 0,21. In der unteren Grafik sind alle drei Fehler durch Interpolation berichtigt worden. Welche Beobachtungen erlauben uns die beiden Grafiken?
  Zunächst fällt auf, dass die berichtigte Strecke um 66 Meter kürzer ist als das Original. Zudem ist die  Skalierung der Geschwindigkeit von maximal 55 auf 25 km/h zurückgegangen. Das ist nicht verwunderlich, da eine übergroße Strecke bei sonst gleichen Mess- und Zeitwerten eine überhohe Geschwindigkeit vorgaukelt. Der mit Pfeil markierte, schwarze Balken bezeichnet den aktuell selektierten Trackpunkt im Streckenverlauf, der in der Karte grün dargestellt wird. Beim ersten großen Höhenfehler ist leicht ersichtlich, dass ein Höhenunterschied von 73 Metern einem Punktabstand von etwa 25 Metern gegenübersteht. Daraus ergibt sich für die Länge der schrägen Strecke ein Wert von 77 m sowie für die Hangneigung ein Winkel von 71° (335%). Wenn Sie eine Piste mit diesem Neigungswinkel kennen, lassen Sie es mich wissen!
  Wie sich die Verhältnisse und damit die Streckenlängen ändern, wenn die Hangneigung stärker wird, kann man der unteren Grafik entnehmen. Bei 100% Gefälle oder 45° Neigung ist die Schrägstrecke bereits um den Faktor Wurzel aus 2 länger als die horizontale Strecke.

Wie werden die Höhen nun zweckmäßig und zügig zu null gesetzt, damit die Interpolation, die ja allein die Punkte mit Höhe Null berücksichtigt, angeworfen werden kann? Nun, klicken Sie einfach auf den Balken im Höhenprofil, mit dem der übergroße Anstieg des Grafen beginnt. Dadurch wird die Karte auf den Punkt zentriert. Selektieren Sie denjenigen Punkt, der die erste Nullhöhe erhalten soll. Betätigen Sie die Tastenkombination, die im Menü unter Bearbeiten/Trackpunkt/Höhe zu 0.00 setzen ausgewiesen ist. Mit einer vergleichbaren Tastenkombination lässt sich auch für den nachfolgenden Punkt die Höhe zu Null setzen. Zurzeit sind das die Tastenkombinationen  «Strg»+«0» und «Strg»+«1».  Danach wird über Bearbeiten/Track/Höhen interpolieren die Interpolation durchgeführt. Es erfolgt zuvor eine Sicherheitsabfrage.

Kopieren und Einfügen von Tracks und Wegpunkten

Um Tracks und Wegpunkte auf einfache Art und Weise zwischen den aktuell geladenen Fenstern auszutauschen, kann auf Kopieren und Einfügen zurückgegriffen werden. Dies ist besonders dann von unschätzbarem Nutzen, wenn man bereits aus früheren Kampagnen viele Messwerte hat und die der nachfolgenden Touren erst einmal sichten will. Markieren Sie dazu im Fenster Ihrer Wahl einen oder mehrere Tracks und/oder Wegpunkte und benutzen Sie Bearbeiten/Kopieren, um die Daten in die Zwischenablage zu kopieren. Wechseln Sie in das Fenster, in das die Daten eingefügt werden sollen und benutzen Sie dort Bearbeiten/Einfügen. Diese Aktion ist nicht Undo/Redo-fähig! Beachten Sie ferner, dass es wenig Sinn macht, Tracks wie Umzugskartons übereinander zu stapeln. Drücken Sie daher nicht Einfügen im selben Fenster in dem Sie kopiert haben!

Sonderfunktionen

Sollte Ihnen das Missgeschick widerfahren sein, dass Sie mehr Tracks in das Dokument geladen haben als sie bearbeiten wollen oder haben Sie einen besonders schönen Track, den Sie an anderer Stelle noch weiterbearbeiten wollen, dann können Ihnen vielleicht unsere Sonderfuntionen (Extras) helfen.
Das Exportieren von Tracks als Datei geschieht über den Menüpunkt «Extras/Tracks exportieren». Der Dialog präsentiert alle Tracks, die nicht auf unsichtbar (invisible) gesetzt wurden, also auch solche, die nur aus gelöschten Trackpunkten bestehen und an der leeren Längenangabe in der Liste zu erkennen sind. Die Auswahlliste ist als Mehrfachselektion ausgelegt.
   Über eine Optionsschaltfläche kann festgelegt werden, dass auch gelöschte Tracks exportiert werden. Dies geschieht in der Praxis aber nur, wenn zugleich die Option «Gelöschte Trackpunkte exportieren» ausgewählt ist, da eine Ausgabe für einen Track nur zustande kommt, wenn mindestens zwei Trackpunkte exportiert werden können. Zurzeit entstehen gelöschte Tracks meist durch das aufeinanderfolgende Löschen von Trackpunkten.
  Das Entfernen von Tracks aus dem aktuellen Dokument geschieht durch Setzen der Option «Exportierte Tracks endgültig löschen». Nach erfolgreicher Ausgabe der Datei werden alle tatsächlich exportierten Tracks entfernt. Selektierte Tracks, für die keine Ausgabe zustande kommt, werden nicht entfernt. Weil der Export von Tracks ohne gelöschte Trackpunkte weniger Daten speichert als im Original vorhanden, kann der Export nicht als Sicherung des Tracks betrachtet werden. Eine Sicherheitsabfrage, die die Anzahl der betroffenen Tracks ausgibt, schützt zusätzlich vor deren unbeabsichtigtem Löschen.
  Ein einzelner, selektierter Track kann ohne das ganze Brimborium aus dem Projekt entfernt werden. Dazu wählt man im Menü Bearbeiten/Track/Aus dem Projekt entfernen.


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